Gebäudemanagement

Teilbereich des Facilitymanagements, das sich mit der Bewirtschaftung von bestehenden Gebäuden und technischen Anlagen beschäftigt From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Gebäudemanagement ist ein Teilbereich des Facilitymanagements, das sich mit der Bewirtschaftung von bestehenden Gebäuden und technischen Anlagen beschäftigt. Eine Untergliederung kann in die Bereiche technisches, infrastrukturelles und kaufmännisches Gebäudemanagement erfolgen.[1] Gemäß DIN 32736 gehört auch das Flächenmanagement dazu. Dagegen betrachtet das Facilitymanagement die Immobilie in ihrem gesamten Lebenszyklus mit den Phasen der Planung, Errichtung, Nutzung, Verwertung u. a.[2]

Teilbereiche

Technisches Gebäudemanagement

Das technische Gebäudemanagement beschäftigt sich damit, die Gebäude und Anlagen funktionsfähig zu halten. Zu den Aufgaben des technischen Gebäudemanagements zählen die Betriebsführung, Umbau und Sanierung, Versorgung sowie das Umweltmanagement.[3]

Infrastrukturelles Gebäudemanagement

Das Infrastrukturelle Gebäudemanagement beschäftigt sich mit den Sachen einer Immobilie, die den Flächen derselben zugeordnet sind. Hierzu gehören die Verwaltung sämtlicher Dienstleistungsfirmen, wie z. B. Reinigungsdienste oder Sicherheitsdienste, sowie die Organisation von Logistik- und Umzugsdiensten und Fuhrparkmanagement.[4]

Kaufmännisches Gebäudemanagement

Das kaufmännische Gebäudemanagement umfasst darüber hinaus die wirtschaftliche Steuerung und Kontrolle der Immobilie im laufenden Betrieb. Zu den zentralen Aufgaben zählen insbesondere Budgetplanung und -überwachung,[5] Vertragsmanagement (z.B Dienstleistung- und Wartungsverträge), Miet- und Nebenkostenabrechnung sowie das betriebswirtschaftliche Controlling. Ziel ist es, Transparenz über betrieblichen Kosten zu schaffen und die langfristige Wirtschaftlichkeit der Immobilie sicherzustellen.[6]

Flächenmanagement

Das Flächenmanagement stellt einen wesentlichen Bestandteil des kaufmännischen Gebäudemanagements dar. Es umfasst die systematische Erfassung, Analyse und Optimierung der Flächennutzung innerhalb einer Immobilie. Dadurch trägt das Flächenmanagement zur Optimierung von Betriebskosten und zur strategischen Steuerung der Immobiliennutzung bei.[7] Dabei werden insbesondere Belegungsstrukturen, Auslastungsgrade und Nutzungskonzepte analysiert.

Digitalisierung

Im Zuge der Digitalisierung werden kaufmännische Prozesse im Gebäudemanagement zunehmend durch IT-Systeme unterstützt. Insbesondere Computer-Aided Facility Management (CAFM)-Systeme ermöglichen die strukturierte Verwaltung von Vertrags-, Kosten- und Flächendaten sowie die Auswertung betriebswirtschaftlicher Kennzahlen. Dies ermöglicht eine erhöhte Transparenz kaufmännischer Prozesse und unterstützt datenbasierte Entscheidungsfindungen im Gebäudemanagement.[8]

IT-Sicherheit

Da digitale Gebäudemanagementsysteme betriebliche und teilweise personenbezogene Daten verarbeiten, gewinnen Anforderungen an Datenschutz und IT-Sicherheit zunehmend an Bedeutung. Insbesondere bei vernetzten Systemen sind geeignete Schutzmaßnahmen zur Sicherstellung der Informationssicherheit erforderlich.[9]

Digitalisierung im Gebäudemanagement

Die Digitalisierung im Gebäudemanagement umfasst den Einsatz digitaler Systeme zur Erfassung, Auswertung und Dokumentation von Betriebs- und Gebäudedaten. Digitale Plattformen und softwaregestützte Verfahren können Transparenz im Gebäudebetrieb erhöhen und Prozesse wie Planung, Betrieb und Instandhaltung unterstützen.[10] Ein verbreitetes Instrument zur Unterstützung von Betriebs- und Verwaltungsprozessen sind CAFM-Systeme (Computer Aided Facility Management), die unter anderem Wartung, Dokumentation und Planungsaufgaben digital unterstützen können.[11]

IT-Sicherheit und Datenschutz

Mit der zunehmenden Digitalisierung steigt die Bedeutung von IT-Sicherheit und Datenschutz, da Gebäudemanagementsysteme Betriebsdaten sowie potenziell personenbezogene Daten verarbeiten können. Risiken bestehen unter anderem durch Cyberangriffe, unsichere Netzwerke, fehlende Software-Updates und unzureichende Zugriffskontrollen.[12]

Abgrenzung zu Facility Management und Gebäudeautomation

Gebäudemanagement wird teilweise in Bezug zu Facility Management und Gebäudeautomation verwendet. Während Facility Management als übergeordneter Managementansatz beschrieben wird, der technische sowie infrastrukturelle und kaufmännische Leistungen umfasst, bezieht sich Gebäudeautomation primär auf technische Regelungs- und Steuerungsprozesse von Anlagen wie Heizung, Lüftung und Beleuchtung.[13]

Literatur

  • Dieter Pfister: Raum – Atmosphäre – Nachhaltigkeit. Emotionale und kulturelle Aspekte der sozialen Nachhaltigkeit des Bauens, des Immobilienmarketings und der Gebäudebewirtschaftung. Basel 2011, ISBN 978-3-906129-75-4

Einzelnachweise

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