Georg-Elser-Preis
Preis für Zivilcourage und zivilen Ungehorsam gegen herrschende Staatsgewalt
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Der Georg-Elser-Preis ist ein Preis für Zivilcourage und zivilen Ungehorsam gegen herrschende Staatsgewalt. Der mit 5000 Euro dotierte Preis ist nach Georg Elser benannt, der 1939 ein Attentat auf Hitler und nahezu die gesamte NS-Führungsspitze verübte.

Preisträger können laut dem von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, dem Georg-Elser-Arbeitskreis Heidenheim sowie den Georg-Elser-Initiativen in München, Konstanz und Berlin beschlossenen Statut nur werden:[1]
- Einzelpersonen (in begründeten Ausnahmefällen auch Vertreter von Initiativen), die sich durch Zivilcourage, zivilen Ungehorsam und unerschrockenes Handeln gegen die herrschende Staatsgewalt hervorgetan haben.
- Menschen, die wie Georg Elser früh erkannt haben, „wohin die Reise gehen“ soll und sich mit aller Kraft einem herrschenden, zynischen, zerstörerischen Trend entgegengestellt haben.
- Menschen, die ihrem Gewissen folgend, stellvertretend für die schweigende Mehrheit Verantwortung übernehmen, ja ihre Existenz aufs Spiel setzen, um das Schlimmste zu vermeiden, um als Recht Erkanntes gegen offiziell geltendes Recht durchzusetzen.
- Menschen, die trotz Globalisierungseuphorie und Terrorismusangst zeigen, dass es möglich, ja nötig ist, gegen den Strom zu schwimmen, sich auf die Seite der Schwachen, Benachteiligten, Unterdrückten zu stellen und etwas tun.
Der Preis wurde von 2001 bis 2011 zweijährlich von der Georg-Elser-Initiative München, vom Georg-Elser-Arbeitskreis Heidenheim, von der Georg-Elser-Initiative Bremen und der Georg-Elser-Initiative Berlin verliehen.[2]
Nachdem sich abzeichnete, dass die Georg-Elser-Arbeitskreise und -Initiativen langfristig nicht über die notwendigen Ressourcen verfügen würden, um die Verleihung des Preises dauerhaft sicherzustellen, entstand die Idee, den Georg-Elser-Preis künftig von der Stadt München zu vergeben.[2] 2012 stellten die Münchner Stadtratsfraktionen von SPD und Grünen einen entsprechenden Antrag.[3] Am 22. November 2012 bewilligte der Kulturausschuss der Stadt München die Mittel zur Vergabe eines Georg-Elser-Preises durch die Stadt München ab 2013,[4] worauf der Preis am 4. November 2013 erstmals und dann weiterhin alle zwei Jahre durch die Stadt München vergeben wurde.[5]
Seit 2025 wird ein ähnlicher, allerdings mit 15000 Euro dotierter Preis mit dem Namen „Georg Elser Auszeichnung“ jährlich in Konstanz verliehen,[6]
Preisträger
- 2001 – Georg-Elser-Initiative München: Jürgen Quandt[2]
- 2003 – Georg-Elser-Arbeitskreis Heidenheim: Winfried Maier[2]
- 2005 – Georg-Elser-Initiative Bremen: Verband der Komitees der Soldatenmütter Russlands[2]
- 2007 – Georg-Elser-Initiative Berlin: Elias Bierdel[2]
- 2009 – Georg-Elser-Initiative München: Beate Klarsfeld[2]
- 2011 – Georg-Elser-Initiative München: Dietrich Wagner[2]
- 2013 – Landeshauptstadt München: Thomas Kuban und Peter Ohlendorf[5]
- 2015 – Landeshauptstadt München: Angelika Lex[7]
- 2017 – Landeshauptstadt München: Ernst Grube[8]
- 2019 – Landeshauptstadt München: Michael Buschheuer[9]
- 2021 – Landeshauptstadt München: Seda Başay-Yıldız[10]
- 2023 – Landeshauptstadt München: Yirgalem Fisseha Mebrahtu[11]
- 2025 – Landeshauptstadt München: recherche-nord[12]
Weblinks
- Georg-Elser-Preis auf muenchen.de