Gebetswoche
Woche des Gebets für ein bestimmtes Anliegen
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Als Gebetswoche wird im Christentum eine regional oder international vereinbarte Woche bezeichnet, in der die Gläubigen aufgerufen sind, Gebete in einem bestimmten Anliegen zu verrichten. Im Gegensatz zu einer Novene, die über neun Tage hinweg gleichbleibende sowie täglich wechselnde Gebete beinhaltet, sind Gebetswochen in ihrer Gestaltung frei.
Gebetswoche der Evangelischen Allianz
Die Allianzgebetswoche wurde 1846 bei der Gründungsversammlung der Weltweiten Evangelischen Allianz angeregt und wird seit 1861 regelmäßig durchgeführt. Sie findet in den deutschsprachigen Ländern gewöhnlich in der zweiten, international in der ersten vollen Januarwoche statt.
Weltgebetswoche für die Einheit der Christen
Die erste Gebetswoche für die Einheit der Christen im Zeitraum vom 18. bis zum 25. Januar, dem damaligen Fest Kathedra Petri und dem Fest der Bekehrung des Hl. Apostels Paulus, fand 1908 statt. Sie wurden durch den Anglikaner Paul Francis Wattson (1863–1940) angeregt, der ein Jahr später zum Katholizismus konvertierte. „Im Zentrum dieser Woche stand die Bitte um die ‚Rückkehr‘ aller Kirchen nach Rom.“[1] Die römischen Päpste unterstützen seit Pius X. (1903–1914) die Oktav. Papst Benedikt XV. (1914–1922) verfügte mit einem Apostolischen Schreiben die Ausweitung auf die ganze katholische Kirche.[2]
Paul-Irénée Couturier (1881–1953), ein französischer Priester, engagierte sich dafür, dass die Gebetswoche Christinnen und Christen aller Konfessionen mitgebetet werden konnte. Unter Papst Johannes XXIII. wurde die Umgestaltung übernommen.[1]
Als zweiter Termin sind die Tage zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten vorgesehen.[3] Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) hat die Federführung.
Zwecks Vorbereitung und Durchführung erarbeiten die „Kommission für Glauben und Kirchenfassung“ (ÖRK) und der Päpstliche Rat zur Förderung der Einheit der Christen gemeinsame Arbeitspapiere und stellen die Gebetswoche unter ein gemeinsames Motto.[4]
Sonstige Gebetswochen
Ergänzend zum privaten Gebet finden zum Beispiel in den Pfarreien, in Gebetskreisen[5][6], in Religionsgemeinschaften[7] oder in Bischofskirchen oft auch Gottesdienste (Messfeiern, Abendmahl oder Andachten) zur jeweiligen Gebetswoche statt. Solche Anliegen sind unter anderem das Gebet um geistliche Berufe[8], die Weltgebetsoktav (sie steht auch für die Weltgebetswoche für die Einheit der Christen[9]), die Rosenkranzgebete oder für aktuelle Gebetsanliegen. Der Christliche Verein junger Menschen (CVJM) führte seine Weltbundgebetswoche vom 10. bis 16. November 2013 unter dem Leitspruch „Be the Change“ durch[10].
Siehe auch
Weblinks
- Gebetsbewegung der Evangelischen Allianz ( vom 13. Oktober 2013 im Internet Archive)
- „Weltgebetswoche für die Einheit der Christen“