Geothermisches Informationssystem

frei zugängliches Informationssystem für mitteltiefe bis tiefe Geothermie in Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Geothermische Informationssystem (GeotIS) ist ein frei zugängliches Informationssystem für Geothermie in Deutschland, entwickelt und betrieben vom LIAG-Institut für Angewandte Geophysik.[1][2] Das Ziel des GeotIS ist die Harmonisierung und Aufbereitung geothermischer Daten um die erste Bewertung geothermischer Projekte zu erleichtern und das allgemeine Fündigkeitsrisiko zu minimieren.[3]

SprachenDeutsch, Englisch
RedaktionLIAG-Institut für Angewandte Geophysik
Schnelle Fakten Sprachen, Betreiber ...
Geothermisches Informationssystem (GeotIS)
Aktuelle Forschungsdaten zu Potential und Nutzung geothermischer Energie
Geothermische Webanwendung
Sprachen Deutsch, Englisch
Betreiber LIAG-Institut für Angewandte Geophysik
Redaktion LIAG-Institut für Angewandte Geophysik
Registrierung Nein
Online seit 2006
(aktualisiert 2025)
https://www.geotis.de
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Stand 2018 ist das GeotIS die größte und umfassendste Sammlung geologischer Daten für die Bewertung geothermischer Ressourcen in Deutschland.[3]

Entwicklung

Für den Ausbau der geothermischen Stromerzeugung in Deutschland empfahl das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag im Jahr 2003 unter anderem die Erstellung eines umfassenden Ressourcenatlas. In der Folge förderte das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit 2006 bis 2009 das Projekt „Geothermisches Informationssystem für Deutschland“ (GeotIS), das sich auf die tiefen Grundwasserleiter im östlichen Norddeutschen Becken, im Oberrheingraben und in Süddeutschland konzentrierte. Bereits in dieser frühen Phase entstanden zwei 3D-Struktur- sowie zwei 3D-Temperaturmodelle.[4]

Seit seinem Start 2006 wird GeotIS vom LIAG gemeinsam mit zahlreichen Partnern in mehreren Projekten kontinuierlich ausgebaut und weiterentwickelt.[4]

Datengrundlage

Die Datengrundlage von GeotIS umfasst mehr als 30.000 Bohrungen, überwiegend aus der Erdöl- und Erdgasexploration, außerdem aus der Geothermie sowie aus Thermal-, Mineralwasser- und Bergbaubohrungen. Ergänzend fließen hydraulische Informationen ein, darunter Porositäts- und Permeabilitätswerte und Testergebnisse aus dem „Fachinformationssystem Kohlenwasserstoffe“ des LBEG, aus den Datenbeständen der Projektpartner und aus dem „Hauptspeicher Bohrungsdaten“ der ehemaligen DDR. Zudem enthält das System Temperaturdaten aus dem Fachinformationssystem Geophysik des LIAG und Strukturdaten aus verschiedenen Kartenwerken und Arbeiten der Projektpartner, einschließlich der staatlichen geologischen Dienste.[5][6]

Funktionen

Das GeotIS bietet mehrere interaktive Anwendungen, wie Kartendienste, Profil- und Statistikwerkzeuge, aber auch statische Übersichtskarten, zugehörige Publikationen und ein E-Learning-Portal.[7]

Literatur

  • R. Schulz, T. Agemar, A.-J. Alten, K. Kühne, A.-A. Maul, S. Pester und W. Wirth: Aufbau eines geothermischen Informationssystems für Deutschland. Urban-Verlag, Hamburg-Wien 2007 (geotis.de [PDF]).
  • Thorsten Agemar, Jessica-Aileen Alten, Britta Ganz, Jörg Kuder, Klaus Kühne, Sandra Schumacher, Rüdiger Schulz: The Geothermal Information System for Germany – GeotIS. In: Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften. Band 165, Nr. 2, 2014, ISSN 1860-1804, doi:10.1127/1860-1804/2014/0060 (schweizerbart.de).

Einzelnachweise

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