Gauligletscher

Gletscher in der Schweiz From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Gauligletscher ist ein Talgletscher in den östlichen Berner Alpen, im Kanton Bern der Schweiz. Er hatte 2013 eine Länge von etwas mehr als 5 km, ist durchschnittlich 1 km breit und bedeckte 2024 zusammen mit seinen Seitengletschern eine Fläche von knapp 8 km².

Schnelle Fakten
Gauligletscher
Lauteraarhorn und rechts im Bild der Bärglistock mit Gauligletscher
Lauteraarhorn und rechts im Bild der Bärglistock mit Gauligletscher

Lauteraarhorn und rechts im Bild der Bärglistock mit Gauligletscher

Lage Kanton Bern, Schweiz
Gebirge Berner Alpen
Typ Talgletscher
Länge 5,4 km (2013)[1]
Fläche 7,69 km² (2024)[2]
Exposition West
Eisvolumen 1,44 ± 0,36 km³ (1995)[3]
Koordinaten 658243 / 162179
Gauligletscher (Kanton Bern)
Gauligletscher (Kanton Bern)
Entwässerung Ürbachwasser, Aare, Rhein
Schließen
Vorlage:Infobox Gletscher/Wartung/Bildbeschreibung fehlt

Lage

Seinen Ausgangspunkt nimmt der Gauligletscher an der Ostflanke des Berglistocks und des Rosenhorns, das zur Gruppe des Wetterhorns gehört, auf über 3400 m. In seinem Nährgebiet ist der Gletscher über firnbedeckte Kämme gegen Westen mit dem Oberen Grindelwaldgletscher, gegen Norden mit dem Rosenlauigletscher verbunden. Der Gauligletscher fliesst nach Osten und wird im Norden vom Hangendgletscherhorn (3292 m), im Süden von Ewigschneehorn (3329 m), Trifthorn (3230 m) und Hienderstock (3307 m) flankiert. Dabei erhält der Gletscher vom südlichen Talhang, der fast völlig von Firnen bedeckt ist, weiteren Eisnachschub. Der bedeutendste dieser Seitengletscher ist der Grienbärgligletscher, der seinen Ursprung zwischen dem Ewigschneehorn und dem Trifthorn hat. Die Zunge des Gauligletschers endete Anfang der 2000er-Jahre auf 2150 m und kalbte in zwei Seen, welche sich erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beim Rückzug des Gletschers gebildet hatten. Mit dem weiteren Rückzug des Gletschers entstand aus den beiden Seen der Gaulisee, dessen Abfluss das Ürbachwasser ist, das bei Innertkirchen in die Aare mündet.[4].

Entwicklung

Entwicklung des Gletschers[1]
Jahr185019731999/20002013
Fläche (km²)22,617,713,17,69 (2024)[2]
Länge (km)9,26,66,35,4
Fläche in km²Jahr05101520251850197319992024Fläche in km²Flächenentwicklung des Gauligletschers
Quellen:[1][2]

Weiteres

Nördlich der Gletscherzunge steht auf 2205 m die Gaulihütte des Schweizer Alpen-Clubs (SAC). Sie dient als Ausgangspunkt für Gletscher- und Bergtouren im Einzugsbereich des Gauligletschers.

Ende 1946 wurde eine amerikanische Militärmaschine auf den Gauligletscher geflogen. Die Rettung der Überlebenden hat damals weltweit Aufsehen erregt; unter anderem war es die erste alpine Luftrettung der Welt (Flugunfall auf dem Gauligletscher).

Commons: Gauligletscher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Gauligletscher. In: Glaciers online. Abgerufen am 23. Mai 2020.
  • Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) der ETH Zürich: Gauligletscher. In: Naturgefahren Gletscher. Archiv der ETH, 2018 (online, auch als PDF).

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI