Gabriele Leupold

deutsche Übersetzerin und Hochschullehrerin (* 1954) From Wikipedia, the free encyclopedia

Gabriele Leupold (* 11. März 1954 in Niederlahnstein) ist eine deutsche Übersetzerin.

Leben

Die Eltern von Gabriele Leupold waren Heimatvertriebene: Der Vater stammte aus Oberschlesien, die Mutter aus Ostpreußen. Die Eltern konnten nach dem Zweiten Weltkrieg in Rheinland-Pfalz eine neue Heimat finden, wo der Vater – ein promovierter Mathematiker – als Fachlehrer an einem Gymnasium tätig war. Das Interesse der Tochter an der russischen Sprache begann nach der Lektüre von Dostojewski. Im Alter von sechzehn Jahren belegte Gabriele Leupold einen Anfängerkurs Russisch an der Mainzer Volkshochschule.[1] Nach dem Abitur studierte sie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, der Georg-August-Universität Göttingen sowie an der Universität Konstanz die Fächer Slawistik (u. a. bei Renate Lachmann) und Germanistik. 1981/82 folgte ein Graduiertenstipendium des DAAD für die Lomonossow-Universität Moskau. Anschließend war Leupold an der Universität Konstanz tätig. Ab 1985 hielt sie sich ein Jahr lang in Japan auf, wo sie an der Fukui-Universität Deutsch als Fremdsprache unterrichtete. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland war sie Mitarbeiterin einer Berliner Galerie.

Mitte der 1980er Jahre begann sie mit dem Übersetzen literarischer, philosophischer und künstlerischer Texte aus dem Russischen und Polnischen. Sie ist Mitglied im Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke. 2018/19 war sie Gastprofessorin für Poetik der Übersetzung an der Freien Universität Berlin.[2] Sie leitet Workshops und organisiert Veranstaltungen für Übersetzer und Studenten.[1]

Gabriele Leupold ist die Schwester der Schriftstellerin Dagmar Leupold.

Zitat

„Wir Übersetzer haben ja einen Schutzpatron, den heiligen Hieronymus, der einst die Bibel in das vom Volk gesprochene Latein übersetzt hat. Große Maler haben ihn als Einsiedler in der Wüste dargestellt.“

Gabriele Leupold: Interview von Thomas Urban. In: Süddeutsche Zeitung Nr. 79 vom 3. April 2020, S. 19.

Ehrungen

Übersetzungen

Herausgeberschaften

Film

Einzelnachweise

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