Françoise Collin

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Françoise Collin (* 8. April 1928 in Braine-le-Comte; † 1. September 2012 in Saint-Sauveur) war eine belgische Schriftstellerin und Philosophin sowie eine prägende Figur des frankofonen Feminismus.[1] Seit 1982 lebte sie in Frankreich und wurde in der französischsprachigen Öffentlichkeit insbesondere durch ihre Verbindung von philosophischer Arbeit und feministischer Praxis wahrgenommen.[1]

Françoise Collin

Leben

Françoise Collin wurde am 8. April 1928 in Belgien geboren.[2] Sie studierte, lehrte und publizierte zunächst in ihrem Geburtsland, bevor sie sich 1982 in Paris niederließ.[2] Am 1. September 2012 starb sie 84-jährig in Saint-Sauveur in Belgien.[2]

Wirken

Collin trat zunächst literarisch hervor und veröffentlichte Gedichte und später zwei Romane.[2] Zu ihren frühen Prosawerken zählen Le Jour fabuleux (1960) und Rose qui peut (1963).[2] Ihre philosophische und literaturtheoretische Arbeit verband sie programmatisch in der Studie Maurice Blanchot et la question de l'écriture (1971), die aus ihrer Beschäftigung mit Maurice Blanchot hervorging.[1] Sie setzte sich zugleich mit dem Denken Emmanuel Levinas’ auseinander, das sie engagiert und kritisch las.[1] Als eine wichtige Vermittlerin von Hannah Arendts Werk in Frankreich beteiligte sie sich an Debatten, Editionen und der Wiedererschließung von Arendts Rahel Varnhagen.[1] In Hannah Arendt. L'homme est-il devenu superflu? (1999) arbeitete sie zentrale Motive wie Natalität, Singularität und Pluralität heraus.[1] Im Jahr 1973 gründete sie gemeinsam mit Jacqueline Aubenas Les Cahiers du GRIF, die zunächst bis 1978 in Brüssel erscheinende erste französischsprachige feministische Zeitschrift.[1] Nach der Etablierung der Université des femmes (1979–1982) führte Collin die Publikation der Cahiers du GRIF später erneut weiter und prägte damit die frankofone feministische Debatte über Jahrzehnte.[1] Sie war an weiteren kollektiven Projekten beteiligt, darunter der Anthologie Les Femmes de Platon à Derrida (2000) und dem Sammelband Repenser le politique. L'apport du féminisme (2005).[1] 2010 wirkte sie an der Gründung der Revue des femmes-philosophes de l'Unesco mit und kehrte zugleich literarisch mit On dirait une ville (2008) zu einer stärker erzählerischen Schreibform zurück.[1]

Einzelnachweise

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