Georg Hoinkes
österreichischer Geologe, Petrologe und Mineraloge
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Georg Hoinkes (* 12. November 1946 in Innsbruck) ist ein österreichischer Geologe, Petrologe und Mineraloge sowie emeritierter Professor an der Universität Graz.[1]
Leben
Er wurde als zweiter Sohn des Meteorologen Herfried Hoinkes und dessen Ehefrau Gertrude Hoinkes (geb. Riedmayr) geboren. 1965 legte er die Matura am 1. Bundesrealgymnasium in Innsbruck ab. 1965/66 leistete er als Einjährig-Freiwilliger den ordentlichen verlängerten Präsenzdienst im Österreichischen Bundesheer u. a. bei den Gebirgsjägern in Saalfelden ab und musterte später als Oberleutnant der Reserve ab. Von 1966 bis 1971 studierte er die Fächer Mineralogie und Petrographie sowie Geologie und Paläontologie an der Universität Innsbruck und der ETH Zürich. 1972 promovierte er zum Dr. phil. an der Universität Innsbruck mit der Dissertation „Petrographie und Petrogenese eines Migmatites im Winnebachgranit“. Von 1972 bis 1974 arbeitete er als Vertragsassistent von Gero Kurat an der Abteilung für Mineralogie und Petrographie des Naturhistorischen Museums Wien; seine damalige Forschungstätigkeit betraf Meteoriten. 1972 hat er an einer vom FWF finanzierten Österreichischen Geologischen Himalaya-Expedition unter der Leitung von Wolfgang Frank teilgenommen. Von 1974 bis 1975 war er Vertragsassistent bei Fridolin Purtscheller am Institut für Mineralogie und Petrographie der Universität Innsbruck; hier arbeitete er am Aufbau der Elektronenstrahlmikrosonden-Analytik mit. 1980 bis 1981 erfolgte ein Forschungsaufenthalt als Stipendiat am Institut für Kristallographie und Petrographie der ETH Zürich. 1981 erfolgte die Habilitation und die Verleihung der Lehrbefugnis als Universitätsdozent für Mineralogie und Petrologie an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Innsbruck mit der Arbeit „Mineralchemie und Metamorphose im Schneebergerzug und angrenzenden Altkristallin (Ötztaler Alpen)“. 1982 war er Assistent bei Alan B. Thompson an der ETH Zürich. Nach der Teilnahme an weiteren Forschungsprojekten erfolgte 1988 die Berufung an die Universität Graz als ordentlicher Universitätsprofessor für Mineralogie, Kristallographie und Petrologie. Am 30. September 2015 erfolgte seine Emeritierung.
Werk
Noch während seiner Tätigkeit an der Universität Innsbruck begann er mit der petrographischen Bearbeitung der Metasedimente des Schneebergerzuges im südlichen Ötztalkristallin, ebenso mit einer mikrochemischen Untersuchung über den Abbau von Silicon-Prothesen in menschlichem und tierischem Gewebe, gemeinsam mit Pathologen und Chirurgen der Universitätsklinik Innsbruck, die 1984 abgeschlossen wurde. 1976 nahm an einer vom FWF finanzierten Forschungsreise zu den Vulkaniten des Hoggar in der zentralen Sahara unter Leitung von Wolfram Richter teil. Ebenso arbeitete bei den FWF-Forschungsschwerpunkten „Die frühalpine Geschichte der Ostalpen“ bzw. „Geologischer Tiefbau der Ostalpen“ bis 1984 mit. Als Professor an der Universität Graz hat er eine Vielzahl von wissenschaftlichen Projekten angestoßen und durchgeführt, die sich auf Europa (z. B. „Ötztaler Orthogneise“, „Metamorphoseentwicklung des ostalpinen Kristallins“, „Alpidische Metamorphosegradienten“, „Ultrahigh-pressure metamorphism in the Greek Rhodope massif“), auf Afrika („Geodynamik panafrikanischer Orogenese in Nordafrika“, „Geodynamic setting of the Panafrican Orogenesis in Eastern Africa“, „Metamorphism and Mineralization of Western Ethiopia“, „Pre Pan-African versus Pan-African evolution in the Mozambique Belt in Tanzania“) oder Südamerika („Untersuchung der Metamorphose und Mineralisation des kristallinen Basements in Argentinien“) bezogen. Zudem hat er bedeutsame methodische Beiträge zu mikrothermometrischen und zu Raman-spektroskopischen Analysen sowie zur Elektronenstrahlanalyse geleistet.
