Genferei

politische Skandale und Streitereien im Kanton Genf From Wikipedia, the free encyclopedia

Als «Genferei» werden in der Schweiz bereits seit dem 19. Jahrhundert leicht scherzhaft die heftigen politischen Skandale und Streitereien bezeichnet, die im Kanton Genf mit einer gewissen Regelmässigkeit auftreten.[1]

Bedeutung

Das Wort wird im Französischen als deutsches Lehnwort verwendet («une genferei de trop»),[2] aber auch in der französischen Übersetzung «Genevoiserie».

Eine der ersten heute noch belegbaren als «Genferei» bezeichneten Affären waren die blutigen Unruhen des Jahres 1864 um die Kandidatur James Fazys um einen Sitz in der Kantonsregierung, welche eine Intervention eidgenössischer Truppen zur Folge hatten.[1]

In einem weiteren Sinne wird auch die den Genfern als Eigenart nachgesagte besondere Streitlust und Prozessfreude abwertend als «Genferei» bezeichnet.[3][4]

Prix de la Genferei

Ein Komitee von Genfer Journalisten vergab von 2011 bis 2019 in einer feierlichen Zeremonie den Prix de la Genferei oder die Genferei d'or für die beste Genferei des Jahres.[5]

Weitere Informationen Jahr, Preisträger ...
Jahr Preisträger Genferei
2019 Staatsrat Pierre Maudet Affäre um seine Reise nach Abu Dhabi
2018 Polizeichefin Monica Bonfanti Diverse Polizeiaffären
2017 Staatsrat Luc Barthassat Dreimal in der Volksabstimmung verworfene Preiserhöhung des öffentlichen Verkehrs
2016 Sami Kanaan und Maria Pérez Gescheiterte Erweiterung des Musée d'art et d'histoire
2015 Kantonsrat Eric Stauffer (MCG) Sein politisches Gesamtwerk
2014 Services Industriels de Genève (SIG) Gescheiterte Investitionen in die Windenergie
2013 Rechnungshof des Kantons Genf Eskalierende interne Streitigkeiten
2012 Staatsrätin Michèle Künzler Chaotische Reorganisation des Netzes der Transports publics genevois
2011 Staatsrat des Kantons Genf Vergessene Vertretung des Kantons an der Trauerfeier für Bischof Bernard Genoud
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Einzelnachweise

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