Gavin Peacock
englischer Fußballspieler
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Gavin Keith Peacock (* 18. November 1967 in Eltham) ist ein ehemaliger englischer Fußballspieler. Als offensiver Mittelfeldspieler, der auch im Sturm eingesetzt werden konnte, war er zwischen 1984 und 2002 aktiv und besonders bekannt als Spieler in der Premier League für den FC Chelsea. Größter Erfolg war 1994 das Erreichen des Endspiels im FA Cup gegen Manchester United (0:4).
| Gavin Peacock | ||
| Personalia | ||
|---|---|---|
| Voller Name | Gavin Keith Peacock | |
| Geburtstag | 18. November 1967 | |
| Geburtsort | Eltham, England | |
| Größe | 173 cm | |
| Position | Mittelfeld (offensiv) | |
| Herren | ||
| Jahre | Station | Spiele (Tore)1 |
| 1984–1987 | Queens Park Rangers | 17 (1) |
| 1987 | → FC Gillingham (Leihe) | 6 (0) |
| 1987–1989 | FC Gillingham | 64 (11) |
| 1989–1990 | AFC Bournemouth | 56 (8) |
| 1990–1993 | Newcastle United | 105 (35) |
| 1993–1996 | FC Chelsea | 103 (17) |
| 1996 | → Queens Rangers Rangers (Leihe) | 5 (2) |
| 1996–2002 | Queens Park Rangers | 185 (34) |
| 2001 | → Charlton Athletic (Leihe) | 5 (0) |
| Nationalmannschaft | ||
| Jahre | Auswahl | Spiele (Tore) |
| 1985 | England U-17 | 2 (0) |
| 1985 | England Jugend | 1 (0) |
| 1 Angegeben sind nur Ligaspiele. | ||
Sportlicher Werdegang
Anfänge: QPR, Gillingham und Bournemouth
Peacock wuchs im Londoner Stadtteil Crayford auf und ging im nahegelegenen Welling zur Schule. Sein Vater Keith war ein erfolgreicher Fußballer gewesen, vor allem langjährig für Charlton Athletic, und der Sohn folgte früh in seine Fußstapfen, als er in die englische Schülernationalmannschaft berufen wurde. Obwohl er häufig die Spiele von Charlton besuchte, schlug sein Herz für Newcastle United. Die Familie väterlicherseits entstammte dem englischen Nordosten und ein Cousin seines Vaters hatte in den 1950ern für die „Magpies“ gespielt, wenngleich nicht für die Profimannschaft. Dazu kam, dass die Familienurlaube häufig nach South Shields führten. Der Weg führte Peacock zunächst in London zu den Queens Park Rangers, wo er ab der Saison 1986/87 insgesamt 17 Erstligapartien bestritt. Der sportliche Durchbruch blieb ihm jedoch verwehrt und so lieh ihn der Klub im Oktober 1987 an den Drittligisten FC Gillingham aus, wo sein Vater Trainer war. Zwei Monate später schloss er sich für 40.000 Pfund den „Gills“ fix an. Kurz nach seiner Ankunft war sein Vater bereits entlassen worden; der Sohn jedoch blieb dem Verein fortan an treu. In der Spielzeit 1988/89 stieg Peacock ab, obwohl er mit neun Toren in 44 Ligabegegnungen sein Möglichstes getan hatte, um dieses Schicksal abzuwenden.[1] Mit der Empfehlung, ein gutes Jahr absolviert zu haben, zog es ihn dann im August 1989 für eine Ablösesumme von 250.000 Pfund zum von Harry Redknapp trainierten Zweitligisten AFC Bournemouth.
Das Pech blieb ihm auch in Bournemouth erhalten und in seinem ersten Saison 1989/90 beim neuen Verein musste er einen weiteren Abstieg hinnehmen und Ende November 1990 wechselte er zu seinem Wunschverein Newcastle United, nachdem der dortige Trainer Jim Smith 275.000 Pfund für seine Verpflichtung investiert hatte.[2]
Über Newcastle zum FC Chelsea
Die „Magpies“ waren zu diesem Zeitpunkt in der zweiten Liga unterwegs. Peacock entwickelte sich dort in seinem zweiten Jahr zum absoluten Leistungsträger, verpasste keines der 46 Meisterschaftsspiele und steuerte 16 Tore bei. Der ersehnte Zugang zur im Jahr 1992 gegründeten Premier League wurde jedoch deutlich verpasst. Dies änderte sich dann fundamental in der Saison 1992/93, als aus dem Abstiegskandidaten ein Zweitligameister wurde und Peacock auch in diesem Jahr eine zweistellige Ligatorausbeute vorweisen können, wofür er im Nachgang in die (Zweitliga-)Mannschaft des Jahres (PFA Team of the Year) gewählt wurde. Dass er für Newcastle jedoch in der folgenden Premier-League-Spielzeit nicht spielte, lag daran, dass er im August 1993 zum FC Chelsea wechselte. Dort war Glenn Hoddle als Spielertrainer verantwortlich und zahlte 1,5 Millionen Pfund für den London-Rückkehrer.[3] Als kreativer und technisch beschlagener offensiver Mittelfeldspieler ähnelte er Hoddles Spielweise und Peacock sollte in erster Linie den abgewanderten Andy Townsend ersetzen.
