Fræna
Kommune in Møre og Romsdal in Norwegen
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Fræna war eine Kommune in der norwegischen Provinz (Fylke) Møre og Romsdal. Verwaltungssitz der Kommune war Elnesvågen. Im Zuge der Kommunalreform in Norwegen wurden Fræna und Eide zum 1. Januar 2020 zu Hustadvika zusammengelegt.

Geografie
Die Kommune Fræna lag an der Hustadvika, einem Abschnitt der norwegischen Westküste in der Region Romsdal. Sie umfasste zudem das Gebiet um den Frænfjord, der sich von Westen in das Land einschneidet. An seinem Nordufer lag Elnesvågen, das Verwaltungszentrum der Kommune. Mit dem Malmefjord hat der Frænfjord einen südöstlichen Seitenarm. Zur Kommune gehörten neben dem Areal auf dem Festland auch zahlreiche kleinere Inseln. Die Stadt Molde lag etwas südlich des Gemeindegebiets. Fræna grenzte im Osten an die Kommune Eide, im Südosten an Gjemnes, im Süden an Molde und im Südwesten an Aukra.[1][2]
Der Norden der Kommune wurde von Moorgebieten dominiert, die an der Hudstadvika-Küste östlich der Ortschaft Bud liegen. Die Küstenebene ist in diesem Abschnitt im Vergleich zu vielen anderen Küstenabschnitten im Fylke Møre og Romsdal breit. Der Süden und Osten der Kommune war hingegen von Bergen geprägt, die Höhen von über 900 moh. erreichten.[1] Die höchste Erhebung der Kommune war der Kvannfjellet auf der Grenze zu Eide mit einer Höhe von 981 moh.[2] Die Trollkyrkja, eine Kalksteinhöhle mit Wasserfällen, befindet sich östlich von Elnesvågen.[1]
- Blick auf Elnesvågen und den Frænfjord
- Blick auf Bud
Einwohner
Die meisten Einwohner wohnten entlang der Küste, vor allem am Frænfjord. An diesem Fjord lagen mit Elnesvågen, Tornes, Sylte und Malme vier der größten Ortschaften von Fræna. Aber auch die Westküste am Harøyfjord und die Nordwestküste an der Hustadvika waren im Vergleich zum Rest der Kommune dicht besiedelt. Die Zahl der Einwohner stieg bis zum Schluss fast ohne Unterbrechung kontinuierlich an.[2]
Die Einwohner Frænas wurden Fræning genannt.[3]
Geschichte
Die Kommune Fræna entstand, als im Jahr 1837 durch die Formannskapslovene die kommunale Selbstverwaltung in Norwegen eingeführt wurde. Ursprünglich hieß sie Vaagøe. Im Jahr 1862 erhielt sie ihren heutigen Namen.[2] Zum 1. Januar 1964 wurden die Kommunen Bud und Hustad eingemeindet. Hustad selbst war bis Juni 1918 noch Teil von Bud. Bud brachte im Rahmen der Eingliederung in Fræna 1610 Einwohner und Hustad 2196 Einwohner mit. Fræna hatte vor den Eingemeindungen 3430 Einwohner.[4]
Im Westen der Kommune lag auf den Bjønsundøyane, einer Inselgruppe in der Hustadvika, das Fischerdorf Bjørnsund. Es hatte im Jahr 1949 noch rund 600 Einwohner. Im Jahr 1971 wurde das Dorf mit staatlicher Unterstützung aufgelöst und die verbleibenden Einwohner zogen um.[2]
Zum 1. Januar 2020 ging Fræna gemeinsam mit Eide in der neu gebildeten Kommune Hustadvika auf. Die Fusion der beiden Kommunen war Teil der landesweiten Kommunalreform.[5][6] Fræna hatte zuletzt 9800 Einwohner auf einer Fläche von 370 km².[7] Die Nummer der Kommune war 1548.[2]
Kirchen

In der Kommune befanden sich mehrere Kirchen. Die Hustad kyrkje ist eine Holzkirche aus dem Jahr 1874.[8] In Bud befindet sich die Bud kyrkje, eine Holzkirche aus dem Jahr 1717 mit kreuzförmigen Grundriss.[9] Etwas östlich von Elnesvågen steht die Myrbostad kyrkje. Dabei handelt es sich um eine Holzkirche aus dem Jahr 1880 mit rund 400 Sitzplätzen.[10]
Wirtschaft und Verkehr
Die Fischerei spielte eine größere Rolle für die lokale Wirtschaft. Auch die Industrie war für Fræna von größerer Bedeutung. So gab es unter anderem es in Elnesvågen eine Fabrik für Kalziumprodukte zur Papierherstellung und Norwegens größte Fabrik für Jarlsbergkäse. Im Jahr 2019 pendelten fast die Hälfte der in Fræna lebenden Arbeitnehmer in eine andere Kommune, vor allem nach Molde.[2]
Eine der wichtigsten Straßenverbindungen war der Fylkesvei 64, der zur Stadt Molde und der dort verlaufenden Europastraße 39 (E39) führt.[1]
Name und Wappen

Das ab 1995 offizielle Wappen der Kommune wurde bereits ab 1989 genutzt. Es bestand aus acht blauen Wellen auf goldenem Hintergrund. Es soll das Meer symbolisieren.[2]
Der Name der Kommune geht auf den Namen des Frænfjords zurück. Dieser wurde im Jahr 1448 als Frenia fjordh erwähnt. Die Bedeutung ist unsicher. Eine Theorie sieht einen Zusammenhang mit dem Verb frenja (deutsch „zischen“ oder „heulen“) und einen Bezug zum Sturmgeräusch an der Küste. Neuere Forschung geht davon aus, dass der ursprüngliche Fjordname stattdessen *Fræni war und auf das altnordische Adjektiv frænn (deutsch „kräftig“ oder „glänzend“) zurückzuführen ist und der Fjordname „der glänzende Fjord“ bedeutet.[11]
Personen aus Fræna
- Nilmar Janbu (1921–2013), Professor für Geotechnik in Trondheim
- Rolf Groven (* 1943), Maler
- Edvard Hoem (* 1949), Schriftsteller
- Trond Strande (* 1970), Fußballspieler
- Jim Svenøy (* 1972), Hindernisläufer
- Jøran Kallmyr (* 1978), Politiker
- Ola Kvernberg (* 1981), Jazzmusiker
Weblinks
- Fræna im Store norske leksikon (norwegisch)