Fucoidan

organische Verbindung, Naturstoff, Polysaccharid From Wikipedia, the free encyclopedia

Fucoidan ist eine natürliche Verbindung, die in verschiedenen Arten von Braunalgen (Phaeophyceae) und bei einigen Meerestieren wie Meeresschnecken, Seegurken und Seeigeln vorkommt und aufgrund angeblicher, aber unbelegter, Antikrebseigenschaften Beachtung gefunden hat. Fucoidan ist ein sulfatiertes Polysaccharid, welches den Zucker Fucose enthält. Als Schleimstoff ist es Teil der Zellwand von Algen.[1] Algen sind eine außergewöhnlich vielfältige Organismengruppe. In Bezug auf Biomasse sind Braunalgen in vielen Küstenregionen die dominierenden Organismen; sie haben sich unabhängig voneinander entwickelt und weisen viele neue Merkmale auf.[2] Rot- und Grünalgen enthalten dagegen kein Fucoidan in ihren Zellwänden.[3]

In Ostasien werden Braunalgen seit Jahrhunderten in der lokalen Küche und Volksmedizin verwendet.[4] Epidemiologische Studien haben berichtet, dass die Inzidenz chronischer Krankheiten wie Herzerkrankungen, Diabetes und Krebs in China und Japan geringer ist als in westlichen Ländern, was möglicherweise auf unterschiedliche Lebens- und Ernährungsgewohnheiten zurückzuführen ist.[5] Dies hat zu einem erneuten Interesse an den Eigenschaften und den Inhaltsstoffen von Braunalgen geführt. In den letzten 50 Jahren wurden mehr als 3000 aus Algen gewonnene Inhaltsstoffe entdeckt.[6] Reine Laborstudien legen nahe, dass Fucoidan neuroprotektive und immunmodulierende Wirkungen haben könnte.[7][8] Es wurden noch keine Studien am Menschen durchgeführt, um festzustellen, ob dort Antikrebseffekte auftreten. Eine einzelne Studie am Menschen legt nahe, dass Fucoidan möglicherweise dazu beiträgt, längere Chemotherapiezyklen zu ermöglichen.[9][10] Obwohl seit 1973 daran geforscht wird, lagen mit Stand 2019 noch keine Studien vor, die die Sicherheit und Wirksamkeit bestätigen würden und es ist dementsprechend in keinem westlichen Land zur menschlichen Anwendung zugelassen.

Einzelnachweise

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