Georg Göthe

schwedischer Kunsthistoriker From Wikipedia, the free encyclopedia

Anders Georg Göthe, zumeist Georg Göthe oder Georg Goethe, (geboren am 5. Oktober 1846 in Stockholm; gestorben am 14. Mai 1933 in Djursholm) war ein schwedischer Kunsthistoriker sowie Kunst- und Literaturkritiker und Mitarbeiter des Schwedischen Nationalmuseums.[1]

Leben

Göthe war ein Sohn des Bankkommissars Adrian Göthe (1810–1892) und dessen Frau Anna Sofia Wilhelmina (geborene Lundström; † 1890?) sowie ein Neffe des Mühlenbesitzers Albert Göthe (1807–1851).

Göthe begann 1865 ein Studium an der Universität Uppsala, das er 1873 abschloss. Anschließend wurde er im August 1973 wissenschaftlicher Mitarbeiter des schwedischen Nationalmuseums und veröffentlichte 1875 seine Dissertation Historisk översikt af de vittra samfunden i Sverige føre svenska akademiens stiftelse. Im selben Jahr wurde er zweiter und 1880 erster Assistent am Nationalmuseum. Vom 31. Januar 1981 bis zu seinem Ruhestand 1916 war Göthe Direktor der dortigen Gemälde- und Skulpturensammlung. Er verfasste detaillierte Kataloge der Sammlung und trug mit seiner streng wissenschaftlichen Arbeit dazu bei, dass das Nationalmuseum internationale Anerkennung als kunsthistorische Institution fand. Er knüpfte zahlreiche Kontakte zu Museen im Ausland. Er wurde durch seine gründlichen Studien in den großen Galerien des Auslands und in den schwedischen Sammlungen zu einem der führenden Gemäldeexperten Schwedens. Göthe wurde außerhalb Schwedens durch einen umfangreichen französischen Katalog bekannt, in dem er die ausländischen Meister innerhalb der Gemäldesammlung des Nationalmuseums beschrieb.[2] Eine Übersetzung und Erweiterung erschien später auch in Schweden.

Ab 1895 unterrichtete er auch Kunstgeschichte an der Akademie der Bildenden Künste in Stockholm und verfasste einen kunsthistorischen Überblick und beschreibende Kataloge zur Tafelsammlung des Nationalmuseums. Er beschäftigte sich intensiv mit dem Bildhauer Johan Tobias Sergel, zu dem er mehrere Publikationen veröffentlichte. Göthe fertigte auch Kataloge zu anderen Kunstsammlungen, so beispielsweise in Finspong, Vanas, Djursholm oder auf Schloss Gripsholm. Er schrieb Beiträge für Stockholms Dagblad und weitere Zeitschriften wie der Nordisk tidskrift. Dabei beschäftigte er sich mit kunsthistorischen oder literarischen Themen. Vom 1. Januar 1913 bis zum 5. Oktober 1916 war er als Kurator und von 1916 bis 1926 als Lehrer am Pädagogischen Seminar in Stockholm tätig.[3]

Familie

Seit dem 14. November 1888 war er mit Ebba Fredrika Augusta (geborene von Geijer; 21. April 1859 – 30. Dezember 1896) verheiratet, einer Tochter des Oberstleutnants Bror Bengt Gustaf von Geijer (11. Februar 1816 – 15. Mai 1886) und dessen Frau Hedvig Beata Ida Ebba (geborene Follin; 1830–1886), die zum schwedischen Adel gehörten.[4]

  • Gustaf oder Gustav Georg Göthe (1889 – 4. Mai 1930)[5], Motorradsportpionier und Ingenieur
  • Bror Geijer-Göthe (20. Oktober 1892 – 12. März 1949), Maler und Textilkünstler
  • Sven Georg Adrian Göthe (8. April 1896 – 20. Juli 1942), Pianist und Klavierlehrer

Schriften (Auswahl)

  • Historisk öfversigt af de vittra samfunden i Sverige före svenska akademiens stiftelse. P. A. Norstedt & Söner, Stockholm 1875 (Dissertation, litteraturbanken.se).
  • Julius Langes skrifter. In: Nordisk tidskrift för vetenskap, konst och industri. Föreningen Norden, Stockholm 1878, S. 102–114 (Textarchiv – Internet Archive).
  • Johan Tobias Sergels porträttmedaljonger. In: Bihang till Meddelanden från Nationalmuseum. 5. Stockholm 1885, S. 37–71.
  • Tafvelramen och dess historia. Svenska slöjdföreningen, Stockholm 1886.
  • Nationalmusei tafvelsamling. En konsthistorisk öfversikt. Gernandts Boktryckeri-Aktiebolag, Stockholm 1893.
  • J. T. Sergels porträttbyster. Iduns Tryckeri Aktiebolag, Stockholm 1894 (archive.org).
  • Johan Tobias Sergel i Rom: Några anteckningar till hans historia. In: Festskrift utgifven af Kongl. Akademien för de fria konsterna. Stockholm 1897.
  • Johan Tobias Sergel, hans lefnad och verksamhet. Wahlström and Widstrand, Stockholm 1898.
  • Gemälde und Skulpturen des Nationalmuseums zu Stockholm. Hugo Helbing, München 1902.
  • Notice descriptive des tableaux du musée national de Stockholm. I. Haeggström, Stockholm 1893 (archive.org); 3. Auflage 1910 (gallica.bnf.fr).
  • Johan Tobias Sergels skulpturverk. P. A. Norstedt, Stockholm 1921 (archive.org).
  • Sergelska skissböcker. In: Festskrift vid Foreningen Nationalmusei Vanners tioarsjubileum. P. A. Norstedt, Stockholm 1921, S. 105–116 (Textarchiv – Internet Archive).
  • Porträttsamlingen på Gripsholm. P. A. Norstedt & Söner, Stockholm 1925.

Literatur

Commons: Georg Göthe – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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