Frederick Heymann
deutschamerikanischer Historiker und Journalist
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Frederick Heymann (geboren als Hermann Joseph Felix Friedrich Gotthold Heymann[1][2] 24. Dezember 1900 in Berlin; gestorben 24. November 1983 in Calgary) war ein deutschamerikanischer Journalist und Historiker.
Leben



Er war der Sohn des promovierten praktischen Arztes Rafael Felix Heymann und dessen Ehefrau Elsa geb. Heymann. Friedrich Heymann besuchte das Mommsen-Gymnasium in Berlin. Er studierte Volkswirtschaft, Geschichte und Soziologie in Berlin, Göttingen und Heidelberg und wurde 1924 in Frankfurt am Main mit der Dissertation Die Polarität in der verstehenden Soziologie Max Webers bei Franz Oppenheimer und Gottfried Salomon zum Dr. rer.pol. promoviert.
Heymann wurde 1926 Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Zeitung. Im Jahr 1931 ging er als ihr Auslandskorrespondent nach Prag und erlernte die tschechische Sprache. Er arbeitete auch für die deutschsprachige Zeitung Bohemia und bis zum Anschluss Österreichs 1938 als Korrespondent für den Österreichischen Volkswirt. Bei der Zerschlagung der Tschechoslowakei 1939 floh Heymann nach England, wo er 1940 als Enemy Alien interniert wurde, und schrieb ab 1941 für die Emigrantenzeitung Die Zeitung in London. Heymann wurde 1943 Staff Officer of German Policy Desk beim United States Office of War Information in London.
Heymann ging nach Kriegsende nach München, wo er im Auftrag des OMGUS die Zeitschrift Heute betreute. Er zog 1946 in die USA und wurde 1947 Geschichtslehrer an der Fieldston School in New York. Daneben war er von 1952 bis 1956 Lecturer an der New School for Social Research. Heymann forschte ab 1956 auch am Institute for Advanced Study, Princeton, NJ, und wurde dort 1966 Member.
Heymann ging 1959 als Associate Professor an die University of Calgary in Kanada und wurde dort 1961 zum Professor of History berufen, von 1973 bis 1983 lehrte er im Status eines Professor Emeritus. Er lehrte Geschichte der Renaissance und Reformation, deutsche, osteuropäische und allgemeine mittelalterliche Geschichte. In seiner historischen Forschung konzentrierte er sich auf die Geschichte der Reformation und die Hussiten in Böhmen.
Schriften (Auswahl)
- Der Young Plan. Der Schlussbericht der Pariser Sachverständigen-Konferenz im Wortlaut. Frankfurt: Frankfurter Societäts-Druckerei, 1929
- Gold aus Glas : Gablonz ; der Lebenskampf einer sudetendeutschen Industrie. Prag: Verl. d. Rota AG, 1938
- John Žižka and the Hussite Revolution. Princeton, NJ: Princeton University Press, 1955
- Mitherausgeber: The Czechoslovak Contribution to World Culture. Mouton: Czechoslovak Society of Arts and Sciences in America, 1964
- George of Bohemia. King of Heretics. Princeton, NJ: Princeton University Press, 1965
- Poland and Czechoslovakia. Englewood Cliffs, NJ: Prentice-Hall, 1966
- F. G. Heymann: International Relations in Mid-fifteenth Century Europe and Their Significance for the Peace Plan of King George, in: Václav Vaněček (Hrsg.): Cultus pacis. Études et documents du Symposium Pragense Cultus pacis 1464–1964. Prag: Academia, 1966
Literatur
- Heymann, Friedrich, in: Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933. Band 1: Politik, Wirtschaft, Öffentliches Leben. München: Saur, 1980, S. 293f.
- Heymann, Frederick, in: Werner Röder; Herbert A. Strauss (Hrsg.): International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945. Band 2,1. München: Saur, 1983, S. 506f.
- Ferdinand Seibt: Friedrich G. Heymann 1900-1983, in: Zeitschrift für Ostforschung, 33 (1984): S. 68f.
- Frederick G. Heymann, in: Catherine Epstein: A past renewed : a catalog of German-speaking refugee historians in the United States after 1933. Washington, DC: German Historical Inst., 1993, S. 116–119 PDF
Weblinks
- Literatur von und über Heymann, Friedrich im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Literatur von und über Heymann, Frederick G. im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Heymann, Frederick Gotthold. Publikationen in der bibliografischen Datenbank der Regesta Imperii.