Georges Blun
Schweizer Widerstandskämpfer gegen NS-Deutschland, Kopf George-Blun-Gruppe (Rote Kapelle)
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Georges Blun (* 1. Juni 1893[1]; Todesdatum unbekannt) war ein französischer Journalist.

Blun verbrachte seine Kindheit in Paris, Remscheid, Exeter, Hagen und Berlin. In der deutschen Reichshauptstadt besuchte er bis 1911 das Gymnasium. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges war er in der Redaktion der französischen Tageszeitung Le Matin in Paris tätig. Als Soldat erlitt er im Jahr 1915 eine Verletzung und wurde kriegsuntauglich. Blun arbeitete fortan wieder als Journalist und war für Le Matin zunächst in der Schweiz tätig. Später wechselte er nach Berlin und blieb dort bis kurz vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939.[2] In Berlin vertrat er die französische Tageszeitung Le Journal und sorgte mit einem Ende Dezember 1927 veröffentlichten Artikel für einen Skandal, den Carl von Ossietzky seinerzeit in der Weltbühne kommentierte.[3] Von 1926 bis 1927 war Blun Vorsitzender des Vereins der Ausländischen Presse in Deutschland.[4]
Während der Zeit des Nationalsozialismus war Blun ein Informant im Netzwerk der Roten Drei, einer Gruppe von drei Sendern, die Sándor Radó für den Nachrichtendienst der Roten Armee (GRU) in der Schweiz betrieb.[5][6] Blun übermittelte unter dem Decknamen Long an Radó Informationen über politische, wirtschaftliche und diplomatische Angelegenheiten des Dritten Reiches. Eine seiner Hauptquellen war Ernst Lemmer, der ab 1940 Berliner Berichterstatter der Neuen Zürcher Zeitung war. Lemmer konnte auf Informationen aus dem Auswärtigen Amt zurückgreifen.[7][8]
Literatur
- Gerhard Sälter: Phantome des Kalten Krieges. Die Organisation Gehlen und die Wiederbelebung des Gestapo-Feindbildes „Rote Kapelle.“ Ch. Links, Berlin 2016, ISBN 978-3-86153-921-6, S. 442, 448, 466.