Girlande

dekorative Kränze oder Kordeln, die bei festlichen Anlässen verwendet werden From Wikipedia, the free encyclopedia

Eine Girlande ist eine dekorative Kette aus Blumen, Blättern, Papier oder anderen Materialien, die zu festlichen Anlässen aufgehängt wird, beispielsweise als Raum- oder Tischschmuck, über Straßen und Plätzen, am Weihnachtsbaum oder um den Hals einer Person.

Ringelblumen-Girlanden für eine Hochzeit
Götterstatue mit Girlande
Der Hindu-Gott Shiva (dahinter Parvati) bekränzt das Haupt des demutvoll vor ihm knienden König Rajendras mit einer Blumengirlande

Nutzen und Arten

In Indien und anderen Gegenden Asiens dienen Blumengirlanden als festliche Gabe beim Tempelbesuch, bei der Hochzeit, am Neujahrstag etc. Sie sollen Segen und Glück bringen sowie Unheil abwehren; sie hatten (und haben) somit eine apotropäische Bedeutung. Girlanden können nebeneinander oder aber überschneidend angeordnet sein; die Enden hängen meist lose herab.

In den Ländern Kambodscha, Laos und Thailand ist das Anfertigen von Girlanden für viele Menschen ein wichtiger Lebensunterhalt geworden. So werden diese für wenig Geld auch an Straßen für die Autofahrer angeboten. Traditionell hängt man dann die Girlande an die Innenspiegel vieler Autos. In Thailand wird das Blumenstecken als die Kunstform Phuang Malai in Schulen gelernt.

In der hawaiischen Kultur haben um den Hals oder auf den Kopf gelegte Blumengirlanden, die sogenannten Leis, eine lange Tradition. Sie werden zum Beispiel zur Begrüßung von Gästen, bei Festlichkeiten oder auch beim traditionellen Hula-Tanz verwendet.

Preiswerte Plastik-Imitate solcher Blumenkränze werden auch in anderen Regionen der Welt als Party-Accessoire oder als Teil einer Kostümierung im Karneval getragen.

Schlichte Papiergirlanden können leicht selbst gebastelt werden, indem (farbige) Papierstreifen zu miteinander verschlungenen Ringen zusammengeklebt oder getackert werden.

Kunst und Architektur

Als voluminöseres stilisiertes Architekturornament spricht man auch von Feston. In der Kunst des 17. Jahrhunderts war das sogenannte Girlandenbild sehr verbreitet, bei dem ein oft religiöses Mittelmotiv entweder von einer Girlande, oder auch von einem Blumenkranz (Ringgirlande) oder von Festons umrahmt wird.

Etymologie

Das Wort entstammt dem gleichbedeutenden französischen Guirlande und dem italienischen Ghirlanda für einen Zopf, einen Kranz bzw. ein schmückendes Blumen- oder Laubgebinde.[1]

Bildergalerie

Girlanden als Schmuckelement

Girlanden in Kunst und Architektur

Literatur

  • Adolf Ernst Napp: Bukranion und Guirlande. Beiträge zur Entwicklungsgeschichte der hellenistischen und römischen Dekorationskunst. Bechstein, Wertheim am Main 1933, DNB 570946492 Dissertation Heidelberg 1930, 49 Seiten.
  • Margret Honroth: Stadtrömische Girlanden : ein Versuch zur Entwicklungsgeschichte römischer Ornamentik. Wien : Selbstverlag, 1971 Dissertation Bonn 1966
Commons: Girlande – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Girlande – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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