Georgi Stepanowitsch Chrustaljow-Nossar

russischer Revolutionär und Politiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Georgi Stepanowitsch Chrustaljow-Nossar (russisch Георгий Степанович Хрусталёв-Носарь; * 1877 in Perejaslaw; † Mai 1919 ebenda), Pseudonyme: Pjotr Alexejewitsch Chrustaljow (Пётр Алексеевич Хрусталёв) und Juri Perejaslawski (Юрий Переяславский), war ein russischer Revolutionär und Politiker.

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Georgi Chrustaljow-Nossar

Leben

Georgi, Sohn des ins Gouvernement Poltawa verbannten Bauern Stepan Kornejewitsch Nossar, besuchte das Perejaslawer und dann ein Kiewer Gymnasium. Danach studierte er an der Juristischen Fakultät der Petersburger Universität. Wegen seiner Aktivitäten in der Studentenbewegung wurde Georgi verbannt, durfte aber als Externer seine Prüfungen ablegen. Nach dem Studium – mit dem Diplom in der Tasche – wurde er in Charkow Anwaltsgehilfe.

Georgi wurde Mitglied von Peter Struves Befreiungs-Union[1]. Diese Vereinigung wollte die russische Monarchie durch eine Konstitutionelle Monarchie ersetzen.

Wsewolod Eichenbaum erinnert sich: Georgi Chrustaljow-Nossar hatte das Vertrauen der Arbeiter gewonnen, nachdem er sich unmittelbar nach dem Petersburger Blutsonntag persönlich um ihre existenziellen Nöte gekümmert hatte. Nachdem der Anwalt dafür am 3. Juli 1905 in die Peter-und-Paul-Festung eingesperrt worden war, wurde er am 2. September wieder entlassen und am 14. Oktober einstimmig zum ersten Vorsitzenden des Sowjets der Petersburger Arbeiter-Deputierten[2] gewählt. Die Wahl fiel so eindeutig aus, auch weil Georgi Chrustaljow-Nossar zu der Zeit gewissermaßen über den Parteien stand. Später allerdings hatte er sich den Menschewiki in der SDAPR angeschlossen.

Vorsitzende eines Sowjets, zumal des ersten, lebten im Petersburg des Zaren gewöhnlich nicht lange in Freiheit. Trotzki[A 1] nahm nach der Verhaftung Georgi Chrustaljow-Nossars dessen Stelle ein.

Am 26. November 1905 war Georgi Chrustaljow-Nossar verhaftet worden. Am 19. September 1906 wurde er angeklagt. Dem Gericht konnte er nicht glaubhaft machen, sich lediglich auf der Grundlage von Wittes Oktobermanifest für die dringlichsten Alltagssorgen der Arbeiter eingesetzt zu haben. Er wurde verurteilt, nach Sibirien verbannt, konnte aber im März 1907 ins Ausland fliehen. Seine Ansichten zum künftigen Weg der Arbeiterbewegung, artikuliert auf dem 5. Kongress der SDAPR[3] in London, wurden von den Bolschewiki, hauptsächlich von Lenin, zurückgewiesen und fanden auch vor den anderen Delegierten keine Mehrheit.

Georgi Chrustaljow-Nossar trat 1910 aus der SDAPR aus und beschäftigte sich in Paris mit dem Syndikalismus – nach seinem Gespür eine ganz besonders praxisnahe Methodik für die aktuellen Belange der Arbeiterschaft. Darauf begeisterte er sich, ebenfalls in Paris, für Berdjajews Philosophie der Gottmenschlichkeit und wollte als Gottsucher (russ. Богоискатель) zur Religiosität des russischen Volkes über das Studium der Lehren von Bulgakow, Mereschkowski und Rosanow Zugang finden. In einem Pariser Emigrantenblatt profilierte sich Georgi Chrustaljow-Nossar 1911 zum Redakteur. Der Abstecher in die Journalistik geriet zum finanziellen Desaster. Ein französisches Gericht verurteilte ihn wegen Veruntreuung. Nach Verbüßung der Strafe war Georgi Chrustaljow-Nossar von der Welt und den Menschen geheilt. Also kehrte er 1914 in sein Russland zurück. Dort erinnerte man sich seiner Flucht aus der Verbannung und verurteilte ihn dafür 1915 zu drei Jahren Katorga. Die Februarrevolution 1917 brachte ihm die Freiheit. Nach Petrograd zurückgekehrt, musste er erkennen, alle Posten in seinem alten Petersburger Sowjet von 1905 waren besetzt. Man brauchte ihn nicht mehr. Notgedrungen ging er zurück in seine ukrainische Heimat nach Perejaslaw und gründete dort mit Unterstützung von Pawlo Skoropadskyj und Symon Petljura die winzige Perejaslawer Republik. Die Bolschewiken, genauer, ihr Revolutionskomitee[4], erschoss Georgi Chrustaljow-Nossar im Mai 1919 wegen antisowjetischer Aktivität. Mancher aus den Reihen der Weißen Bewegung vermutete, Trotzki sei an diesem Roten Terror nicht unbeteiligt gewesen.[5]

Literatur

Commons: Georgi Chrustaljow-Nossar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Eintrag im Historien-Portal hrono.ru (russisch)

Einzelnachweise

Anmerkung

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