Fritz Knop

deutscher Polizeibeamter und SS-Untersturmführer From Wikipedia, the free encyclopedia

Fritz Franz Hermann Knop (* 18. Februar 1897 in Neuklenz/Pommern; † 24. Mai 1982 in Berlin) war ein deutscher SS-Untersturmführer, Polizeibeamter und Angehöriger der Dienststelle des Kommandeurs der Sicherheitspolizei und des SD (KdS) in Shitomir. Im Jahr 1960 wurde er wegen NS-Gewaltverbrechen angeklagt und verurteilt.

Leben

Fritz Knop war der Sohn eines Landwirts. Nach dem Besuch der Dorfschule arbeitete er in der elterlichen Landwirtschaft. 1916 wurde er als Kriegsfreiwilliger Soldat. Von August 1918 bis Oktober 1919 befand er sich in britischer Gefangenschaft. Nachdem er zunächst zu seinen Eltern zurückgekehrt war, trat er im Januar 1921 bei der Schutzpolizei in Stettin ein. Ab Sommer 1928 tat er bis zum 1. August 1929 bei der Polizeireitschule in Potsdam Dienst.

Zum 1. Oktober 1931 wurde er zur Kriminalpolizei nach Berlin einberufen. Bis 1938 war er im Wohnungseinbruchsdezernat tätig. Dann wurde er Leiter des Kriminalbüros des Polizeireviers 171 in Berlin-Schöneberg. Im Jahr 1938 wurde er Mitglied der SS (SS-Nummer 385.164).[1] Am 2. Februar 1940 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde zum 1. April desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 8.014.533).[2][3]

Im Jahr 1942 wurde Knop zum Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD in Shitomir abkommandiert. Am 24. Dezember 1942 gab Knop einen Befehl zur Ermordung 68 oder 70 schwerstbehinderter sowjetischer Kriegsgefangener in Berditschew weiter.[4] Die Unterlagen sind später in dem Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher von dem sowjetischen Anklagevertreter verwendet und in den amtlichen Prozessprotokollen abgedruckt worden.

Im Jahr 1944 wurde er zu einem Einsatzkommando der Sicherheitspolizei in Kowel versetzt.[4] Von Oktober 1944 bis zur Kapitulation der Wehrmacht war er wieder im Polizeidienst tätig.

Nach Kriegsende wurde er von Polen angehalten und den Russen übergeben. Er legte sich den falschen Namen Fritz Blank zu. Im August 1945 wurde er aus dem Gefangenenlager in Frankfurt an der Oder entlassen. Er begab sich darauf nach Neustrelitz, wo er als Holz- und Bauarbeiter unter dem Namen Blank lebte. Im August 1949 floh Knop nach Westberlin, wo er sich unter seinem richtigen Namen Knop der britischen Militärbehörde stellte. Nach seiner Anerkennung als politischer Flüchtling erhielt er ab Februar 1950 Arbeitsstellen im Gartenbauamt, in einer Privatgärtnerei und später bei einer Enttrümmerungsfirma.

Am 1. Dezember 1953 trat er wieder in den Polizeidienst ein. Zuletzt arbeitete er als Leiter des Kriminalbüros des Polizeireviers 109 in Berlin-Kreuzberg. Am 20. Januar 1956 wurde er vom Dienst suspendiert. Am 9. März 1960 wurde er vom Landgericht Berlin wegen Beihilfe zum Mord zu 7 Jahren Zuchthaus verurteilt.[4] Der Bundesgerichtshof bestätigte das Urteil am 18. Juli 1961. Im Jahr 1962 wurde er aus der Haft vorzeitig entlassen.

Literatur

Einzelnachweise

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