Genzien

Ortsteil der Stadt Arendsee (Altmark) From Wikipedia, the free encyclopedia

Genzien ist ein Ortsteil der Ortschaft und Einheitsgemeinde Stadt Arendsee (Altmark) im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Schnelle Fakten Stadt Arendsee (Altmark) ...
Genzien
Koordinaten: 52° 53′ N, 11° 32′ O
Höhe: 29 m ü. NHN
Fläche: 7,47 km²[1]
Einwohner: 86 (31. Dez. 2023)[2]
Bevölkerungsdichte: 12 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1973
Eingemeindet nach: Arendsee (Altmark)
Postleitzahl: 39619
Vorwahl: 039384
Genzien (Sachsen-Anhalt)
Genzien (Sachsen-Anhalt)
Lage von Genzien in Sachsen-Anhalt
Dorfkirche Genzien
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Geographie

Genzien, ein Straßendorf mit Kirche, liegt östlich des Arendsees und 25 Kilometer östlich der Kreisstadt Salzwedel in der Altmark. Das Gebiet nördlich des Dorfes wird durch den Kanalgraben Genzien in den Arendsee entwässert.[3]

Geschichte

Mittelalter bis 20. Jahrhundert

Die erste urkundliche Erwähnung von Genzien ist die Nennung von Ghentzin im Jahre 1349, als die von Garthow dem Kloster Arendsee Besitzungen im Ort überlassen.[4] Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird das Dorf als Gentzin aufgeführt.[5] Weitere Nennungen sind 1541 Gentzin,[6] 1687 Gentzien[1] und 1804 Genzien.[7]

Der „Faule See“ lag nördlich des Dorfes. Er war ab 1834 durch einen Kanal, der in den Arendsee mündete, entwässert und abgeleitet worden. In dem Moor hatte man Torfstiche angelegt.[8] So wurde der See zwischen 1836 und 1838 trockengelegt. Der Abfluss zum Arendsee ist 1922 durch Tonröhren reguliert worden.[9] An den See erinnert heute eine Informationstafel und ein Aussichtsturm nördlich des Dorfes.[10]

Im Süden des Dorfes stand noch im 20. Jahrhundert südlich der Bahnlinie eine Windmühle.

Archäologie

200 Meter westlich des Dorfes sind obertägig sichtbare Reste einer abgetragenen Niederungsburg zu erkennen, die als archäologisches Kulturdenkmal unter Schutz stehen.[3] Die Burg hat einen Durchmesser von etwa 80 Metern und ist nur noch in den Grabenresten zu erkennen.[9]

Herkunft des Ortsnamens

Heinrich Sültmann führte im Jahre 1937 den Ortsnamen auf den slawischen Personennamen „gasne“ oder „ganse“ für „Gans“ zurück. Die Endung „-in“ enthält eine Familienbestimmung.[11]

Aleksander Brückner führte 1879 analog dazu das altslawische Wort „gasъ“ für „Gans“ auf.[12]

Altes Dorf bei Genzien

Wilhelm Zahn berichtete 1909: Südwestlich unmittelbar an das Dorf Genzien anstoßend und im Süden bis an die Chaussee nach Arendsee reichend, liegt eine Ackerbreite, die „das alte Dorf“ genannt wird. Er schreibt weiter: „wahrscheinlich hat hier das alte wendische Rundlingsdorf gelegen“.[13]

Eingemeindungen

Am 20. Juli 1950 wurde die Gemeinde Gestien nach Genzien eingemeindet.[14] Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde Genzien aus dem Landkreis Osterburg in den Kreis Seehausen umgegliedert. Am 2. Juli 1965 kam die Gemeinde zum Kreis Osterburg. Am 1. Dezember 1973 erfolgte die Eingemeindung von Genzien in die Stadt Luftkurort Arendsee (Altmark).[15] Somit wurden Genzien und Gestien Ortsteile von Arendsee.

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
1734101
1774097
1789105
1798103
1801134
1818090
1840128
Jahr Einwohner
1864188
1871173
1885145
1892[0]143[6]
1895157
1900[0]169[6]
1905185
Jahr Einwohner
1910[0]181[6]
1925193
1939188
1946198
1964320
1971301
2011108
Jahr Einwohner
2012107
2013111
2014105
2015102
2016097
2017095
2020[00]099[16]
Jahr Einwohner
2021[00]093[16]
2022[0]094[2]
2023[0]086[2]
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Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1946[1] ab 2011 bis 2017[17]

Religion

Die evangelische Kirchengemeinde Genzien gehörte ursprünglich zur kombinierten Pfarrei Genzien (mater combinata), die zur Pfarrei Arendsee gehörte.[18] Heute wird die Kirchengemeinde betreut vom Pfarrbereich Arendsee im Kirchenkreis Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.[19]

Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Genzien stammen aus dem Jahre 1664.[20]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die evangelische Dorfkirche Genzien, ein dreiteiliger Feldsteinbau, ist vermutlich am Anfang des 13. Jahrhunderts entstanden,[21] das Fachwerk-Glockengeschoss entstand in der Barockzeit.[9]

Wirtschaft und Infrastruktur

Genzien liegt an der B 190. Der Bahnhof Genzien lag an der 2004 stillgelegten Bahnstrecke Salzwedel–Geestgottberg.

Literatur

  • Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 750–754, doi:10.35998/9783830522355 (E-Book zur zweibändigen Druckausgabe).
  • Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, OCLC 614308966, S. 178 (Reprint 2018, SelbstVerlag Eugen & Constanze Gliege).
  • J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Hrsg.: J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes, M[ichael] J[ulius] Weigelt. Zweiter, oder topographischer Teil. Selbstverlag und W. Heinrichshofen in Kommission, Magdeburg 1842, OCLC 1071081004, S. 370, 45. Genzien (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
Commons: Genzien (Arendsee) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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