Frank Matthus

deutscher Schauspieler, Regisseur, Librettist und Hörspielsprecher From Wikipedia, the free encyclopedia

Leben

Frank Matthus wurde 1964 in Berlin als Sohn des Komponisten und Dramaturgen Siegfried Matthus sowie der Sängerin Helga Matthus geboren und wuchs im Stadtbezirk Pankow auf. Nach dem Abitur studierte er Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Sein erstes Engagement als Schauspieler trat er 1988 am Berliner Ensemble an, wo er auch in der Meisterklasse Regie studierte. Die erste Hauptrolle in einem Film erhielt er in Um jeden Preis in der Reihe Der Staatsanwalt hat das Wort. Es folgte 1989 die Titelrolle in Tapers – Der Klavierspieler, einem zweiteiligen lettischen Kinofilm über das Leben von Raimonds Pauls. 1990 machte Frank Matthus am Brandenburger Theater, dem er bis 1996 als Schauspieler, Regisseur und im letzten Jahr als amtierender Oberspielleiter angehörte, seine erste Regiearbeit. Nach dem Engagement als Schauspieldirektor am Theater Altenburg Gera arbeitete er ab 2001 freischaffend im In- und Ausland, so u. a. in Bern/Schweiz, am Staatstheater Cottbus, am Landestheater Schwaben in Memmingen, in Chemnitz, Flensburg, Kaiserslautern und im Jahr 2024 am Staatstheater Augsburg. 2021 schrieb er das Songdrama Queens last night für das Theater Krefeld/Mönchengladbach, das mit neun ausverkauften Zusatzvorstellungen zur Erfolgsproduktion des Hauses in der Spielzeit 2021/22 wurde. Seit 2001 arbeitet er auch regelmäßig als Regisseur für das Tourneetheater Euro-Studio Landgraf und hat hier mehrfach den Inthega-Preis für die beste deutschsprachige Tournee Produktion.

Erste Erfahrungen als Opernregisseur sammelte er in Brandenburg an der Havel mit Mozarts Die Hochzeit des Figaro und wurde 1993 mit der Regie von Claudio Monteverdis Heimkehr des Odysseus an der Kammeroper Schloss Rheinsberg beauftragt. An der Canadien Opera Company in Toronto, Kanada inszenierte er Donizettis Oper Lucia di Lammermoor mit Youngok Shin in der Titelpartie. Am Musiktheater der Republik Karelien Petrosawodsk in Russland erhielt 2020 seine Inszenierung von Puccinis Suor Angelica den russischen Theaterpreis Die Goldene Maske. 2002 schrieb er für die Kammeroper Schloss Rheinsberg das Stück Iphigenie auf Tauris oder Prinz Heinrich inszeniert eine Oper. Regie der Uraufführung und Titelrolle Angelica Domröse.

Seit 1996 ist Frank Matthus Künstlerischer Leiter des Theatersommers Netzeband, dessen Gründungsmitglied er war. Für die Netzebander Open-Air-Spielstätte entwickelte er 2006 das Synchrontheater – das Spiel mit übergroßen Masken zu einem vorproduzierten Soundtrack.

In Netzeband schreibt er Theatertexte, wie 2008-10 eine Nibelungen-Trilogie, 2019 Ellernklipp nach Theodor Fontane. Für seine viel beachtete sowie viel diskutierte Fassung und Inszenierung von Kleists Prinz von Homburg beim Theatersommer 2025, schrieb er den zweiten Teil des Stückes komplett neu – assoziativ stark an der Gegenwart reflektiert. „Wenn wir auf dem Theater nichts mehr zu sagen haben, wenn wir uns nicht trauen, Denkmuster, Vorurteile auch jenseits der ‚öffentlichen Meinung‘ zu provozieren, können wir es auch lassen“, sagte er dazu.

2010 gründete er mit befreundeten Künstlern die Fontane Festspiele in Neuruppin, die alle zwei Jahre stattfinden. Hierfür ist er ebenfalls als Autor und Regisseur tätig.

Von 2014 bis 2018 war er außerdem Künstlerischer Direktor des Internationalen Opernfestivals Kammeroper Schloss Rheinsberg, das sein Vater, der Komponist Siegfried Matthus, 1990 gegründet und seit dem geleitet hatte. Frank Matthus begann die erste Spielzeit unter seiner Leitung mit Verdis Oper La Traviata, die er auch selbst inszenierte. Jedes Jahr gab es zudem eine Uraufführung, darunter die Opern Adriana (Elke Heidenreich/Marc-Aurel Floros), Tucholskys Spiegel (Christoph Klimke/James Reynolds). Zum Abschluss dieser Serie schrieb Frank Matthus das Musiktheaterstück A Bad Man’s life, das er wiederum selbst inszenierte. Komponist war Marc-Aurel Floros.

Bisher zeichnet Frank Matthus für über 100 Inszenierungen verantwortlich. Zudem schrieb er unter dem Pseudonym „Anton Perrey“ mehrere Texte für das Theater.[1]

2020 erschien sein erstes Buch Drei Stücke. Netzeband-Neuruppin-Rheinsberg mit einem Vorwort von Knut Elstermann.

Frank Matthus lebt seit 2001 in Netzeband. Er hat vier Kinder.

Filmografie

Theater

Schauspieler

Regisseur

Hörspiele

Werke

  • 2002: Cosima (Opernlibretto)
  • 2002: Iphigenie auf Tauris oder Prinz Heinrich inszeniert eine Oper (Monolog für Schauspieler und Gesangsensemble)
  • 2004: Die unendliche Geschichte (Opernlibretto nach Michael Ende)
  • 2008: Der Fluch des Ringes (Schauspiel der Nibelungen-Trilogie)
  • 2009: Siegfrieds Tod (Schauspiel der Nibelungen-Trilogie)
  • 2010: Kriemhilds Rache (Schauspiel der Nibelungen-Trilogie)
  • 2019: Effi in der Unterwelt (Schauspiel für Fontane Open Air in Neuruppin)
  • 2020: Drei Stücke (Bühnentexte. Regenbrecht Verlag)
  • 2021: Queens last night (Songdrama Theater Krefeld/Mönchengladbach)

Bearbeitungen

  • 2006: Macbeth von William Shakespeare
  • 2012: Faust von Johann Wolfgang von Goethe
  • 2013: Sturm von William Shakespeare
  • 2025: Prinz von Homburg oder die Schlacht bei Fehrbellin nach Heinrich von Kleist

Auszeichnungen

Einzelnachweise

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