Gert Kück
deutscher Ökonom und Orientalist
From Wikipedia, the free encyclopedia
Gert Wilhelm Kück (auch Gert W. Kueck; * 26. Februar 1939 in Bremen) ist ein deutscher Ökonom und Orientalist. Er war Professor an der Universität Leipzig[1][2] und langjähriger Landesbeauftragter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Indien.[3] Zwischen 1988 und 1990 war Kück an der Ständigen Vertretung der DDR bei den Vereinten Nationen in New York tätig.
Leben
Gert Kück besuchte von 1953 bis 1957 die Humboldt-Oberschule in Leipzig. Nach einer Lehre als Speditionskaufmann studierte er von 1958 bis 1962 Volkswirtschaft und Orientalistik an der Karl-Marx-Universität Leipzig. Nach dem Diplom war er als wissenschaftlicher Aspirant tätig und wurde 1965 zum Dr. rer. oec. promoviert.[1] Seine Dissertation behandelte die interarabische wirtschaftliche Zusammenarbeit unter dem Einfluss der EWG.[4]
In den Jahren 1966 bis 1969 arbeitete er an der Handelsvertretung der DDR in Ägypten als Außenhandelsanalytiker und lehrte danach als Hochschullehrer am Orientalischen Institut der Universität Leipzig. Nach dem Jom-Kippur-Krieg 1973 absolvierte er einen Studienaufenthalt am Middle East Research Center der Ain-Schams-Universität in Kairo unter Mitwirkung des Al-Ahram Center for Political and Strategic Studies Cairo.
Von 1988 bis 1990 war Kück im Range eines Botschaftsrates als Leiter der Wirtschaftsabteilung an der Ständigen Vertretung der DDR bei den Vereinten Nationen in New York tätig. In diesem Zusammenhang übernahm er Funktionen in Gremien der UN-Generalversammlung.[1]
1970 erwarb er die Facultas Docendi für Außenwirtschaft der Entwicklungsländer. 1974 schloss er die Promotion B zum Dr. sc. oec. ab, die 1991 zu einer Habilitation zum Dr. oec. habil. umgewandelt wurde. Von 1980 bis 1986 war er Direktor der Sektion Afrika- und Nahostwissenschaften an der Karl-Marx-Universität Leipzig. Er lehrte bis zu seinem Ausscheiden aus dem Hochschuldienst 1992 an der Universität Leipzig.
Von 1993 bis 2003 war er Landesbeauftragter der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) für Indien mit Sitz in Neu-Delhi.[3] Während dieser Zeit war er an Publikationen, Programmen und Kooperationen im deutsch-indischen Kontext beteiligt.[5]
Wirken und Mitgliedschaften
Gert Kück war in der Asien- und Afrikawissenschaft der DDR tätig und arbeitete zudem als internationaler Berater. Zu seinen Funktionen zählten unter anderem:
- Generalsekretär des Nationalkomitees für Asien-, Afrika- und Lateinamerikawissenschaften der DDR (1979–1988).
- Berater bei den Generalkonferenzen der UNIDO (1975 in Lima, 1980 in Neu-Delhi, 1984 in Wien)
- und bei der Konferenz der Vereinten Nationen über wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Entwicklungsländern 1978 in Buenos Aires.
Er war unter anderem Mitglied der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen sowie weiterer internationaler Organisationen, darunter die Indo-German Chamber of Commerce und die German Asia-Pacific Business Association (Ostasiatischer Verein Hamburg). Von 1994 bis 2002 war er Mitglied des Rotary Clubs Delhi Midtown und ist seit 2002 Mitglied im Rotary Club Leipzig.[1]
Publikationen (Auswahl)
- mit Horst Grienig und Manfred Voigt: Industrialisierung in Entwicklungsländern – Probleme, Konzeptionen, Tendenzen. Akademie-Verlag, Berlin 1975.[6]
- mit Heinz Kroske: Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Integration von Entwicklungsländern. Akademie-Verlag, Berlin 1976.[7][8]
- Mid-Term Review and Appraisal of the United Nations Programme of Action for African Recovery and Development 1986–1990. United Nations, General Assembly, Doc. A/43/664.[9]
- mit L.L. Mehrotra und H.S. Chopra (Hrsg.): SAARC 2000 and Beyond. Omega Scientific Publishers, New Delhi 1995, ISBN 81-85399-31-X.[10]
- mit C. Uday Bhaskar: Indo-German Dialogue. Quest for International Peace and Security. New Delhi 1997.[11]
- mit Rajendra K. Jain: India and Germany in a Changing World. Radiant Publishers, New Delhi 2001, ISBN 81-7027-247-5.[12]
- mit Ajay K. Mehra und D.D. Khanna (Hrsg.): Political Parties and Party Systems. Sage Publications, New Delhi 2003, ISBN 0-7619-9709-1.[13]
- mit Sridhar K. Khatri und Gert W. Kueck (Hrsg.): Terrorism in South Asia: Impact on Development and Democratic Process. Shipra Publications, New Delhi 2003, ISBN 81-7541-149-X
Auszeichnungen
- Ehrenmedaille der Karl-Marx-Universität Leipzig[1]