Georg Friedrich Fallenstein

1790 bis 1853; preußischer Geheimer Oberfinanzrat und politischer Schriftsteller From Wikipedia, the free encyclopedia

Georg Friedrich Ahrenhold Adrian Fallenstein (Pseudonym: Mann Friedrich Bauer Fallenstein) (* 2. September 1790 in Kleve; † 31. Dezember 1853 in Heidelberg) war ein deutscher Jurist, Schriftsteller und Politiker.

Familie

Georg Friedrich Fallenstein wurde als Sohn des Theologen Johann Salomon Philip Fallenstein und dessen aus einer Hugenottenfamilie stammender Ehefrau Elisabeth Louise geb. Manché († 1847) geboren. Sein Großvater war der Pädagoge und Philosoph Johann Conrad Fallenstein (1731–1813).

1810 heiratete er Elisabeth Benecke († 1831), Enkelin des akademischen Mechanikus Johann Carl Benecke. 1811 wurde sein Sohn Adalbert geboren. Weitere Kinder waren Laura († 1813), Laura (* 1820, verheiratet mit Carl Gustav Bunge), Elisabeth (* 1827, verheiratet mit Julius Jolly), Roderich, Otto und Friedrich.

1835 heiratete er Emilie Souchay (1805–1881), Tochter des wohlhabenden Frankfurter Kaufmanns Cornelius Carl Souchay. Ihre Töchter waren Ida (1837–1899, verheiratet mit Hermann Baumgarten), Henriette (1840–1895, verheiratet mit Adolf Hausrath) und Helene (1844–1919, verheiratet mit Max Weber senior). Georg Friedrich Fallenstein war angeheirateter Onkel von Cécile Mendelssohn Bartholdy.

Seine Enkel waren Max Weber, Karl Weber, Alfred Weber, August Hausrath, Hans Hausrath, Fritz Baumgarten und Otto Baumgarten.

Leben

Mit 15 Jahren verließ er die Schule und wurde aufgrund seines Franzosenhasses Freiwilliger im österreichischen Militär. 1805 nahm er an der Schlacht bei Austerlitz teil, bei der er am Fuß verwundet wurde. Dank der Unterstützung des Hofkaplans Georg Karl Friedrich Emmrich konnte Fallenstein das Gymnasium abschließen und studierte anschließend auf den Universitäten in Jena und Halle. Auf der Universität Halle wurde er wegen einer Schlägerei relegiert.

Zur Bestreitung seines Lebensunterhalts gab er ab 1810 Privatunterricht. 1811 war er Erzieher der jüngeren Söhne von Sigmund Otto Joseph von Treskow in Owinsk bei Posen. Im selben Jahr kehrte er nach Berlin zurück. 1812 war er in Beeskow bei Frankfurt an der Oder angestellt. 1813 war er Freiwilliger im Lützowschen Freikorps, im März 1814 wurde er Oberjäger. Im August 1814 kehrte er nach Berlin zurück. Bei Kriegsausbruch 1815 war er Premierleutnant im 8. Schlesischen Infanterieregiment. Nach dem Sommerfeldzug von 1815 nahm er am 24. August am Einzug in Paris teil und war ab dem 29. August als Polizeikommandant des 7. Arrondissements tätig. Ende November kehrte Fallenstein nach Berlin zurück und trat seine Stelle als Calculator bei der Regierung in Potsdam an, bei der er im Mai 1815 angestellt worden war. Im März 1816 wurde er nach Düsseldorf versetzt, wo er als Sekretär der neuerrichteten Regierung arbeitete. Nach fünfzehnjähriger Dienstzeit wurde er 1832 als Regierungsrat nach Koblenz versetzt. 1842 wurde er ans Finanzministerium in Berlin versetzt. Am 28. Dezember 1842 wurde er zum Geheimen Finanzrat und Vortragendem Rat im Finanzministerium ernannt. Während eines einjährigen Urlaubs hielt er sich 1844 in Weimar auf. Am 12. Mai 1845 wurde er auf eigenen Wunsch hin pensioniert.

Er ließ sich in der Nähe von Heidelberg nieder. In Heidelberg war er im Kreis um den Historiker Friedrich Christoph Schlosser, gemeinsam mit Ludwig Häusser und Georg Gottfried Gervinus. 1848 war er Mitglied des Vorparlaments. In den Jahren 1850 bis 1853 unterstützte er von Heidelberg aus Schleswig-Holstein, unter anderem sammelte er 1850 während der Schleswig-Holsteinischen Erhebung 8000 Gulden für Lazarettbedarfslieferungen. In Heidelberg baute er das Haus Fallenstein, das heutige Max-Weber-Haus in der Ziegelhäuser Landstraße 17.

Fallenstein forschte zum deutschen Sprichwort und war Mitarbeiter an Grimms Wörterbuch; in dessen Vorrede erwähnt Jacob Grimm ihn als einen seiner fleißigsten Mitarbeiter. Bereits 1815 hatte er den Brüdern Grimm das Märchen Häsichenbraut übermittelt. In den Jahren 1823 bis 1832 stand er im gelegentlichen Schriftwechsel mit Johann Wolfgang von Goethe. Fallenstein arbeitete seit den Freiheitskriegen an einem Roman Das Mädchen der Freude. Er schuf elegische Stücke, Zechlieder, Freiheitslieder sowie Kampf- und Kriegsgesänge. Während seiner Zeit beim Lützowschen Freikorps bestand eine Freundschaft mit Theodor Körner, Friedrich Friesen, Friedrich Ludwig Jahn und Joseph von Eichendorff. Ein guter Freund von Fallenstein war Karl Immermann.

In Düsseldorf engagierte er sich für die Düsseldorfer Malerschule und pflegte intensiven Kontakt zu Wilhelm von Kaulbach, Carl Friedrich Lessing und Johann Wilhelm. 1831 wurde er Mitglied des Kuratoriums der Kunstakademie Düsseldorf. Er war erster Sekretär im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen.

Er starb nach mehreren Schlaganfällen Ende 1853 in Heidelberg.

Ehrungen

Schriften (Auswahl)

  • Mehrere Beiträge 1812 in: August Kuhn: Der Freimüthige oder Unterhaltungsblatt für gebildete, unbefangene Leser.
  • Iduna. Taschenbuch für Freunde und Freundinnen vaterländischer anspruchsloser Dichtung. Hayn, Berlin 1813. Google-Books
  • Zuglied der schwarzen Jäger. In: Friedrich Ludwig Jahn: Sammlung Deutscher Wehrlieder, 1813. Neue verbesserte und vermehrte Auflage 1814, S. 16–17. Google-Books
  • Mehrere Lieder in: August Bercht: Braga. Düsseldorf 1814.
  • Zur Vertheidigung des Professor G. G. Gervinus wider die gegen ihn erhobene Anklage. Frankfurt a. M. 1853.

Literatur

  • Günter Voldenberg: Georg Friedrich Fallenstein – ein niederrheinischer Querdenker?. In: Niederrhein-Magazin 16. 2013/14 (2013), Duisburg 2013, S. 3–18.

Related Articles

Wikiwand AI