Galidesivir

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Galidesivir (synonym Immucillin-A, Entwicklungscode BCX4430) ist ein experimentelles Virostatikum aus der Gruppe der Adenosin-Analoga.[2][3] Anders ausgedrückt handelt es sich um synthetisches Nukleotid-Derivat, bei dem die Nukleobase an einen Iminozucker gebunden ist.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Allgemeines
Freiname Galidesivir
Andere Namen
  • (2S,3S,4R,5R)-2-(4-Amino-5H-pyrrolo[3,2-d]pyrimidin-7-yl)-5-hydroxymethylpyrrolidin-3,4-diol (IUPAC)
  • BCX4430
Summenformel C11H15N5O3
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 222631-44-9
PubChem 69211190
Wikidata Q18209997
Eigenschaften
Molare Masse 265,27 g·mol−1
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[1]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Entwicklung

Galidesivir wurde ursprünglich als Arzneistoff gegen das Hepatitis-C-Virus, später jedoch gegen Filoviren wie das Ebolavirus oder das Marburg-Virus,[4][5] von BioCryst Pharmaceuticals mit finanzieller Unterstützung des NIAID entwickelt. Weiterhin ist es wirksam gegen verschiedene RNA-Viren, z. B. Bunyaviren, Arenaviren, Paramyxoviren, Coronaviren und Flaviviren.[6] In Tierversuchen mit Primaten schützte BCX4430 vor einer Infektion mit dem Ebolavirus bei Gaben bis zu 48 Stunden nach Infektion.[2]

Im Zuge der Ebolafieber-Epidemie 2014 wurde für BCX4430 in den USA ein beschleunigtes Zulassungsverfahren eingeleitet.[7] Der Ausschuss für Humanarzneimittel der europäischen Arzneimittelagentur, der verschiedene Kandidaten zur Ebolabehandlung prüfte, hatte für BCX4430 aufgrund der unzureichenden Datenlage keine Beurteilung abgeben können.[8]

Eigenschaften

BCX4430 hemmt die RNA-Polymerase. Die wasserlösliche Substanz ist chiral und wird als reines Stereoisomer gewonnen.

Einzelnachweise

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