Gaudernbach

Ortsteil Weilburgs From Wikipedia, the free encyclopedia

Gaudernbach ist der westlichste Stadtteil der Stadt Weilburg im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg.

Schnelle Fakten Stadt Weilburg ...
Gaudernbach
Stadt Weilburg
Koordinaten: 50° 28′ N,  12′ O
Höhe: 213 (213–247) m ü. NHN
Fläche: 5,92 km²[1]
Einwohner: 802 (31. Dez. 2025)[2]
Bevölkerungsdichte: 135 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1970
Postleitzahl: 35781
Vorwahl: 06471
Schließen

Geografie

Das Dorf liegt am Südosthang des Westerwaldes und 3,9 km südwestlich der Weilburger Kernstadt.

Die Gemarkung grenzt im Norden an die von Hasselbach, im Osten an Odersbach. Im Süden schließen sich Wirbelau und im Westen Schupbach an.

Durch Gaudernbach führt die Landesstraße 3322 und die Kreisstraße 417.

Geschichte

Evangelische Kapelle

Ortsgeschichte

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Gaudernbach erfolgte im Jahr 1320.[3] In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde eine Kapelle errichtet.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bildeten die sechs Gemeinden Obertiefenbach, Heckholzhausen, Gaudernbach, Wirbelau, Eschenau und Schupbach einen Löschbezirk. Bei ausbrechendem Brand hatten sofort bestimmte Einwohner mit vier angeschirrten Pferden die in Schupbach stationierte Feuerspritze zu holen.[4]

Am 21. Januar 1906 gründete sich die Freiwillige Feuerwehr Gaudernbach. Damit bildete sie mit weiteren bereits bestehenden Freiwilligen Feuerwehren den Löschbezirk Oberlahn im Feuerwehr-Verband für den Regierungsbezirk Wiesbaden, innerhalb dessen sie am 3. September 1906 bei der Bezirksversammlung in Obertiefenbach in einer Stärke von 32 Mitgliedern antrat.[5]

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 31. Dezember 1970 fusionierten im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbstständigen Gemeinden Ahausen, Bermbach, Drommershausen, Gaudernbach, Hasselbach, Hirschhausen, Kirschhofen, Odersbach und Waldhausen und die Stadt Weilburg auf freiwilliger Basis zur erweiterten Stadt Weilburg.[6] Dadurch wurde Gaudernbach ein Stadtteil von Weilburg. Für die ehemals eigenständigen Gemeinden sowie für die Kernstadt wurde je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[7]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten bzw. Herrschaftsgebiete und deren untergeordnete Verwaltungseinheiten, in denen Gaudernbach lag:[1][8]

Bevölkerung

Einwohnerentwicklung

Gaudernbach: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2020
Jahr  Einwohner
1834
 
428
1840
 
475
1846
 
497
1852
 
514
1858
 
535
1864
 
554
1871
 
551
1875
 
515
1885
 
534
1895
 
494
1905
 
490
1910
 
481
1925
 
516
1939
 
441
1946
 
657
1950
 
641
1956
 
633
1961
 
717
1967
 
722
1970
 
809
1980
 
?
1990
 
?
2000
 
?
2011
 
851
2016
 
855
2020
 
851
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[1]; Stadt Weilburg[9]; Zensus 2011[10]

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Gaudernbach 851 Einwohner. Darunter waren 51 (10,1 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 147 Einwohner unter 18 Jahren, 351 zwischen 18 und 49, 108 zwischen 50 und 64 und 93 Einwohner waren älter.[10] Die Einwohner lebten in 336 Haushalten. Davon waren 99 Singlehaushalte, 99 Paare ohne Kinder und 114 Paare mit Kindern, sowie 18 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 60 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 234 Haushaltungen lebten keine Senioren.[10]

Religionszugehörigkeit

 1885:506 evangelische (= 94,76 %), 28 jüdische (= 5,24 %) Einwohner[1]
 1961:573 evangelische (= 79,92 %), 140 katholische (= 19,53 %) Einwohner[1]

Politik

Ortsvorsteher ist nach der Kommunalwahl in Hessen 2021 Karl-Heinz Marten.[11]

Vereine

Das Vereinsleben wird hauptsächlich vom Frauen- und Mädchenchor, vom Frauen-Singkreis, von der 1906 gegründeten Freiwillige Feuerwehr Gaudernbach (seit 1. April 1984 mit Jugendfeuerwehr), vom Landfrauenverein, MGV „Eintracht“ Gaudernbach, NCG Narrenclub, Reichsbund der Kriegsopfer Ortsgruppe Hasselbach-Gaudernbach, Reit- und Fahrverein, TuS 1911 Gaudernbach e. V., VdK-Ortsverein Gaudernbach, Vogel- und Naturschutzverein sowie vom Western- und Freizeitreitverein geprägt.

Infrastruktur

Den weit überwiegenden Teil der in Gaudernbach vorhandenen Arbeitsplätze stellen Bauunternehmen (Hoch-, Straßen- und Tiefbau), eine Großmetzgerei, im Brandschutz und in der Metallverarbeitung tätige Unternehmen bereit.

Seit dem Jahr 1906 sorgt die Freiwillige Feuerwehr Gaudernbach (ab 1. April 1984 mit Jugendfeuerwehr) für den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe in diesem Ort.

Es bestehen das Bürgerhaus am Wingertsberg, der Sportplatz, ein Kinderspielplatz sowie Rad- und Wanderwege.

Commons: Gaudernbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI