Georg Bayl

fränkischer Jurist From Wikipedia, the free encyclopedia

Johann Georg Bayl (* 18. April 1776[1] in Bamberg; † 3. April 1834[2] ebenda) war ein fränkischer Jurist.

Leben

Als Sohn eines Elfenbeinschnitzers und der Tochter eines Hauptmanns von Maehrlein wuchs er als jüngstes der vier die Kindheit überlebenden Kinder des Ehepaars auf. Ein später gedrucktes Schülergedicht des Viertklässlers auf den damaligen Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal soll diesen zu einer Stipendienzusage für Bayl angeregt haben. Zur Umsetzung kam es wegen des Tods des Bischofs jedoch nicht. Bayl studierte dennoch Philosophie und Rechtswissenschaft an der Universitas Ottoniano-Fridericiana und wurde 1802 mit einer Dissertation mit dem Titel Quinam sunt philosophiae juris per criticismum progressus? promoviert. Er erhielt eine Anstellung als außerordentlicher Professor an der Bamberger Universität, die jedoch nach weniger als einem Jahr endete, als die Universität im Zuge der Säkularisation des Hochstifts Bamberg 1803 aufgehoben wurde.

Nach dem Ende der kurzen Universitätskarriere erhielt er eine Anstellung als Hofgerichtsrat. 1805 heirate er die Tochter eines Bamberger Wachsziehermeisters, mit der er einen Sohn und eine Tochter bekam. Nachdem seine Frau drei Jahre nach der Hochzeit gestorben war, heiratete er nicht wieder. Seine Trauer verarbeitete er in zahlreichen Gedichten.

1808 wurde er Appelationsgerichtsrat für den Obermainkreis. Er schrieb juristische Fachartikel, von denen 1810 eine Arbeit Ueber den von Eggers'schen Entwurf eines peinlichen Gesetzbuchs für die Herzogthümer Schleswig und Holstein von der juristischen Fakultät der Universität Kiel als Preisarbeit ausgezeichnet wurde. Einen 1813 ergangenen Ruf nach München als Oberappellationsrat lehnte er ab und blieb in Bamberg.

Ab 1821 war er bis zu seinem Tod hauptamtlicher Bürgermeister von Bamberg. Die Bestätigung seiner Wahl durch die Regierung wurde, einem Nachruf zufolge, unter anderem gern erteilt, weil man in ihm einen weniger streitbaren und damit bequemeren Bürgermeister sah, als dies bei seinem Vorgänger Franz Ludwig von Hornthal der Fall gewesen sei. Während seiner Amtszeit wurde das Waisenhaus erneuert und die Gewerbeschule sowie öffentliche Sparkasse entstanden.

Als Autor verfasste er neben juristischen Schriften zahlreiche Gedichte, die vereinzelt in Zeitschriften und Almanachen erschienen; eine Sammlung wurde postum von seinem Schwiegersohn herausgegeben.

Georg Bayl starb unerwartet im Amt und wurde auf dem Friedhof bei der Bamberger Kirche St. Getreu begraben.

Veröffentlichungen

  • Beitraege zum Kriminalrechte. 1. Theil, Bamberg und Würzburg 1803, 2. Aufl. 1824.
  • Poetischer Nachlass. Nebst dessen angehängter Lebensskizze. hrsg. von F. J. Felsecker, Drausnick, Bamberg 1835.

Literatur

  • Heinrich Joachim Jäck: Zweites Pantheon der Literaten und Künstler Bambergs: vom XI. Jahrhunderte bis 1844. Bamberg 1844, S. 8.
  • Johann Georg Bayl. In: Neuer Nekrolog der Deutschen. 12/I (1834). Voigt, Weimar 1836, S. 299–307. (Digitalisat).
  • Bernhard Spörlein: Die ältere Universität Bamberg (1648–1803), Band 2. scrîpvaz, Berlin 2004, S. 1156–1158. (Biografie)

Einzelnachweise

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