Ehrungen/Positionen
- 2012–2014: Leiter des Bereiches Mineralogie und Petrologie des Institutes für Erdwissenschaften, Universität Graz
- 2010–2012: Leiter des Institutes für Erdwissenschaften, Universität Graz
- 2005–2009: Vorsitzender des „International Eclogite Conference Coordination Committee“ (IECCC)
- 1999–2009: Mitglied des Senates der Karl-Franzens-Universität
- 1999–2007: Dekan der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz
- 1997–2001: Vorsitzender des „Naturwissenschaftlichen Vereines für Steiermark“
- seit 1989: Associate Editor von „Mineralogy and Petrology“
Privates
Er ist seit 1973 verheiratet mit der Strafrechtlerin und Lehrbeauftragten an den Universitäten Innsbruck und Graz, Barbara Hoinkes (geb. Wilflingseder)[2]. Das Ehepaar hat drei Kinder, den Sohn Stephan (* 1974, Architekt) und die Töchter Andrea (* 1977) und Susanna (* 1984, Glaziologin).
Publikationen (Auswahl)
- Monografien
- Mit Karl Krainer, Peter Tropper: Ötztaler Alpen, Stubaier Alpen und Texelgruppe. Bornträger Gebrüder, Stuttgart 2021, ISBN 978-3-443-15100-3.
- Zeitschriftenartikel/Buchbeiträge
- Mit Philip Schantl; Ralf Schuster; Kurt Krenn: Polyphase metamorphism at the southeastern margin of the Graz Paleozoic and the underlying Austroalpine basement units. In: Austrian Journal of Earth Sciences, 2015, 108 (2).
- Mit Shah Wali Faryad; Václav Kachlík; Jiri Sláma: Implication of corona formation in a metatroctolite to the granulite facies overprint of HP-UHP rocks in the Moldanubian Zone (Bohemian Massif). In: Journal of Metamorphic Geology. 2015, 33 (3), S. 295–310.
- Mit Christoph Hauzenberger; R. Schmid: Classification, Nomenclature, and Formation. In: Reference Module in Earth Systems and Environmental Sciences. Elsevier, München 2017, ISBN 978-0-12-409548-9.
- Mit Kurt Krenn; Jürgen Konzett: Re-equilibration of a high-pressure metamorphic fluid: Evidence from tourmaline-, Apatite- and quartz-hosted fluid inclusions in an Eoalpine eclogite from the Eastern Alps. In: European Journal of Mineralogy. 2014, 26 (2).
- R. Schuster; P. Schantl; T. Ilickovic; B. Moshammer; K. Krenn; B. Puhr; K. Brandner; A. Proyer; S. Richoz: PANGEO Austria. Excursion 4. Grazer Paläozoikum und Ostalpines Kristallin im Bereich nördlich von Weiz: Neues zur Tektonik und Lithostratigraphie. In: Berichte des Institutes für Erdwissenschaften, Karl-Franzens-Universität Graz. 2014, 20/2, S. 73–75.
- Mit Shah Wali Faryad; Larissa Dobrzhinetskaya; Junfeng Zhang: Ultrahigh-pressure and high-pressure metamorphic terranes in orogenic belts: Reactions, fluids and geological processes: Preface. In: Gondwana Research, 2013, 23 (3), S. 841–843.
- Mit Kurt Krenn; Walter Kurz; Harald Fritz: Eoalpine tectonics of the Eastern Alps: Implications from the evolution of monometamorphic Austroalpine units (Schneeberg and Radenthein Complex). In: Swiss Journal of Geosciences, 2011, 104 (3).
- Mit R. Schuster; F. Koller; V. Hoeck; R. Bousquet: Explanatory notes to the map: Metamphic structureof the Alps, Metamorphic evolution of the eastern Alps. In: Mitteilung der österreichischen Mineralogischen Gesellschaft, 2004,149, S. 175–199.
- Mit S. W. Faryad: P-T gradient of Eo-Alpinemetamorphism within the Austroalpine basement units eastof the Tauern Window (Austria). In: Mineralogy and Petrology. 2003, 77, ISSN 1438-1168, doi:10.1007/s00710-002-0196-1, S. 129–159.
- Mit F. Neubauer; F. P. Sassi; R. Handler; V. Höck; F. Koller; W. Frank: Pre-Alpine metamorphism in the Eastern Alps. In: Schweizer Mineralogische Petrogrographische Mitteilungen, 1999, 79, S. 41–62.
- Zur geologischen Entwicklung des Naturparks Texelgruppe (zobodat.at PDF), abgerufen am 26. Dezember 2025.
Weblinks
- Literatur von und über Georg Hoinkes im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- G. Hoinkes's research while affiliated with University of Graz and other places auf Research Gate, abgerufen am 26. Dezember 2025.
- Georg Hoinkes auf Science Direct, abgerufen am 26. Dezember 2025.