George Hoshida

japanisch-amerikanischer Maler From Wikipedia, the free encyclopedia

George Hoshida (* 1907 in Kumamoto, Japan; † 22. April 1985 auf Hawaii) war ein japanisch-amerikanischer Maler (Issei). Er dokumentierte seine Erfahrungen während der Internierung japanischstämmiger US-Amerikaner im Zweiten Weltkrieg in zahlreichen Zeichnungen und Aquarellen.[1]

Leben

George Hoshida wurde 1907 in Kumamoto, Japan, geboren. Im Alter von vier Jahren wanderte er 1912 mit seiner Familie nach Hilo auf Hawaii aus. Nach dem Abschluss der Mittelschule beendete er seine formale Schulbildung und arbeitete bei der Hilo Electric Company. Er heiratete, gründete eine Familie und engagierte sich in einem buddhistischen Tempel sowie im Judosport; auf Hawaii war er Präsident einer Judo-Föderation. Nach dem Angriff auf Pearl Harbor wurde Hoshida am 6. Februar 1942 vermutlich aufgrund seiner führenden Rolle im japanisch-hawaiischen Gemeindeleben verhaftet. Er wurde zunächst im Kilauea Military Camp auf Hawaii festgehalten und anschließend in die Internierungslager Sand Island (Oahu), Fort Sam Houston, Lordsburg und Santa Fe (New Mexico) verlegt. Während der ersten zwei Jahre der Internierung war er von seiner Ehefrau Tamae und den drei Töchtern getrennt. Während seiner Abwesenheit wurde eine vierte Tochter geboren. Eine Wiedervereinigung der Familie erfolgte im Lager Jerome in Arkansas, wohin Tamae und die Kinder im Januar 1943 gebracht worden waren. Die älteste Tochter Taeko, die schwer behindert war, musste in einer Einrichtung auf Hawaii zurückgelassen werden und verstarb während der Internierungszeit. Später wurde die Familie in das Gila-River-Lager in Arizona verlegt.[1][2]

Zwischen 1942 und 1945 fertigte Hoshida zahlreiche Zeichnungen und Aquarelle an, in denen er das Leben in den Lagern detailreich festhielt. Diese Werke in Form mehrerer Notizbücher dokumentieren seine persönlichen Erlebnisse und Gedanken aus dieser Zeit. Sie enthalten auch die einzigen bekannten bildlichen Darstellungen des Kilauea Military Camps. Darauf sind Porträts von Mitgefangenen, Alltagsszenen sowie Ansichten der Lagerumgebung zu sehen. Zudem unterrichtete Hoshida andere Internierte im Zeichnen. Einige seiner Illustrationen wurden 1983 in der von Bamboo Ridge Press herausgegebenen Gedichtsammlung Poets Behind Barbed Wire veröffentlicht.[1]

Nach seiner Entlassung kehrte Hoshida im Dezember 1945 mit seiner Familie nach Hilo zurück. 1959 zog er mit seiner Ehefrau und seiner Tochter Carole nach Los Angeles, wo er als stellvertretender Gerichtsschreiber arbeitete und seinen Highschool-Abschluss nachholte. Nach seiner Pensionierung kehrte er nach Hawaii zurück und veröffentlichte seine Autobiografie Life of a Japanese Immigrant Boy in Hawaii. George Hoshida starb im Jahr 1985. Im Jahr 1996 übergab seine Familie seine künstlerischen und schriftlichen Nachlässe dem Japanese American National Museum in Los Angeles. Die Sammlung wurde digitalisiert und ist online zugänglich: The Life and Work of George Hoshida: A Japanese American’s Journey.[1][3]

Literatur

  • George und Tamae Hoshida, Taken from the Paradise Isle: The Hoshida Family Story, hrsg. von Heidi Kim, Vorwort von Franklin Odo, Boulder: University of Colorado Press, 2015.
  • Karleen Chinen, Remembering George Hoshida, in: Hawaii Herald, 3. Mai 1985.
  • Laura Hirayama, Portraits of Internment, in: Hawaii Herald, 3. Dezember 1982.

Einzelnachweise

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