Gerd Stiefel

deutscher Leitender Kriminaldirektor i.R. und Autor historischer Romane und Kriminalliteratur From Wikipedia, the free encyclopedia

Gerd Stiefel (* 16. November 1959 in Ebingen) ist ein deutscher Leitender Kriminaldirektor i. R. und Autor historischer Romane und Kriminalliteratur.

Gerd Stiefel, 2023
Gerd Stiefel, 2023

Leben

Nach dem Abitur im Jahr 1979 begann Gerd Stiefel eine Ausbildung für den Polizeidienst bei der Bereitschaftspolizei in Biberach. 1984 nahm er ein Studium an der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg in Villingen-Schwenningen auf und war anschließend mehrere Jahre beim Landeskriminalamt in Stuttgart tätig. 1993 folgten eine Ausbildung und ein Studium für den höheren Polizeivollzugsdienst an der Polizei-Führungsakademie in Münster. Neben seiner beruflichen Laufbahn nahm Stiefel ab 1987 ein Studium der Sozialwissenschaften, Geschichte und Jura an der Fernuniversität in Hagen auf. Das Studium schloss er im Jahr 2000 mit dem akademischen Grad Magister Artium ab.[1][2]

Stiefel stieg im Jahr 1995 als Kriminalrat in den Höheren Polizeivollzugsdienst auf und war zunächst als Referent im Innenministerium tätig. 1996 übernahm er die Leitung der Inspektion Ermittlungen bei der Polizeidirektion Waiblingen. von 1998 bis 2010 war er Leiter der Kriminalpolizei Konstanz und Leiter der Polizeidirektion Konstanz.[1]

Im Jahr 2004 nahm Stiefel eine 16 Monate andauernde Auslandsmission wahr, die Mission umfasste 27 Nationen.[1] 2006 kehrte er als Kriminaldirektor nach Konstanz zurück und wurde 2010 zum Leiter der Polizeidirektion Sigmaringen bestellt.[3] Nach der Polizeistrukturreform 2014 leitete er die Direktion Polizeireviere im Polizeipräsidium Konstanz und ab 2020 bis zu seiner Pensionierung 2021 die Schutzpolizeidirektion des Präsidiums in Tuttlingen.[1]

Gerd Stiefel lebt mit seiner Familie am Bodensee.[4]

Schriftstellerische Tätigkeit

Zum Schreiben fand Stiefel aufgrund seiner Familiengeschichte. Sein Urgroßvater Friedrich Stiefel war 1893 Opfer eines Raubmordes und dessen Großvater, Johannes Stiefel, war 50 Jahre zuvor ebenfalls ermordet worden. Diese Geschichten hat Stiefel über mehrere Jahre ausführlich recherchiert und mit den Romanen Stiefels Stein und Via Bologna – Ein Toter in Hohenzollern veröffentlicht.[5]

In Stiefels Stein beschäftigt sich der Autor im Wesentlichen mit der Sozialgeschichte seiner Urgroßmutter Karoline, die nach dem gewaltsamen Tod ihres Mannes mit zwölf Kindern auf die Straße gesetzt wurde und ihr Schicksal meistern musste. Sie wurde 1895 die erste Heimmutter des Diasporahauses in Bietenhausen, heute ein Ortsteil von Rangendingen im Zollernalbkreis, und der damit einhergehenden Schulgründung im Ort. Nach ihr ist in Bietenhausen ein öffentlicher Platz benannt: der Karoline-Stiefel-Platz. In dem historischen Kriminalroman Via Bologna betrachtet Gerd Stiefel die Geschichte aus der Perspektive des Mörders Jakob Egle und schildert zudem das Schmugglerwesen auf den Schmugglerpfaden von Lautlingen.[6] Stiefels Kriminalromane mit einem Protagonisten namens Karl Grimm, einem fiktiven Kripochef, nehmen oft Bezug zu tatsächlichen Kriminalfällen und spielen zumeist im badischen Raum.[7]

Veröffentlichungen

Einzelnachweise

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