Magenlähmung

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Bei einer Magenlähmung ist die Beweglichkeit des Magens (Gaster, Ventriculus) vermindert oder im Extremfall aufgehoben, so dass es zu einer Magenentleerungsstörung kommt. Synonyme in der medizinischen Fachsprache sind Magenatonie (Atonie bedeutet so viel wie „Schlaffheit“) und Gastroparese (eine Parese ist eine unvollständige Lähmung).

Schnelle Fakten Klassifikation nach ICD-10 ...
Klassifikation nach ICD-10
K31.88 Sonstige näher bezeichnete Krankheiten des Magens und des Duodenums
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
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Pathologie

Eine Lähmung des Magens kann verschiedene Ursachen haben. Am häufigsten ist eine Schädigung des vegetativen und des enterischen Nervensystems für eine Magenlähmung verantwortlich. Dies wird auch als autonome Neuropathie bezeichnet. Beide Nervensysteme sind an der Innervation des Magens beteiligt und steuern sowohl die Beweglichkeit als auch die funktionellen Aufgaben, wie die Sekretion der Magensäure. Zu einer Schädigung dieser Nerven kann es vor allem im Rahmen eines Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) kommen. Seltenere Ursachen sind Operationskomplikationen sowie chronischer Alkohol- und Nikotinmissbrauch.

Auch kann eine Gastroparese als Begleitsymptom einer Migräne-Attacke auftreten.

Neben den Nerven kann auch die glatte Muskulatur des Magens verantwortlich sein. Es gibt zahlreiche Muskelerkrankungen, die zu einer Magenlähmung führen können, beispielsweise die progressive Muskeldystrophie.

Symptome

Infolge einer Magenlähmung kann es zu vielfältigen Störungen, einer Beeinträchtigung der Lebensqualität sowie nicht selten zu ernsthaften Komplikationen kommen. Die Hauptsymptome sind Übelkeit, Völlegefühl, Appetitverlust, Erbrechen, Oberbauchschmerzen und Gewichtsabnahme. Eine häufige Komplikation ist die Entstehung einer Refluxösophagitis, die Sodbrennen, Blutungen und Karzinome verursachen kann.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt typischerweise mit einer Magenentleerungsszintigrafie oder eines Magenentleerungsatemtests.

Therapie

Ernährungsberatung

Die anfängliche Behandlung erfolgt durch Ernährungsberatung und -umstellung. Als gastroparesefreundlich gilt eine fett- und ballaststoffarme Ernährung, weiche, breiige und flüssige Speisen anstelle von festen sowie die Aufteilung auf viele kleine Mahlzeiten.

Medikamente

Zur Behandlung der Gastroparese bzw. ihrer Symptome werden üblicherweise die folgenden Medikamente eingesetzt:

  • Prokinetika – Diese Medikamente regen die Peristaltik des Magen-Darm-Trakts an und bewirken so, dass sich der Magen schneller entleert.
  • Antiemetika – Diese Medikamente unterdrücken Übelkeit und Erbrechen, haben aber meist keine Auswirkung auf die Entleerung des Magens.

Künstliche Ernährung

Bei der Behandlungsform der künstlichen Ernährung erfolgt die Zufuhr von Nährstoffen in flüssiger Form direkt durch eine in den Dünndarm eingeführte Sonde.

Parenterale Ernährung

Bei der parenteralen Ernährung erfolgt die Zufuhr von Nährstoffen in Form einer intravenös verabreichten Lösung direkt in den Blutkreislauf. Die parenterale Ernährung gelangt nur zur Anwendung, wenn eine enterale Ernährung nicht vertragen wird oder auf diese Weise nicht genügend Energie zugeführt werden kann.

Operation

Operative Behandlungen der Gastroparese kommen erst in Frage, wenn nicht-invasive Therapiemethoden ausgeschöpft sind und keine außreichende Linderung der Symtome bringen.

Als Pyloroplastik werden verschiedene operative Verfahren zur Erweiterung des Magenausgangs bezeichnet. Bei einer Pylorusdilatation wird der Pylorus dilatiert ohne dabei durchtrennt zu werden. Bei der Pyloromyotomie werden einige Schichten des Pylorus durchtrennt, jedoch nicht alle. Bei der Heinecke-Mikulicz-Pyloroplastik wird längs durch den Pylorus geschnitten. Bei der Gastroenterostomie wird eine neue Verbindung zwischen Magenausgang und Dünndarm geschaffen.

Elektrische Gastrostimulation (Magenschrittmacher)

Diese operative Behandlungsform eignet sich v. a. für Patienten, deren primäre Symtome Übelkeit und Erbrechen sind. Der Magenschrittmacher wird in den Bauchraum implantiert. Er ist über dünne Drähte mit zwei an der Magenwand sitzenden Elektroden verbunden. Über die Elektroden werden schwache elektrische Impulse weitergeleitet, um den Magen zu stimulieren. Dies kann dazu beitragen, die gastroparesebedingte Übelkeit und Erbrechen gelindert werden.[1]

Literatur

Einzelnachweise

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