Georg Mooseder
deutscher Heimatforscher
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Georg Mooseder (* 24. Mai 1922 in München-Moosach; † 20. Mai 2008 in München)[1][2][3] war ein Heimatforscher verschiedener Münchner Ortschaften, insbesondere um Perlach. Er wurde mehrfach ausgezeichnet mit Medaillen, Ehrenmitgliedschaften in Vereinen und der Benennung einer Straße in Moosach nach ihm.[4] Er ist außerdem Gründer und Namensgeber der Mooseder-Stiftung,[5] sowie Mitbegründer der Geschichts-Sammlung Laturell/Mooseder.[6]
Leben
Mooseder wurde am 24. Mai 1922 als Sohn eines Moosacher Landwirts einer alteingesessenen Moosacher Familie in München geboren.[1]
Mooseder absolvierte im Jahr 1936 seinen Schulabschluss und ging dann bei der Münchner Zweigniederlassung der Mineralölfirma Pennsylvania Mannheim in Lehre. 1941 wurde er zu Arbeiten (Reichsarbeitsdienst)[2] in Belgien und Frankreich einberufen, Ende des Jahres zu den Gebirgsjägern in Bad Reichenhall. Nach einem Krankenhausaufenthalt am 2. Mai 1945 in Brixen, kam er als Kriegsgefangener nach Rimini, Malta, Neapel und Babenhausen (bei Darmstadt), wo er im Jahr 1946 bei St. Peter und Paul in die Freiheit entlassen wurde.[2]
Er arbeitete in München wieder im Mineralölgeschäft und machte sich 1963 selbstständig.[2]
Familie und Anfänge in der Heimatforschung
Mooseders erste Ehefrau verstarb früh im Jahr 1969.[5] Im Jahr 1971 heiratete er die aus Perlach gebürtige und in Fasangarten praktizierende Kinderärztin Hermine Baumgartner. In den 1970er Jahren widmete er sich auf Anregung seines früheren Religionslehrers Anton Bauer, damals Kaplan und später Wallfahrtsforscher, der Geschichte Moosachs. Mitte des Jahrzehnts zog er mit seinen Söhnen zu seiner Frau nach Fasangarten. Im Laufe der Zeit weitete er sein Betrachtungsspektrum aus, unter anderem auf Feldmoching und Allach.[1]
Gemeinsam mit Volker D. Laturell verfasste Mooseder „zwei größere geschichtliche Darstellungen Moosachs“,[1] die in den Jahren 1980 und 1985 in München unter dem Titel Moosach herausgegeben wurden.[1] Daraufhin (Mitte der 1980er Jahre) untersuchte Mooseder vor allem die Perlacher Stadtgeschichte anlässlich des baldigen 1200-jährigen Stadtjubiläums im Jahr 1990, außerdem motiviert durch die Herkunft seiner Frau.[7]
Gründung des Festring Perlach e. V.
Im Januar 1986 entschlossen sich auf Initiative Georg Mooseders zehn Mitglieder des Festausschusses für die 1200-Jahr-Feier Perlachs im Jahr 1990, eine Vereinssatzung zu bestimmen und eine Gründungsversammlung für den Festring Perlach e. V. am 24. März 1986 einzuberufen, an dem der Verein gegründet wurde.[2]
Öffentliches Engagement und Publikationen
In den Jahren 1978 bis 1998 wurden zahlreiche Beiträge Mooseders in der Zeitschrift Amperland veröffentlicht.[2]
Gemeinsam mit Adolf Hackenberg bereitete er im Jahr 1989 in Vorbereitung für die Jubiläumsfeier zwei Ausstellungen in der Perlacher Michaelskirche und im Perlacher Einkaufszentrum PEP vor. Zusammen haben sie im Jahr 1990 den ersten Band des umfangreichen Jubiläumswerks 1200 Jahre Perlach herausgegeben, im darauffolgenden Jahr außerdem Der Perlacher Geschichtsbrunnen redigiert. Letzteres Werk thematisiert insbesondere „das hoch dramatische kommunalpolitische Geschehen um die Entstehung dieses Brunnens 1988–1991, dem einzigen Geschichtsbrunnen in München“.[7] Die betreffenden dramatischen Verhandlungen, an denen auch Mooseder teilnahm, schrieb die Hofpoetin Gretl Weig in einem langen Gedicht nieder.[7]
Die Programmgestaltung des „historische[n] Festzug[s] 1200 Jahre Perlach“[8] am 9. September 1990 mit 50 Festwägen hat Mooseder ab 1987 maßgeblich mitgestaltet. Im Jahr 1992 wirkte Mooseder mit Hackenberg bei der Herausgabe des Perlacher Häuserbuchs (des zweiten Bandes von 1200 Jahre Perlach) mit, später an weiteren Schriften.[8]
Mooseder-Stiftung
Im Jahr 1998 gründete er aus eigenen Mitteln die Mooseder-Stiftung, die bis heute besteht, und Heimat- und Denkmalpflege unterstützt.[5] Außerdem finanziert sie seit dem Jahr 2011 das Preisgeld des Michael-Doeberl-Preises, fördert Publikationen und betreibt weitere Spenden für öffentliche Einrichtungen.[9] Um das Jahr 2016 beteiligte sich die Mooseder-Stiftung an der Restaurierung des Friedhofs an Münchens gerüchteweise ältesten Gotteshauses St. Martin in Moosach.[10] Um 2023 finanzierte sie die Restaurierung des Fassadenbrunnens an der Nymphenburger Magdalenenklause,[11] und war um 2021 auch an der Restaurierung des Nornenbrunnens bzw. auch der Schicksalsterasse beteiligt.[12]
Geschichts-Sammlung Laturell/Mooseder
Im Jahr 2000 gründete Mooseder mit Volker D. Laturell die Geschichts-Sammlung Laturell/Mooseder (GSLM). Sie dient als öffentlich zugängliches Archiv für geschichtliches und volkskundliches Material bezüglich unter anderem der ehemaligen Gemeinden Allach, Feldmoching, Ludwigsfeld, Milbertshofen und Moosach. Die Sammlung befand sich bis September 2018 in den Räumen der Mooseder-Stiftung an der Feldmochinger Straße und seitdem in den Räumen des Geschichtsvereins Moosach e.V. an der Bauberger Straße.[13][14]
Ehrungen
- Ehrenmitglied im Festring Perlach e. V.[4]
- Ehrenmitglied des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde[4]
- Ehrenmitglied des Kulturhistorischen Vereins Feldmoching auf dem Gfild[4]
- Silberne Verdienstmedaille des Bezirks Oberbayern für „Verdienste um den Bezirk Oberbayern“ (1995)[4]
- Bronzemedaille München leuchtet (2000)[4]
- Benennung der Georg-Mooseder-Straße in Moosach. (2013)[4]
Literatur
- Lothar Altmann: Georg Mooseder zum 100. Geburtstag in: Amperland, Jahrgang 58, Heft 2. 2022. S. 48–49. (PDF)
- Leopold Auburger: Zum Gedenken an Georg Mooseder, Gründungs- und Ehrenmitglied des Festring Perlach e. V. in: Sommerpfarrbrief 2022. Pfarrei St. Michael Perlach mit St. Georg Unterbiberg. S. 50–54. (PDF)
Weblinks
- Der Stiftungsgründer Georg Mooseder (1922 -2008) auf Mooseder-Stiftung.de
- Georg-Mooseder-Straße. Namenserläuterung. Landeshauptstadt München