Bereits bei seinem zweiten Einsatz feierte Peacock mit dem 1:0-Siegtreffer gegen Manchester United einen idealen Einstand. Dieses Kunststück wiederholte er im Rückspiel in Old Trafford am 5. März 1994 und das Duell ging in die Drittauflage im Endspiel des FA Cups – auf dem Weg dorthin hatte Peacock sechs Tore im Wettbewerb erzielt. Das Finale ging mit 0:0 in die Halbzeit, wobei Peacock nur die Latte getroffen hatte, bevor Chelsea mit zwei Elfmeter-Gegentoren auf die Verlierstraße geriet und letztlich deutlich mit 0:4 verlor. Seine Position war zumeist im offensiven Mittelfeld hinter zwei Stürmern zu finden, wobei er seine Stärken vor allem nach Hoddles Umstellung des Fünfer-Mittelfelds auf eine Raute ausspielte. Zwar verfügte er über wenig Geschwindigkeit, die er aber durch geschickte Offensivläufe in den gegnerischen Strafraum mit einem guten Timing kompensierte. Darüber hinaus verfügte er über ein gutes Kopfballspiel, trotz seiner geringen Körpergröße. Mit der Pokal-Endspielteilnahme qualifizierte sich Chelsea für den Europapokal der Pokalsieger und dort gelangte Peacock mit den „Blues“ ins Halbfinale, das dann gegen den späteren Titelträger Real Saragossa verloren ging. Die Torgefährlichkeit nahm in seinem zweiten Jahr ab, was daran lag, dass er nun öfters im linken Mittelfeld aufgeboten wurde und dort mehr für Flanken verantwortlich war. Trotzdem blieb er zumeist Stammkraft im Team und übernahm nach der Verletzung von Dennis Wise zeitweise das Kapitänsamt. Mit dem prominenten Zugang Ruud Gullit kam er dann zunehmend unter Druck, wenngleich er in seiner dritten Saison 1995/96 erneut ins Semifinale des FA Cups einzog. Hier scheiterte er mit Chelsea im Villa Park erneut an Manchester United (1:2) und Peacock wurde erst zur 64. Minute für Terry Phelan eingewechselt.[4] Mit Gullits Beförderung zum Cheftrainer und dem neu verpflichteten Roberto Di Matteo endete Peacocks Zeit für Chelsea. Ohne weiteren Einsatz zu Beginn der Saison 1996/97 kehrte er im November 1996 zu seinem Ex-Klub und Premier-League-Absteiger Queens Park Rangers in die zweite Liga zurück, zunächst für einen Monat auf Leihbasis und danach per fixem Wechsel.[5]
Karriereausklang zurück bei QPR
Auf Anhieb war Peacock in der Saison 1996/97 Stammspieler bei „QPR“ und sorgte für notwendige Stabilität im Mittelfeld. Besonders in der Spielzeit 1997/98 waren seine neun Ligatore essentiell für den knappen Klassenerhalt. Auch in den folgenden Jahren kamen die Queens Park Rangers mit Peacock nicht über einen zweistelligen Abschlusstabellenplatz hinaus und nach Ablauf der Saison 2000/01 musste das Team den Gang in die Drittklassigkeit antreten. Im Anschluss schloss er sich im August 2001 leihweise in der Premier League dem Ex-Verein seines Vaters Charlton Athletic an und obwohl er bis Anfang Dezember 2001 dort nur einmal in der Startelf stand, endete dieses Intermezzo mit einem 4:2-Auswärtssieg gegen den FC Arsenal. Nach seiner Rückkehr zu den Queens Park Rangers absolvierte Peacock noch bis zum Ende der Drittligasaison 2001/02 20 Einsätze, bevor er seine aktive Laufbahn beendete. Kurz zuvor hatte er im Mai 2002 ein Abschiedsspiel bestritten.[6][2]
Nach der Fußballerkarriere
Nach seinem Rücktritt als aktiver Spieler arbeitete Peacock für den Rundfunksender BBC in den Formaten Football Focus, Final Score und Match of the Day als Fußballexperte. Dazu trat er in der Comedy-Sendungen wie Fighting Talk und One auf. Darüber hinaus betrieb er auf der Website des FC Chelsea einen wöchentlichen Podcast.
Peacock setzt sich öffentlich für den christlichen Glauben ein und war im Dezember 2006 Teil einer Episode der Sendung Football Focus, die Religion im Fußball beleuchtete. Nachdem seine Ehefrau im Jahr 2006 schwer erkrankt war, entschloss sich Peacock dem Fußball den Rücken zu kehren und wanderte nach Kanada aus. Dort wurde er im Jahr 2012 zum Pastor und predigte in der Calvary Grace Church in Calgary. Im Jahr 2025 kehrte er nach England zurück, um an der Baptistenkirche von Bethersden zu arbeiten.[6]
Titel/Auszeichnungen
- PFA Team of the Year (1): 1992/93 (2. Liga)
Literatur
- Gavin Peacock: A Greater Glory: From Pitch to Pulpit. Christian Focus Publications, 2021, ISBN 978-1-5271-0737-3.
Weblinks
- Gavin Peacock in der Datenbank von soccerbase.com (englisch)
- Gavin Peacock in der Datenbank von weltfussball.de