Gamsgraben

Ortschaft in der Stadtgemeinde Frohnleiten From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Gamsgraben ist eine Ortschaft auf dem Gebiet der gleichnamigen Katastralgemeinde in der Stadtgemeinde Frohnleiten im österreichischen Bundesland Steiermark. Der Gamsgraben zählt 25 Bewohner (Stand 1. Jänner 2026[1]) auf einer Fläche von 1.575,07 ha (Stand 31. Dezember 2023[2]).

Schnelle Fakten
Gamsgraben (Weiler)
Ortschaft
Katastralgemeinde Gamsgraben
Gamsgraben (Österreich)
Gamsgraben (Österreich)
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Graz-Umgebung (GU), Steiermark
Gerichtsbezirk Graz-West
Pol. Gemeinde Frohnleiten
Koordinaten 47° 17′ 9″ N, 15° 16′ 7″ Of1
Höhe 530 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 25 (1. Jän. 2026)
Fläche d. KG 15,75 km² (31. Dez. 2023)
Postleitzahl 8130 Frohnleiten
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 15013
Katastralgemeindenummer 63006
Zählsprengel/ -bezirk Rothleiten Umgebung (60663 X [009])
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; GIS-Stmk
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f0
25

BW

Geographie

Die Katastralgemeinde Gamsgraben wird im Westen vom Hauptkamm der Gleinalpe zwischen dem Almwirtsattel im Süden und der Hochalpe im Norden begrenzt, wobei die Grenze nicht ganz bis auf deren Gipfel (Wetterkogel, Herrenkogel) heranreicht, sondern im Hang darunter nach Südosten umschwingt. Dann folgt die Grenze dem Höhenrücken Berntalerkogel – Kreuzkogel – Lerchkogel, verläuft von dort süd- bzw. talwärts bis zur Ortschaft Gams und folgt dann dem Gamsbach aufwärts zum Almwirtsattel.[3] Nach dieser administrativen Einteilung bezeichnet „Gamsgraben“ also nicht etwa die im Graben Richtung Almwirtsattel liegenden Bereiche des oft insgesamt „Gams“ genannten Gebietes, sondern nur die Bereiche nördlich des Gamsbaches. Die Katastralgemeinde Gams umfasst folglich die Gebiete südlich des Gamsbaches – auch wenn diese Unterscheidung in der Vergangenheit und heute im alltäglichen Gebrauch anders getroffen wurde bzw. wird. Der Großteil des Gebiets besteht aus Almen und Wäldern, die zum Großteil der in Frohnleiten ansässigen Familie Mayr-Melnhof gehören.

Bevölkerung

Die Tabelle zeigt die Bevölkerungsveränderung der Ortschaft Gamsgraben.[4][5]

Weitere Informationen Ortschaft, 15.05.2001 ...
Ortschaft15.05.200131.10.201101.01.2015
Gamsgraben303235
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Geschichte

Vermutlich erhielt das Stift Göß bei seiner Gründung im Jahr 1004 das Gebiet als Dotation. Der sogenannte Diebsweg von Göss durch den Gößgraben, über den Almwirtsattel und schließlich durch den Gamsgraben und die Gams war in der Vergangenheit ein bedeutender Verkehrsweg zwischen der Obersteiermark und Graz.[6][7] Der früheste urkundliche Nennung der Gams erfolgte im Jahr 1230 als Gemze, weitere historische Nennungen sind u. a. 1302 Gempcze, 1366 die Gembs, 1409 Gaemcz und 1449 Gems. Dem Namen liegt offenbar nicht die im Dialekt als Gams bezeichnete Gämse (mhd. gemeze[8]) zugrunde, sondern das slawische Wort kamenica, das „steinig“ bzw. als Toponym „Steingraben“, „Steinbach“ o. ä. bedeutet.[9] In einer Urkunde aus dem Jahr 1265 ist das eventuell auf den Gamsgraben bezogene Toponym Vergeunz überliefert.[10]

Nach der Auflösung des Stifts Göss durch Joseph II. 1782 fielen dessen weitläufige Besitzungen an den Staat, danach wurden sie von der Vordernberger Radmeisterkommunität (ein Verband von Hochofenbesitzern aus Vordernberg) ersteigert. 1888 kaufte Franz Mayr von Melnhof diese Besitzungen und damit auch weite Teile des Gamsgrabens.[10]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Das im Besitz der Familie Mayr-Melnhof befindliche Hammerherrenhaus in der Ortschaft Gams liegt nördlich des Gamsbachs und damit gemäß der oben dargestellten Grenzziehung in der KG Gamsgraben. Aufgrund der Siedlungstopographie ist es dennoch im Artikel zur KG Gams beschrieben, siehe Gams (Gemeinde Frohnleiten)#Hammerherrenhaus. Ebenfalls zum Besitz der Mayr-Melnhof gehört das Jagdschloss Hochalm an der Südseite der Hochalpe. Dank des Einflusses dieser Familie war der Gamsgraben einer der Schauplätze im 1954 veröffentlichten Heimatfilm Echo der Berge.

Waldbahn

Im Gamsgraben verlief eine Waldbahn der Mayr-Melnhof'schen Forstverwaltung. Ihr Bau begann nach mehrjähriger Planung im März 1925, die kommissionelle Streckenüberprüfung erfolgte 1928, die Betriebsbewilligung erging im März 1931. Die Hauptstrecke der Waldbahn führte vom Holzlagerplatz beim Frohnleitner Bahnhof über eine Länge von 7,575 km bis zum Gasthaus Traninger, wo sich eine Ausweiche befand. Dort setzte die sogenannte „Grabenstrecke“ an, die bei Streckenkilometer 12,446 am Rosstall im Gamsgraben endete. Eine Zweigstrecke führte von Streckenkilometer 7,26 in den benachbarten Pöllagraben (Ende bei Kilometer 12,938). Bereits 1938 wurde aufgrund schwerer Hochwasserschäden die Einstellung des Bahnbetriebs erwogen, die Strecke wurde jedoch wieder instandgesetzt. Letzter Betriebstag war der 13. November 1950. Die Spurweite betrug 760 Millimeter (Bosnische Spurweite), eine Diesellok der Baureihe O&K 1 c soll sich im Besitz der Nostalgiebahnen in Kärnten befinden.[10] Heute sind nur mehr sehr geringe Reste der Strecke im Gelände sichtbar, Rosstall ist noch als Name eines Wanderparkplatzes in Verwendung.

Literatur

  • Othmar Pickl: 700 Jahre Marktgemeinde Frohnleiten. Marktgemeinde Frohnleiten, 1996.
Commons: Gamsgraben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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