Fritz Rittner
deutscher Zivilrechtswissenschaftler
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Fritz Wilhelm Rittner (* 10. März 1921 in Rostock; † 20. Dezember 2010 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Rechtswissenschaftler.
Leben

Fritz Rittner wurde als Sohn des Kaufmanns Friedrich Wilhelm Rittner und dessen Frau Helene Carla, geb. Arrighi, in Rostock geboren, wo sein Vater ein Warenagenturgeschäft betrieb.[1] Nach dem Abitur an der Großen Stadtschule in Rostock im Februar 1939 entschloss sich Rittner, Rechts- und Staatswissenschaften zu studieren. Zum 1. April 1939 wurde Rittner jedoch zum Reichsarbeitsdienst eingezogen. Im Juli 1939 wurde seine Abteilung mit einem Frachtschiff über Pillau, Königsberg und Memel in die Elchniederung am Kurischen Haff transportiert, erhielt eine infanteristische Ausbildung und nahm am Überfall auf Polen teil. Anschließend studierte Rittner seit Januar 1940 Rechts- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Rostock bei Rudolf Henle, Ulrich von Lübtow und Edgar Tatarin-Tarnheyden, wurde zum 29. Januar 1941 jedoch abermals zum Kriegsdienst eingezogen und nahm am Russlandfeldzug teil.[2]
Anfang April 1949 kehrte Rittner aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurück und setzte sein Studium an der Universität Bonn fort. Dort wurde er auch Mitglied der Akademisch-Musischen Verbindung Makaria.[3] 1951 legte er das erste Staatsexamen, 1956 das zweite Staatsexamen ab. Noch im gleichen Jahr (1956) wurde er mit einer Arbeit über Ausschließlichkeitsbindungen bei Walter Schmidt-Rimpler promoviert.
Seine Habilitation („Die werdende juristische Person“) fertigte er ebenfalls bei Schmidt-Rimpler im Jahre 1959 an. Zunächst als außerplanmäßiger Professor, dann als Ordinarius war Rittner an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg tätig. Seine Schrift über Unternehmen und freier Beruf als Rechtsbegriffe (1962), gleichzeitig die Antrittsvorlesung, wurde mit dem Ludwig-Sievers-Preis ausgezeichnet.[4] Schließlich wurde er Direktor des Instituts für Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialversicherungsrecht.
Rittner veröffentlichte Lehrbücher in mehreren Auflagen zum Handels- und Wirtschaftsrecht. Zu seinen Schülern zählten u. a. Meinrad Dreher, Peter Hommelhoff, Michael Kulka und Christian Schmidt-Leithoff.
1989 wurde Rittner emeritiert. Er war seit 1991 Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes.[5]
Werke (Auswahl)
- Die Ausschließlichkeitsbindungen in dogmatischer und rechtspolitischer Betrachtung. Verlag Handelsblatt, Düsseldorf 1957 (Zugl.: Bonn, Univ., Diss., 1956).
- Unternehmen und freier Beruf. Tübingen, 1962.
- Die handelsrechtliche Publizität. München, 1964.
- Die werdende juristische Person. Mohr, Tübingen 1973, ISBN 3-16-634832-8 (Zugl.: Bonn, Univ., Habil.-Schr., 1959).
- Wirtschaftsrecht (Lehrbuch). 2. Auflage. Heidelberg 1987, ISBN 3-8114-0479-2.
- Wettbewerbs- und Kartellrecht. 6. Auflage. Heidelberg 1999, ISBN 3-8114-2089-5.
- Rechtsgrundlagen und Rechtsgrundsätze des öffentlichen Auftragswesens. Tangstedt / Hamburg 1988.
- Unternehmerfreiheit und Unternehmensrecht zwischen Kapitalismus, Sozialismus und Laborismus. München 1998, ISBN 3-406-43222-0.
- Meine Universitäten und das Wirtschaftsrecht 1939–2002. Vorträge und andere Arbeiten aus drei Jahrzehnten, 2003; FreiDok. Universitätsbibliothek Freiburg
Weblinks
- Literatur von und über Fritz Rittner im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Fritz Rittner: Meine Universitäten und das Wirtschaftsrecht 1939–2002, Vorträge und andere Arbeiten aus drei Jahrzehnten. Heidelberg 2003; freidok.uni-freiburg.de (PDF; 15 MB).