Friedrich Jessen

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Friedrich Jessen (* 17. Mai 1865 in Westerhever; † 2. April 1935 in Hamburg) war ein deutscher Arzt.

Leben und Wirken

Jessen studierte an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Während seines Studiums wurde er 1884[1] Mitglied der Tübinger Burschenschaft Derendingia.[2] Er wurde zum Dr. med. promoviert.

In den beiden ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts leitete er in Davos das sogenannte Waldsanatorium, das von Thomas Mann als ein Ort für den Roman Der Zauberberg genutzt wurde, der 1924 erschien. Thomas Mann und seine Frau Katia Mann waren im Jahr 1912 von Jessen behandelt worden.[3]

Professor Jessen auf Postkarte, aus dem Jahr 1916

Geheimrat Professor Dr. Friedrich Jessen, wie sein voller Titel lautete, gilt weithin als das Vorbild für Klinikleiter Hofrat Behrens aus dem Zauberberg, der dem Protagonisten des Romans zur mehrmaligen Verlängerung des Aufenthaltes in Davos rät.[4] Jessen soll auch Thomas Mann die Verlängerung seines Aufenthaltes wegen eines Katarrhs geraten haben.[5] Aus anderen Quellen der Zeit geht hervor, dass Jessen in der Tat immer wieder zu weiteren Behandlungen riet; so berichtet ein Brief eines süddeutschen Unternehmers „Heute habe ich mit Prof J. gesprochen, er meint, wenn ich geschäftlich nichts versäume, sollte ich nächsten Winter im Hochgebirge bleiben [...]. Er erklärte mir noch, wenn ich länger an einem Stück bleibe, sei ich später gegen Rückfälle gesichert.“[6]

Jessen und andere Ärzte sollen sehr kritisch auf den Zauberberg reagiert haben.[7] In einem Brief aus dem Jahr 1925 betonte Mann jedoch, die Ähnlichkeiten zwischen Behrens und „einem weit über Davos bekannten Lungenspezialisten“ seien allenfalls „ausserordentlich oberflächlich“.[8] Gleichzeitig gibt es zahlreiche Parallelen, jenseits der äußerlichen Ähnlichkeiten. Jessen betätigte sich beispielsweise künstlerisch, mit Bronze und Gips, während die Romanfigur Behrens mit Öl malte.[9]

Jessen war Vizepräsident der Naturforschenden Gesellschaft Davos.[10]

Ab 1927 war Jessen in Hamburg als Arzt tätig.[11]

Jessen war mit der Australierin Gussie Shadler verheiratet. Einer ihrer Söhne war Sydney Jessen.[12]

Ehrungen

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Soziale Krankenpflege in Krankenhäusern. Jena 1904.
  • Lungenschwindsucht und Nervensystem. Jena 1905.
  • Die operative Behandlung der Lungentuberkulose. 3. Auflage, Leipzig 1921.
  • Die Prognose der Lungentuberkulose. Leipzig 1925.

Literatur

Belege

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