Franz Victor Effinger

Schweizer Magistrat und Historiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Franz Victor Effinger (* 22. Mai 1734 in Wildegg; † 24. Dezember 1815 in Bern) war ein Schweizer Magistrat und Historiker.

Franz Victor Effinger, Bildnis von Friedrich August Oelenhainz (1792)

Leben

Franz Victor war der Sohn von Johann Bernhard Effinger (17011772) und der Maria Katharina von Diesbach († 1761).[1] Sein Bruder war Niklaus Albrecht Effinger. Verheiratet war er mit Henriette von Wattenwyl. Er wurde durch Hauslehrer und an der Akademie in Lausanne ausgebildet. Anschliessend unternahm er einen Grand Tour. Ab 1775 war er Mitglied des bernischen Grossen Rats, in den Jahren 1778 bis 1784 Schultheiss von Büren an der Aare, 1788 Mitglied des Kleinen Rats. Effinger gehörte 1811 zu den Mitbegründern der Schweizerischen Geschichtforschenden Gesellschaft. Er war Mitglied der Ökonomischen Gesellschaft in Bern und ihres Aarauer Zweigs. Effinger besass das Rebgut Wingreis am Bielersee.

Der Rat der Stadt Büren beschenkte Effinger 1784 aus Dankbarkeit mit einer Orgel-Spieluhr aus der Werkstatt von Pierre Jaquet-Droz.[2] Rät und Burger setzten am 3. Januar 1784 eine Kommission zur Evaluation des Geschenks ein:

Sub praesidio M[eines wohlgebornen Herrn] Venner Farschon 6. Um m[einem hochwohlgebornen Herrn Junker] Schultheiß Effinger für die vielfaltigen Proben seines bissher der Statt Büren werkthätig bezeigten Wohlwollens, das sich besonders bey Erhaltung deß neuen Zoll Tarifs Geäüsseret, die dankbahren Empfindungen […] m[einer wohlgebornen Herrn] Räht und Burger eingenommen sind, einicher maßen an Tag zu legen; solle einer hierzu nieder zu sezenden Commission von 6 Ehren Gliederen der Session undter Auflegung der Verschwiegenheidt bey dem Eyd überlaßen seyn, M[einem hochwohlgebornen Herrn Junker] Schultheiß Ein gutfindendes, anständiges, und der Statt Ehre bringendes Geschenk auf Umkosten der Statt anzubiethen und zu ertheillen; Und zwar also, daß diese Commission über den Wehrt und Beschaffenheit deßelben alleine zu erkennen, Gewalt haben, hierbey aber also verfahren solle, dass selbigs nicht ruchtbahr werde, sonderen so weidt möglich verschwiegen bleibe.[3]

Quellen

Schriften

  • Versuch über Ideal-Münzen des Freystaates Bern, Bern 1792.
  • Vertheidigung der Stadt Bern gegen Bernhard Friedrich Kuhn, Mitglied des grossen Raths der helvetischen Republik, Bern 1801. Digitalisat
  • Vertheidigung der Rechte der Stadt und Republik Bern. Von einem achtzigjährigen Greise, der Ao. 1798 für sein Vaterland geblutet hat, Bern 1814.

Literatur

  • Charles Perregaux und François-Louis Perrot: Les Jaquet-Droz et Leschot, Neuchâtel, 1916.
  • Franz Viktor v. Effinger. 1734–1815. In: Sammlung Bernischer Biographien, Bd. II., S. 583–585.
  • Charlotte König-von Dach: Eine bernische Campagne – der Rosenberg. Bern 1984, S. 66–68.
  • Hans Lehmann: Die Burg Wildegg und ihre Bewohner. Aarau 1922, S. 208–210.
  • Bruno Meier: Gott regier mein Leben. Die Effinger von Wildegg. Baden 2000.
  • Felix Müller: Aussterben oder verarmen? Die Effinger von Wildegg. Baden 2000.
  • Felix Müller: Effinger, Franz Victor (von Wildegg). In: Historisches Lexikon der Schweiz.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI