Glödnitz

Gemeinde im Bezirk St. Veit an der Glan, Kärnten From Wikipedia, the free encyclopedia

Glödnitz ist eine Gemeinde mit 835 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) im Bezirk St. Veit an der Glan in Österreich, im Bundesland Kärnten.

Schnelle Fakten Wappen, Österreichkarte ...
Glödnitz
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Glödnitz
Glödnitz (Österreich)
Glödnitz (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Kärnten Kärnten
Politischer Bezirk: St. Veit an der Glan
Kfz-Kennzeichen: SV
Hauptort: Glödnitz
Fläche: 74,65 km²
Koordinaten: 46° 52′ N, 14° 7′ O
Höhe: 748 m ü. A.
Einwohner: 835 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 11 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9346
Vorwahl: 04265
Gemeindekennziffer: 2 05 06
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Hemmaplatz 1
9346 Glödnitz
Website: gloednitz.com
Politik
Bürgermeister: Johann Fugger (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2021)
(11 Mitglieder)
5
4
2
5 4 2 
Insgesamt 11 Sitze
Glödnitz, Westansicht
Glödnitz, Westansicht
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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Geographie

Zur Gemeinde Glödnitz gehören das Glödnitztal – ein Seitental des Gurktals im Nordwesten der Gurktaler Alpen – nicht nur in engerem Sinn, sondern das gesamte Einzugsgebiet des Glödnitzbachs, außerdem die rechte Seite des Zauchwinkelgrabens und ein beträchtlicher Teil der Flattnitz, die einen Übergang in das obere Murtal bildet. Die Gemeinde grenzt an die Steiermark und an die Nachbargemeinden Metnitz, Weitensfeld im Gurktal, Deutsch-Griffen und Albeck.

Im Gemeindegebiet von Glödnitz befinden sich die Naturschutzgebiete Türkenmoos und Flattnitzbach-Hochmoor.

Gemeindegliederung

Die einzige Katastralgemeinde ist Glödnitz. Das Gemeindegebiet umfasst 19 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2025[1]):

Nachbargemeinden

Stadl-Predlitz (MU) Metnitz
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Weitensfeld
Deutsch-Griffen Albeck (FE)

Geschichte

Vor Gründung der Gemeinde

Pfarrkirche Glödnitz

In der Römerzeit führte ein wichtiger Verkehrsweg durch das Glödnitztal, und in Beliandrum (wahrsch. Altenmarkt) und Tarnasici (Flattnitz) waren Poststationen eingerichtet. Die erste urkundliche Erwähnung des Orts stammt aus dem Jahr 898 (als Glodati). Die Pfarrkirche von Glödnitz wird der Überlieferung nach auf eine Stiftung der Heiligen Hemma von Gurk zurückgeführt; gesichert ist, dass das Bistum Gurk im heutigen Gemeindegebiet umfangreiche Herrschaftsrechte besaß und auf der Flattnitz eine Rundkirche mit Hospiz errichten ließ.

Das Gebiet war aufgrund günstiger Klimaverhältnisse im Hochmittelalter dichter besiedelt als heute, bis ins 19. Jahrhundert hinein gab es hingegen lediglich einige kleine Höfe und Keuschen.

Seit Gründung der Gemeinde

1848 kam es im Gefolge der bürgerlichen Revolution zur Bauernbefreiung, zwei Jahre später entstand die Ortsgemeinde Glödnitz. Bei der ersten Wahl wurde der Wirt Franz Gasser Bürgermeister.

Die Gemeinde wurde vor allem durch die Gurktalbahn (ab 1898) erschlossen und an die Südbahn angebunden. Im April 1969 wurde der Betrieb der Schmalspurbahn eingestellt und anschließend die Strecke im Bereich der Gemeinde abgetragen.

Ab den 1920er Jahren wandte man sich auch dem Tourismus zu, der heute eine wirtschaftlich wichtige Rolle in Glödnitz spielt.

1973: Vorübergehende Gemeindezusammenlegung

Mit der Kärntner Gemeindestrukturreform 1973 endete vorerst die Existenz der Gemeinde Glödnitz: sie wurde mit der Gemeinde Deutsch-Griffen, dem Großteil der ehemaligen Gemeinde Weitensfeld und kleinen Teilen der ehemaligen Gemeinden Pisweg und Metnitz zur neuen Gemeinde Weitensfeld-Flattnitz vereinigt. Die Gründung der Großgemeinde war nicht unumstritten. Vor allem in Deutsch-Griffen war die Mehrheit der Bevölkerung dagegen, aber auch in Glödnitz gab es Stimmen, die eine starke Vernachlässigung beklagten und mehr Bürgernähe forderten.[2]

1991: Wiedererrichtung der Gemeinde

1990 wurde die Allgemeine Gemeindeordnung für Kärnten novelliert[3] und somit die Möglichkeit für 1972/73 untergegangene Gemeinden geschaffen, ihre Wiedererrichtung zu erlangen. Bei einer entsprechenden Volksbefragung im Dezember 1990 stimmten in Glödnitz 55 % für die Trennung von Weitensfeld-Flattnitz. Daraufhin wurde mit Zustimmung des Kärntner Landtags mit 1. Jänner 1991 die Großgemeinde Weitensfeld-Flattnitz aufgelöst und Deutsch-Griffen, Glödnitz (zunächst ohne Flattnitz) und Weitensfeld (zunächst weiter unter dem Namen Weitensfeld-Flattnitz) wurden wieder selbstständige Gemeinden. Der Bereich der Flattnitz, der vor 1973 zu Glödnitz gehört hatte, kam erst mit 1. Jänner 1994 von der Gemeinde Weitensfeld an die Gemeinde Glödnitz, samt jenem kleinen Teil der Flattnitz, der 1973 von der Gemeinde Metnitz an die Gemeinde Weitensfeld-Flattnitz gekommen war.

Bevölkerung

Staatsbürgerschaft, Religion

Laut Volkszählung 2001 hatte Glödnitz 1004 Einwohner, davon waren 97,8 % österreichische und 1,3 deutsche Staatsbürger. 90,8 % bekannten sich zur römisch-katholischen und 3,1 % zur evangelischen Kirche, 4,7 % waren ohne religiösem Bekenntnis.

Bevölkerungsentwicklung

Wegen einer starken Abwanderung ging die Bevölkerungszahl in den letzten Jahrzehnten stark zurück. Die Geburtenbilanz war ausgeglichen.[4]

Glödnitz: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
 
1.270
1880
 
1.262
1890
 
1.192
1900
 
1.215
1910
 
1.079
1923
 
1.203
1934
 
1.350
1939
 
1.237
1951
 
1.314
1961
 
1.299
1971
 
1.223
1981
 
1.136
1991
 
1.049
2001
 
1.004
2011
 
885
2021
 
827
2025
 
835
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Wirtschaft ist traditionell geprägt von der Forst- und Landwirtschaft. Weiters spielt auch der Tourismus eine Rolle, insbesondere der Wintertourismus auf der Flattnitz.

Hackschnitzelheizwerk „Bio-Wärme Glödnitz“ (2007)

Die Gemeinde ist Mitglied der Werbegemeinschaft Kärntner Holzstraße.

Eine 1993 gegründete Genossenschaft mit den holzliefernden Forstwirten errichtete unterstützt mit Förderungen von Bund, Land und Gemeinde mit einer Erstinvestotion von 15,5 Mio. € eine Nahwärmeversorgung für anfangs 46 Häuser. Der Biomassekessel ging am 12. September 1994 in Betrieb und wurde 2012 auf Hackschnitzelverfeuerung umgestellt. Mit Stand 2014 gibt es 13 Genossenschafter; der Kessel mit 1,4 MW Heizleistung versorgt 86 Gebäude, darunter alle öffentlichen, das Pfarrhaus und 90 % der Haushalte.[5]

Wirtschaftssektoren

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Anzahl der Betriebe und der Beschäftigten in den Wirtschaftssektoren:[6][7][8]

Weitere Informationen Wirtschaftssektor, Anzahl Betriebe ...
Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2021[9] 2011 2001 2021[9] 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 44 69 76 50 46 44
Produktion 10 4 2 77 9 0
Dienstleistung 43 34 39 77 109 104
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1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 1999 und 2010, Arbeitsstätten im Jahr 2021

Verkehr

Die Gemeinde wird von Norden nach Süden von der Flattnitzer Straße durchzogen, die Glödnitz im Norden mit dem Murtal und im Süden mit dem Gurktal verbindet.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 11 Mitgliedern.

Bürgermeister

Direkt gewählter Bürgermeister ist Johann Fugger (ÖVP).[12]

Wappen

Das Wappen von Glödnitz zeigt einen Bischofsstab und einen Kreuzstab. Ersterer ist als Symbol des Gurker Bischofs geläufig; der Kreuzstab ist das Attribut Johannes des Täufers, Patron von Kirche und Hospiz auf der Flattnitz. Der belaubte goldene Zweig bezieht sich auf die Zwergbirke, die auf der Flattnitz zu finden und damit eine vegetationskundliche Besonderheit ist.

Die amtliche Blasonierung des Wappens lautet: „In Blau golden, erniedrigt im rechten Winkel gekreuzt, ein Bischofsstab und ein in Kleeblättern endender Kreuzstab, unterlegt von einem goldenen Zweig mit rechtwinkeligen Seitentrieben im Schildfuß, belaubt mit gegenständigen goldenen Blättern der Zwergbirke (betula nana).“[13]

Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 20. September 1994 verliehen, die Fahne ist Blau-Gelb mit eingearbeitetem Wappen.[14]

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Commons: Glödnitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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