Frank & Louis

Filmdrama von Petra Volpe aus dem Jahr 2026 From Wikipedia, the free encyclopedia

Frank & Louis ist ein Filmdrama und das englischsprachige Debüt der Schweizer Filmemacherin Petra Volpe. In dem Gefängnisfilm spielen Kingsley Ben-Adir und Rob Morgan in den Titelrollen einen wegen Mordes verurteilten Straftäter und einen an Alzheimer erkrankten Mithäftling, um den er sich im Rahmen eines speziellen Programms kümmert, um bei seiner Bewährungsanhörung zu punkten. Die Koproduktion der Schweiz und des Vereinigten Königreichs feierte Ende Januar 2026 beim Sundance Film Festivals ihre Premiere.

TitelFrank & Louis
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2026
Schnelle Fakten Titel, Produktionsland ...
Film
Titel Frank & Louis
Produktionsland Vereinigtes Königreich, Schweiz
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2026
Länge 95 Minuten
Stab
Regie Petra Volpe
Drehbuch Petra Volpe, Esther Bernstorff
Produktion Reto Schärli, Lukas Hobi
Musik Oliver Coates
Kamera Judith Kaufmann
Schnitt Hansjörg Weißbrich
Besetzung
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Handlung

Frank, der wegen Mordes eine lebenslange Freiheitsstrafe verbüßt, wurde erst kürzlich in ein anderes Gefängnis verlegt. Um seine Chancen auf eine vorzeitige Entlassung zu verbessern, die er beim Bewährungsausschuss beantragen will, wird er Teilnehmer im Programm „Yellow Coats“, die sich um inhaftierte ältere Insassen mit Alzheimer und Demenz kümmert. Louis, der Mann, den er betreut, ist ein stolzer, unberechenbarer und gemeiner Kerl um die Sechzig, dessen geistiger Zustand sich aufgrund einer sehr früh einsetzenden Alzheimer-Erkrankung stetig verschlechtert.

Zu Franks Aufgaben gehört es, sicherzustellen, dass sein Schützling die Termine bei den Gefängnisärzten wahrnimmt, ihn zu Freizeitaktivitäten zu animieren, damit er nachts besser schläft, und ihn zu beruhigen, wenn er unruhig oder verwirrt ist. Louis jedoch ist Frank gegenüber misstrauisch und paranoid und hegt auf Anhieb eine tiefe Abneigung gegen ihn. Erst allmählich gewinnt Frank dessen Vertrauen, wird aber bald mit seinen eigenen Erinnerungen konfrontiert.[1][2]

Produktion

Regie und Drehbuch

Es handelt sich bei Frank & Louis um das englischsprachige Debüt der Schweizerin Petra Volpe, bekannt für ihre Filme Traumland, Die göttliche Ordnung, der die Schweiz 2018 bei der Oscarverleihung vertrat, und Heldin, der dies 2026 tat.[1][2] Die Geschichte ist von dem Programm „Gold Coats“ der California Men’s Colony in San Luis Obispo inspiriert, in dem inhaftierte Männer für die Betreuung älterer Häftlinge mit Demenz ausgebildet werden.[1] Für ihre Recherchen traf sich die Regisseurin mit Teilnehmern des Programms.[3] Das Drehbuch schrieb Volpe gemeinsam mit der deutschen Autorin Esther Bernstorff.[1] Volpe arbeitete für Frank & Louis wieder mit ihren Stammproduzenten Lukas Hobi und Reto Schaerli von Zodiac Pictures zusammen.[4]

Besetzung, Filmförderung und Dreharbeiten

Kingsley Ben-Adir und Rob Morgan spielen in den Hauptrollen den erst kürzlich in eine Haftanstalt verlegten Frank und den an Demenz erkrankten Insassen Louis.[4] Ben-Adir ist bekannt für seine Rolle als Malcolm X in Regina Kings Regiedebüt One Night in Miami.[1] Ursprünglich war Clifton Collins jr für seine Rolle in Frank & Louis vorgesehen.[3] Auch Laurence Fishburne befand sich ursprünglich auf der Besetzungsliste.[3] Der puerto-ricanische Rapper René Pérez Joglar, vor allem bekannt unter seinem Künstlernamen Residente, spielt den Insassen Julian, der bei den „Yellow Jackets“ mitmacht und sich mit Frank anfreundet. Indira Varma spielt die Gefängnismitarbeiterin Dr. Watts, und Rosalind Eleazar Franks Schwester Trish.[1] In einer weiteren Rolle ist Matt Brewer als Patrick zu sehen. Das Casting übernahmen Heather Basten und Avy Kaufman.

