Fritz Neumann-Hegenberg

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Fritz Neumann-Hegenberg (* 14. Februar 1884 in Strehlen, Provinz Schlesien; † 1. August 1924 in Görlitz) war ein Wegbereiter der expressionistischen Malerei in Görlitz.[1] Er schuf eine Vielzahl von Gemälden, Zeichnungen und Pastellen.

Fritz Neumann-Hegenberg (undatiert)
Grabmal Neumann-Hegenberg in Görlitz

Leben und Wirken

Neumann-Hegenberg war der Sohn eines Postsekretärs. Die Familie zog 1888 nach Groß Wartenberg, wo er durch seinen Großvater mütterlicherseits, einem Lehrer, stark geprägt wurde. 1894 folgte der Umzug nach Breslau. Neumann-Hegenberg besuchte hier das Gymnasium, schloss dieses krankheitsbedingt aber nicht ab. Er absolvierte anschließend die Kunst- und Gewerbeschule Breslau und war dann als freier Künstler in Breslau tätig. Es folgte ein kurzer Aufenthalt in Italien 1908 und eine Fortsetzung der Studien ab 1909 an der Kunstschule Weimar. 1910 verbrachte der Künstler erneut Zeit in Italien, bevor er in Berlin weiterstudierte. 1912/13 war er Zeichenlehrer an der Kunstgewerbeschule Stettin, ab 1914 war er an der Gewerbeschule in Görlitz tätig. 1919 fand seine erste Ausstellung statt.[2]

Hegenberg beschäftigte sich nebenher mit Mystik und Theosophie sowie expressionistischer Malerei. In den 1920er Jahren prägte er das Görlitzer Kunstleben durch Ausstellungen und Vorträge. Durch Jakob Böhmes Gedanken stark beeinflusst, wurde er Gründungsmitglied des Jakob-Böhme-Bundes. Dieser Bund existierte als Sondergruppe im Kunstverein Lausitz von 1920 bis 1924.

1937 wurde im Rahmen der deutschlandweiten konzertierten Aktion „Entartete Kunst“ aus den Städtischen Kunstsammlungen Görlitz sein Tafelbild Kreuzigung beschlagnahmt und vernichtet.[3]

Neumann-Hegenberg war seit 1917 mit der Konzertsängerin Hildegard Freiin von Lyncker (1885–1975)[4] verheiratet, mit der er in der Prager Straße 75 b wohnte.[5]

Nach einer dritten Italienreise 1924[2] starb der Künstler an Tuberkulose. Sein Grabmal aus Rochlitzer Porphyrtuff, gefertigt von Paul Polte, befindet sich auf dem städtischen Friedhof in Görlitz. Es stellt eine expressionistisch stilisierte Blüte dar und trägt die Inschrift: „Ich sage, weil der Tod allein mich machet frei, dass er das beste Ding von allen Dingen sei.“ (Zitat von Angelus Silesius)

Das Kulturhistorische Museum Görlitz besitzt heute einige seiner Gemälde und stellt diese im Kaisertrutz aus. 2021 wurde in der Fernsehsendung Bares für Rares der Verbleib einer Vielzahl seiner Bilder bekannt.[6]

Commons: Fritz Neumann-Hegenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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