Fremder Ehrenpreis
Art der Gattung Ehrenpreis
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Der Fremde Ehrenpreis (Veronica peregrina), auch Wander-Ehrenpreis genannt[1], ist eine Pflanzenart aus der Gattung Ehrenpreis (Verinica) in der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). er ist ein in Mitteleuropa gebietsweise eingebürgerter Neophyt.

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Fremder Ehrenpreis (Veronica peregrina) | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Veronica peregrina | ||||||||||||
| L. |
Beschreibung
Der Fremde Ehrenpreis wächst als einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen zwischen 5 und 30 cm. Der aufrechte und in der Regel im unteren Teil ästig verzweigte Stängel ist kahl (Veronica peregrina subsp. peregrina) bis zerstreut drüsig-flaumig behaart (Veronica peregrina subsp. xalapensis).
Die kahlen, etwas bläulich-grünen Laubblätter sind länglich-elliptisch oder verkehrt-eilänglich geformt. Sie sind ganzrandig oder gekerbt-gesägt und drei- bis fünfmal so lang wie breit. Die oberen Laubblätter sind meist schmaler und fast spatelig geformt.
Der Fremde Ehrenpreis blüht vorwiegend in den Monaten April bis Juni. Die Blüten stehen in endständigen, mäßig verlängerten, traubigen Blütenständen zusammen. Die Deckblätter sind mehrmals länger als die Blüten. Die zwittrigen Blüten besitzen einen Durchmesser von 3 bis 5 mm. Die Krone ist bläulich oder weiß und besitzt meist keine Streifen.
Die Kapselfrucht ist rundlich bis herzförmig, etwas gedunsen und gänzlich kahl. Sie wird vom Kelch überragt.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 52.[2]
Vorkommen
Der Fremde Ehrenpreis stammt aus den gebirgigen Gegenden Nord-, Mittel- und Südamerikas[3] und besitzt eine subozeanische Ausbreitungstendenz. Inzwischen findet man den Fremden Ehrenpreis auch in Europa, Nordafrika, Australien und Ostasien.[3]
In Deutschland, Österreich und der Schweiz kommt Veronica peregrina zerstreut bis selten vor. Gebietsweise, so in Südwestdeutschland hat er sich bereits eingebürgert und ist recht häufig zu finden. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+w (feucht aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).[1]
Der Fremde Ehrenpreis wächst in Kleinseggengesellschaften, an Ufern, Gräben, auf Äckern und an Wegrändern. Er bevorzugt meist feuchte, schwere Lehm- oder Tonböden. Er kommt in Mitteleuropa vor in Gesellschaften der Verbände Bidention tripartitae, Agropyro-Rumicion, Nanocyperion und in denen der Ordnung Convolvuletalia sepium.[2]
Taxonomie und Systematik
Der Fremde Ehrenpreis wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 1 Seite 14 als Veronica peregrina erstbeschrieben.
Man kann folgende Unterarten unterscheiden[4]:
- Veronica peregrina L. subsp. peregrina
- Veronica peregrina subsp. xalapensis (Kunth) Pennell: Sie kommt in Slowenien vor.[4]
Literatur
- Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
- Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Hrsg.: Manfred A. Fischer. Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
- August Binz, Christian Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz, Schwabe & Co. AG, Basel, 1986, ISBN 3-7965-0832-4
- Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990, ISBN 3-8001-3454-3
- Christian August Friedrich Garcke: Illustrierte Flora, 1972, Verlag Paul Parey, ISBN 3-489-68034-0