Finanzielle Unterstützung erhielt das Projekt vom Schweizer Bundesamt für Kultur, der Zürcher Filmstiftung, Suissimage, MEDIA Desk Suisse sowie den Kantonen Aargau und Luzern.[5]

Gedreht wurde hauptsächlich in einem stillgelegten Gefängnis im englischen Shrewsbury. Aufnahmen entstanden auch in der Schweiz.[5] Wie bei Heldin arbeitete Volpe wieder mit Kamerafrau Judith Kaufmann und Filmeditor Hansjörg Weißbrich zusammen.[4]

Filmmusik und Veröffentlichung

Die Filmmusik komponierte der an der Royal Academy of Music in London ausgebildete und in Schottland lebende Cellist Oliver Coates. In der Vergangenheit war er für Filme wie The Stranger von Thomas M. Wright und Aftersun von Charlotte Wells tätig.

Die Weltpremiere von Frank & Louis erfolgte am 25. Januar 2026 beim Sundance Film Festivals.[2] Den Vertrieb in der Schweiz übernimmt Filmcoopi Zürich AG, in Deutschland Constantin Film und den Weltvertrieb TrustNordisk ApS.[6]

Rezeption

Von den bei Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken sind 92 Prozent positiv.[7] Bei Metacritic erhielt der Film einen Metascore von 68 von 100 möglichen Punkten.[8]

Rob Morgan spielt den an Demenz erkrankten Häftling Louis

David Rooney schreibt in seiner Kritik in The Hollywood Reporter, ein in einem Männergefängnis voller lebenslänglich Verurteilter spielender Film mit einem speziellen Zellentrakt für ältere Häftlinge mit degenerativen neurologischen Erkrankungen klinge nach einer doppelt deprimierenden Angelegenheit, doch in den Händen der Schweizer Regisseurin Petra Volpe und dank der herausragenden Leistungen der beiden erstklassigen Schauspieler Kingsley Ben-Adir und Rob Morgan sei Frank & Louis ein ungewöhnlich einfühlsames Gefängnisdrama geworden. Anstatt die üblichen Klischees wie Hierarchie, Revierkämpfe, unterschwellige Gewalt und Rache zu behandeln, reflektiere der Film vor allem die Fürsorge als ein Geschenk für den Gebenden wie auch für den Empfangenden. Da die Handlung vollständig innerhalb der Gefängnismauern spielt und größtenteils auf zwei Personen beschränkt ist, könnte Frank & Louis problemlos als Theaterstück funktionieren, doch Volpe und Kamerafrau Judith Kaufmann verliehen dem Frank & Louis eine fesselnde filmische Präsenz, indem sie die Handlung mit fließenden Kamerafahrten untermalen, in denen die Kamera Frank durch Korridore, Treppen hinauf und hinunter oder über den Gefängnishof folgt. Volpe verzichtet gänzlich auf übertriebene emotionale Effekte und setzt Oliver Coates’ melancholische, nachdenkliche Filmmusik mit Bedacht ein. Dasselbe gelte für die überzeugende Besetzung der Nebenrollen, darunter Indira Varma als einfühlsame Gefängnismitarbeiterin, René Pérez Joglar als Mitglied der „Yellow Jackets“, der sich mit Frank anfreundet, und Rosalind Eleazar als Franks Schwester, mit der er im Besucherraum berührende Momente teilt. Es seien jedoch die Hauptdarsteller, die den Film tragen und ihm zugleich Glanz verleihen. Morgan sei herzzerreißend als gebrochener und verlorener Mann, und der charismatische Ben-Adir vermittele die verletzliche Seele Franks in einer berührend zurückhaltenden und vorwiegend in sich gekehrten Darstellung. Frank & Louis werfe tiefgründige Fragen zu Sühne und Vergebung auf und dazu, wie sinnvoll es ist, kranke Männer hinter Gittern zu halten, wenn sie sich weder an ihre Vergangenheit noch an ihre Taten erinnern.[1]

Einzelnachweise

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