Franz Kratter

Schriftsteller und Theaterdirektor From Wikipedia, the free encyclopedia

Leben

Kratter studierte zunächst an der Universität Dillingen Philosophie und Theologie, wechselte jedoch dann zum Studium der Rechtswissenschaft an die Universität Wien. Er war nach dem Studium als Privatsekretär unter anderem in Wien tätig, bevor er sich vollständig seiner Leidenschaft, nämlich dem Theater und der schriftstellerischen Tätigkeit widmete. Sein Das Mädchen von Marienburg, erstmals gedruckt 1795, wurde allein am Wiener Hoftheater zwischen 1793 und 1848 133 mal aufgeführt. Seine Bühnenstücke kamen im ganzen deutschen Sprachraum zur Aufführung.

Kratter zog 1786 nach Lemberg. Dort wurde er 1795 neben Franz Bulla Direktor des Theaters. In den 1820er-Jahren führte er das Theater mit Jan Nepomucen Kamiński (1777–1855). Kratter führte in Lemberg Spielpläne nach dem Wiener Vorbild ein. Diese Innovation hatte auch über seinen Wirkungszeitraum am Lemberger Theater hinaus bestand. In den letzten Jahren zog er sich als Gutsbesitzer zurück.

Kratter war Verfechter des Josephinismus. Seine Schriften zu den gesellschaftlichen Zuständen, unter anderem Galiziens fanden große Aufmerksamkeit. Er war unter anderem mit dem Schauspieler und Künstler Joseph Lange befreundet.

Werke (Auswahl)

  • Der Augarten in Wien: In drey Gesängen, Ghelen, Wien 1781.
  • Der junge Maler am Hofe, 3 Bände, Wucherer, Wien und Leipzig 1785.
  • Freymaurer Autodafé in Wien, Wucherer, Wien 1786.
  • Drey Briefe über die neueste Maurer-Revolution in Wien: an einen Freymaurer zur anerkannten Unschuld in P., 5 Bände, 1786.
  • Menzikof und Natalia: ein Trauerspiel in fünf Aufzügen, Wallishauser, Wien 1794.
  • Das Schleifermädchen aus Schwaben, 2 Bände, Eßlinger, Frankfurt am Main 1796.
  • Der Vizekanzler: Ein Schauspiel in fünf Aufzügen, Wien und Leipzig 1797.
  • Eginhard und Emma: ein Schauspiel in fünf Aufzügen, Eßlinger, Frankfurt am Main 1801.
  • Der Friede am Pruth: Als zweyter Theil des Mädchen von Marienburgs. Ein Schauspiel in fünf Aufzügen, Bolling, Augsburg 1804.
  • Die Sklavin in Surinam: Ein Schauspiel in 5 Aufzügen, Eßlinger, Frankfurt am Main 1804.
  • Adelheid von Werdingen. Ein Schauspiel der Vorzeit in vier Aufzügen, Wallishauser, Wien 1806.
  • Das Mädchen von Marienburg: Ein fürstliches Familiengemählde in 5 Aufzügen, Wallishauser, Wien 1808.

Literatur

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