Georg Marschnig

österreichischer Historiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Georg Marschnig (* 20. Mai 1981 in Graz) ist ein österreichischer Historiker und Geschichtsdidaktiker. Er ist Universitätsprofessor für Fachdidaktik am Institut für Geschichte an der Karl-Franzens-Universität Graz, das er seit November 2025 als Institutsvorstand leitet.[1]

Leben

Marschnig wuchs im Grazer Arbeiterbezirk Lend auf und legte 1999 die Matura am Oeverseegymnasium mit Auszeichnung ab. Danach belegte er ein Lehramtsstudium in den Fächern Geschichte, Politische Bildung und Deutsch an der Karl-Franzens-Universität Graz und der Université de Rouen. Parallel zum anschließenden Unterrichtspraktikum (Referendariat) am BG/BRG Kirchengasse Graz absolvierte er den Universitätslehrgang „Deutsch als Fremdsprache“, den er mit Auszeichnung und einem viermonatigen Unterrichtspraktikum an der Hanoi University im Frühjahr 2008 abschloss. Von 2009 bis 2018 arbeitete er als Gymnasiallehrer am BG/BRG Kirchengasse in Graz.

2010 promovierte Marschnig summa cum laude mit der Arbeit „Gottschee Global. Erinnerungsnarrative und Identitätsmanagement im Cyberspace“ an der Universität Wien. Die Dissertation wurde von Heidemarie Uhl und Helmut Konrad begutachtet. Von 2012 bis 2020 war Marschnig als Lecturer, von 2020 bis 2023 als Senior Scientist am Institut für Geschichte in Graz tätig.[2] Während dieser Zeit absolvierte er Auslandsaufenthalte in Bulgarien, Großbritannien, Israel, Norwegen und Frankreich. Seit 2016 ist Marschnig Herausgeber und Autor der Schulbuchreihe „Denkmal“.[3] Seit 2021 ist er Mitglied im Vorstand der Interessengemeinschaft für Politische Bildung, seit 2025 deren Vorsitzender.[4] Im Jahr 2022 war Marschnig als Visiting Scholar an der Universität Waterloo tätig.[5] Mit dem 1. März 2023 folgte er dem Ruf auf eine Universitätsprofessur für Fachdidaktik des Unterrichtsfaches Geschichte und Politische Bildung an der Universität Wien.[6]

Im Oktober 2024 wurde Georg Marschnig mit der Schrift „Geschichtskulturell orientiert, sprachsensibel informiert, politisch engagiert. Entwurf einer Pragmatik einer historisch-politischen Bildung“ an der Karl-Franzens-Universität Graz habilitiert und erhielt die Lehrbefugnis im Fach „Geschichtsdidaktik und Politische Bildung“.[7] Von Oktober 2024 bis Februar 2025 war er Vorstand des Instituts für Geschichte der Universität Wien. Im Dezember 2024 erhielt er den Ruf an die Karl-Franzens-Universität Graz, den er als Nachfolger von Christian Heuer mit dem 1. März 2025 annahm.

Marschnig lebt mit seiner Familie in Graz und ist eingetragenes Mitglied des Sportklub Sturm Graz.

Forschungsschwerpunkte

Marschnigs Arbeitsschwerpunkte umfassen Forschungen zu Orten, Praxen und Medien der Geschichtskultur, Sprachsensibilität im historisch-politischen Lernen, Theorie und Praxis des Geschichtsunterrichts, sowie Zeitgeschichte und Politische Bildung.[6]

Schriften (Auswahl)

  • Gottschee Global. Geschichtsnarative und Identiätsmanagement im Cyberspace. 2009.
  • mit Britte Breser, Christian Heuer: KunstGeschichte(n)? Über die ästhetische Dimension der Geschichtskultur. Wochenschau, Schwalbach/Ts. 2024, ISBN 978-3-7344-1743-6.
  • Ist das noch [unsere] Geschichte oder kann das [endlich] weg? Historisch-politische Bildung mit/für/gegen das Lueger-Denkmal in Wien. In: Britta Breser, Christian Heuer, Georg Marschnig (Hrsg.): Die ästhetische Dimension der Geschichtskultur. Wochenschau Verlag, Schwalbach 2025, S. XX.
  • Sprache und Geschichte. Das Grazer Modell der Sprachsensiblisierung von Lehramtsstudierenden im Fach Geschichte und Politische Bildung. In: Markus Bernhardt, Saskia Handro, Kerstin Lochon-Wagner, Martin Schlutow (Hrsg.): Sprache in der Geschichtslehrerbildung. Konzepte der Professionalisierung vom Studium bis zum Beruf. Frankfurt/Main. Wochenschau. 2025. 42–56.
  • Agency erlangen im Möglichkeitsmodus. Herman Melvilles „Bartleby“ als politischer Bildner. In: Monika Gigerl, Aleksandra Wierzbicka (Hrsg.): Partizipativ? Demokratisch? Gesellschaft im Wandel! Leykam Universitätsverlag, Wien 2025, S. 181–190.
  • An der Peripherie der Peripherie. Wie Graz sich die Geschichtsdidaktik erfand. Oder: eine (auto)ethnographische Skizze. In: Christian Heuer, Corinna Link, Manfred Seidenfuß (Hrsg.): Akteur:innen, Diskurse und Praktiken der 1970er und 1980er Jahre. Disziplingeschichten „der“ Geschichtsdidaktik. LIT, Wien 2025, S. 95–112.

Einzelnachweise

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