Geisdorf

Ortsteil von Heiligenstadt i.OFr. From Wikipedia, the free encyclopedia

Geisdorf (bambergisch: Gaasdorf) ist ein Gemeindeteil des Marktes Heiligenstadt i.OFr. im Landkreis Bamberg (Oberfranken, Bayern).[2][3] Geisdorf liegt in der Gemarkung Herzogenreuth.[4]

Schnelle Fakten Markt Heiligenstadt in Oberfranken ...
Geisdorf
Koordinaten: 49° 54′ N, 11° 7′ O
Höhe: ca. 491 m ü. NHN
Einwohner: 23 (25. Mai 1987)[1]
Postleitzahl: 91332
Vorwahl: 09505
Karte
Lage von Geisdorf im Markt Heiligenstadt in Oberfranken
Geisdorf
Geisdorf
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Damwild-Gehege bei Geisdorf

Geografie

Der Weiler in der Fränkischen Schweiz steht auf einer Terrasse des Fränkischen Jura auf 491 m ü. NHN. Der Gemeindesitz Heiligenstadt etwa 612 km südöstlich entfernt. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Herzogenreuth zur Staatsstraße 2187 (1,4 km westlich), nach Laibarös zur Staatsstraße 2281 (2,1 km nördlich) und zur St 2187 bei Oberleinleiter (2 km südöstlich).[5]

Ortsname

Noch im Jahr 1692 verwendeten die Kastner der Pflege Giech die überlieferte Bezeichnung „Gauchsdorf“. In den Jahren 1640/41 schrieb man in einem Zinsregister der Kirche von Herzogenreuth schon „Gayßdorff“. Im Volksmund lautet die Bezeichnung „Gaasdorf“.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1307, als Bischof Wulfing von Bamberg für den Küster Konrad der Bamberger Pfarrei St. Gangolf eine Vikarie stiftete. Diese bestand aus dem Zehnt von vier Gütern in „Gauchsdorf“, wie der Ort damals genannt wurde. Geisdorf gehörte von Anbeginn zur Realgemeinde Herzogenreuth; deswegen wird vermutet, dass der Ort von dort als Aussiedlung gegründet wurde, wahrscheinlich schon um das Jahr 1200.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Geisdorf aus 9 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Scheßlitz aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Amt Scheßlitz. Grundherren waren das Amt Scheßlitz (2 Viertelhöfe, 2 Viertelhöfe mit 2 halben Häusern, 1 Höflein, 2 Halbhöflein, 1 Tropfhäuslein) und das Kloster Michelsberg (1 Häuslein).[6]

Im Jahre 1802 kam Geisdorf an das Kurfürstentum Bayern. Im Zuge des Gemeindeedikts wurde Geisdorf dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Herzogenreuth und der 1818 entstandenen die Ruralgemeinde Herzogenreuth zugewiesen.[7] Am 1. Mai 1978 wurde Geisdorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Heiligenstadt eingegliedert.[8]

Baudenkmäler

  • Gemeindebackofen bei Haus Nr. 4[9]
ehemaliges Baudenkmal
  • Teil einer Doppelhofanlage

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 001818001861001871001885001900001925001950001961001970001987
Einwohner 25273022162540211623
Häuser[10] 6554556
Quelle [7][11][12][13][14][15][16][17][18][1]
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Historische Beschreibungen

Topographische Beschreibung (1752)

In Biedermanns Topographischer Beschreibung aus dem Jahr 1752 wird Geisdorf folgendermaßen geschildert:

„Gaißdorf, ein Ort mit zwei Haushaltungen unter dem Amt Scheßlitz zwischen Tiefenbelz und Leiberöß, gehören ins Amt und pfarren zur katholischen Kirche nach Tiefenbelz.“[19]

Kastner der Pflege Giech (1728)

Der Kastner der Pflege Giech, schilderte Geisdorf in seinem Bericht im Jahr 1728 folgendermaßen:

„Geisdorf liegt ¼ Stunde von Herzogenreuth, ist mit aller Jurisdiction, gleich Herzogenreuth, dem Hochstift zugetan und pfarrt auf Tiefenpölz. Die Gemein ist der Herzogenreuther Gemein incorporiert. Gedachtes Dorf ist über Mannsgedenken öd gelegen, vor 12 Jahren aber .. wiederum aufgebauet und von vier . Untertanen bewohnt, Der Zehnt dieses Dorfs und Flurmarkung, welcher zu gemeinen Jahren 30 bis 40 Sümmer Getreid erträgt, gehört dem Stift St. Gangolf nach Bamberg. Die Gemein hat nichts, weder zu Dorf noch zu Feld.“[20]

Religion

Geisdorf ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Martin (Tiefenpölz) gepfarrt.[6][17]

Literatur

Commons: Geisdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

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