Germenau

Wohnplatz im Ortsteil Jahrstedt der Stadt Klötze From Wikipedia, the free encyclopedia

Germenau ist ein Wohnplatz im Ortsteil Jahrstedt der Stadt Klötze im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Schnelle Fakten Stadt Klötze ...
Germenau
Stadt Klötze
Koordinaten: 52° 34′ N, 10° 59′ O
Höhe: 64 m
Fläche: 80,4 ha[1]
Eingemeindung: 1. April 1937
Eingemeindet nach: Jahrstedt
Postleitzahl: 38486
Vorwahl: 039008
Germenau (Sachsen-Anhalt)
Germenau (Sachsen-Anhalt)
Lage von Germenau in Sachsen-Anhalt
Germenau, Ortsdurchfahrt, 2006
Germenau, Ortsdurchfahrt, 2006
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Geografie

Das altmärkische Straßendorf Germenau liegt östlich der Ohre am Nordrand des Feuchtgebietes Naturpark Drömling.[2]

Geschichte

Mittelalter bis Neuzeit

Die erste Erwähnung stammt aus einem Lehnsbrief von 1472 als dat halue wüste dorp Germen. Kurfürst Albrecht von Brandenburg belieh Werner und Gebhard von Alvensleben mit Schloss und Vogtei Gardelegen.[3] Das Dorf war also damals nicht mehr besiedelt, sondern eine Wüstung. Wilhelm Zahn schlussfolgerte später, dass das Dorf 1506 neu angelegt worden sein müsste.[4] 1711 heißt der Ort Garmenow. Im Jahre 1789 ist das Kolonistendorf von Ausländern bewohnt.[1] Bratring berichtet im Jahre 1804 über das Koloniedorf und Vorwerk Germenau, aufgebaut auf der wüsten Feldmark Germen.[5]

Im Jahre 1986 betrieb die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft „Karl Marx“ die Junghennenanlage Germenau.[1] Im Jahre 2018 wurde das 1956 errichtete Stauwehr an der Ohre bei Jahrstedt und Germenau vom Wasser um- und unterspült und brach zusammen.[6] Der Neuaufbau einer Fischaufstiegsanlage am Ohre-Stauwehr Jahrstedt/Germenau war für das Jahr 2019 vorgesehen.

Gutshistorie

Im Jahre 1506 wurde über einige Orte der Region als diese … versetzten und verpfändeten güter und dörffer, darunter Germen, in einer Urkunde über die Verpfändung des halben Schlosses Gardelegen berichtet.[7] Es bildete sich ein kleiner Gutsbesitz zugehörig, als Teil des Gutes in Immekath. Dieses war ein markgräfliches Lehen und gehörte dann zum Einflussbereich der Herren von der Schulenburg. Eine Fläche des Gutes Immekath und zudem eine Hälfte des Gutes Germenau[8] wurde ein sogenanntes Aftlerlehn einer bisher in der Genealogieforschung wenig bekannten altmärkischen Familie von Flügge, welches dem Uradel zugeordnet wurde und seit Anfang des 19. Jahrhunderts als ausgestorben gilt.[9] Letzte Vertreterin war wahrscheinlich Elisabeth Sophie von Werdeck, geb. von Flügge, verheiratet mit dem späteren Landrat Friedrich Karl Ferdinand von Werdeck, Sohn des Offiziers Ernst Ferdinand von Werdeck.[10] 1745 ist im Ort Germenau ein adliges Gut und eine Schäferei verzeichnet, 1775 nur ein Vorwerk und Schäferei mit 6 Bündnern und Inwohnern.

Anfang des 19. Jahrhunderts war die alte Familie von Kröcher Eigentümer geworden. Premierleutnant a. D. Heinrich (Conrad Heinrich Ferdinand) von Kröcher-Lohm[11] war 1828 Teil der Ritterschaft des Salzwedelschen Kreises mit einem landtagsfähigen Rittergut, in Germenau.[12] Nachfolgend wurde Gut Germenau mit Cunrau kurz ein Nebengut[13] der briefadeligen Familie von Jena auf Cöthen bei Berlin. Das Areal betrug 490 Morgen Acker, 1000 Morgen Wiesen, 7 Morgen Gärten, 200 Morgen Weide und 300 Morgen Forsten.[14] Nach einer weiteren alten Matrikelübersicht besaß um 1847/1850 Germenau mit Cunrau, als freie Allodgüter, Herr Th. Hermann Rimpau.[15] 1878 wird weiterhin die Familie Rimpau als Rittergutsbesitzer genannt.[16] Anfang der 1880er Jahre verlegt der Gutsherr scheinbar seinen Hauptwohnsitz nach Cunrau und nennt sich Rimpau-Cunrau; des Weiteren entwirft er ein Gutachten zur Umgebung des Drömlings.[17] Rimpau ist Vorsteher des Amtsbezirk Cunrau mit mehreren Orten und dem Rittergut Cunrau, für Germenau wird nur der Ort erwähnt aber kein gesonderter Gutsbezirk mehr.[18]

Eingemeindungen

Am 1. April 1937 wurden die Gemeinden Germenau und Jahrstedt aus dem Landkreis Salzwedel zu einer Gemeinde mit dem Namen Jahrstedt zusammengeschlossen.[19] Dadurch wurde Germenau ein Wohnplatz von Jahrstedt. Mit der Eingemeindung von Jahrstedt nach Klötze am 1. Januar 2010 verblieb Germenau bei Jahrstedt.[20]

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
1774014
1789138
1798170
1801175
1818224
Jahr Einwohner
1840255
1864313
1871289
1885262
1892[0]277[4]
Jahr Einwohner
1895299
1900[0]313[4]
1905207
1910[0]280[4]
1925281
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Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1925:[1]

Religion

Die evangelischen Christen aus Germenau und Jahrstedt sind in die Kirchengemeinde Steimke eingekircht[21] und gehören heute zum Pfarrbereich Steimke-Kusey im Kirchenkreis Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Der Ortsfriedhof befindet sich im Norden des Dorfes.
  • In Germenau steht ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges.[22]

Literatur

  • Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, OCLC 614308966, S. 134 (Reprint 2018, SelbstVerlag Eugen & Constanze Gliege).
  • J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes, M[ichael] J[ulius] Weigelt (Hrsg.): Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Band 2 (Zweiter, oder topographischer Teil), Selbstverlag und W. Heinrichshofen in Kommission, Magdeburg 1842, u. a. S. 332.

Einzelnachweise

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