Zweckverband go.Rheinland

Zweckverband in Nordrhein-Westfalen From Wikipedia, the free encyclopedia

go.Rheinland ist als Zweckverband Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) und zugleich die Dachmarke für Mobilität im Rheinland. Als einer von drei SPNV-Aufgabenträgern in Nordrhein-Westfalen – neben dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und dem Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) – ist go.Rheinland für die Planung, Organisation, Bestellung, Finanzierung sowie Qualität und Sicherheit des Schienenpersonennahverkehrs in den Verbundräumen des Aachener Verkehrsverbunds (AVV) und des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg (VRS) zuständig. Die operative Umsetzung erfolgt durch die go.Rheinland GmbH.

Schnelle Fakten Zweckverband go.Rheinland go.Rheinland GmbH ...
Zweckverband go.Rheinland
go.Rheinland GmbH
Logo
Rechtsform Zweckverband, GmbH
Gründung 19. Dezember 2007 als Zweckverband Nahverkehr Rheinland
Sitz Köln, Deutschland Deutschland
Leitung Norbert Reinkober, Marcel Winter, Michael Vogel, Hans-Peter Geulen
Mitarbeiterzahl 184 (2026)
Branche Verkehrsverbund, ÖPNV-Aufgabenträger
Website wir.gorheinland.com
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Lage von go.Rheinland in Nordrhein-Westfalen (rot)

Die Marke go.Rheinland wurde 2023 eingeführt, um die Mobilitätsangebote im Rheinland sichtbarer, einheitlicher und nutzerfreundlicher zu kommunizieren. Als vergleichsweise junge Marke positioniert sich go.Rheinland als zukunftsorientierter, digitaler und nachhaltiger Mobilitätsdienstleister.

Geschichte

Logo von 2007 bis 2022

Der Zweckverband wurde am 19. Dezember 2007 unter dem Namen Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) gegründet und nahm seine Tätigkeit am 1. Januar 2008 auf. Die Umbenennung in go.Rheinland erfolgte zum 1. Januar 2023.[1] Parallel wurde die NVR GmbH in die go.Rheinland GmbH umbenannt. Seit dem 1. April 2023 befindet sich der Sitz der go.Rheinland GmbH gemeinsam mit der VRS GmbH in Köln-Deutz.

Verbandsgebiet

Das Verbandsgebiet umfasst die Regionen des Aachener Verkehrsverbunds (AVV) und des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg (VRS) und erstreckt sich:

Im Einzugsgebiet leben rund 4,5 Millionen Einwohner auf einer Fläche von rund 7.400 km² in acht Kreisen und vier kreisfreien Städten. Das SPNV-Angebot umfasst sieben S-Bahn-Linien, 15 Regionalbahn-Linien und zwölf RegionalExpress-Linien. Darüber hinaus gibt es rund 900 Buslinien und 19 Stadtbahnlinien (KVB, SWB). Insgesamt existieren im go.Rheinland-Gebiet rund 9.800 Haltestellen und Bahnhöfe.

Gebiet AVV

  • StädteRegion Aachen inkl. der Stadt Aachen
  • Kreis Düren
  • Kreis Heinsberg

Gebiet VRS

  • Stadt Köln
  • Stadt Bonn
  • Stadt Leverkusen
  • Rhein-Erft-Kreis
  • Rhein-Sieg-Kreis
  • Rheinisch-Bergischer Kreis
  • Oberbergischer Kreis
  • Kreis Euskirchen

Aufgaben

go.Rheinland übernimmt gemäß ÖPNVG-NRW (Gesetz über den öffentlichen Personennahverkehr in Nordrhein-Westfalen) die Aufgaben eines SPNV-Aufgabenträgers. Dazu gehören:

  • Vergabe von Verkehrsleistungen an Eisenbahnverkehrsunternehmen
  • Verkehrsvertragsmanagement
  • Eigenbetrieb für Fahrzeuge
  • Verkehrswirtschaft, Vertrieb und Marketing
  • Qualitätssicherung und Sicherheit im SPNV
  • SPNV-Planung und -Betrieb
  • Mobilitätsmanagement
  • Förderung von Infrastrukturprojekten im ÖPNV und SPNV
  • Weiterentwicklung von regionalen Mobilitätskonzepten
  • Digitalisierung von Vertrieb und Fahrgastinformation
  • Aufstellen eines verbundübergreifenden Mobilitätsplans
  • Baustellenmanagement
  • Projekte aus dem Rheinischen Revier und Regionale Kooperationen

Ausbau der S-Bahn und Infrastrukturprojekte

Ein zentrales Arbeitsfeld ist der langfristige Ausbau der S-Bahn-Rheinland. Mit dem Zielnetz 2040 verfolgt go.Rheinland eine weitreichende Weiterentwicklung des S-Bahn-Systems:

  • Erhöhung der Linienzahl von fünf auf bis zu zehn
  • nahezu Verdopplung der Streckenlänge
  • Taktverdichtungen auf stark frequentierten Verbindungen
  • Modernisierung von Stationen sowie von Leit- und Sicherungstechnik
  • Entflechtung von S-Bahn- und Fernverkehr, u. a. über neue Gleisanlagen

Zu den bedeutenden Infrastrukturmaßnahmen zählen u. a.:

  • der Ausbau der Strecke der künftigen S 13 zwischen Troisdorf und Bonn-Oberkassel
  • zusätzliche Gleisinfrastruktur (z. B. „Westspange“)
  • Kapazitätserweiterungen am Kölner Hauptbahnhof
  • Reaktivierung einzelner Strecken
  • Elektrifizierung einzelner Strecken[JB1]

Fahrzeuge

Die Bestandsfahrzeuge der Baureihen ET 422, ET 423 und ET 424 werden bis Ende 2026 umfassend modernisiert, u. a. mit:

  • WLAN
  • USB-Steckdosen
  • neuen Sitzpolstern
  • verbesserten Fahrgastinformationssystemen

Zudem werden neue, bis zu 170 Meter lange S-Bahn-Züge beschafft,[2] die ab Ende der 2020er Jahre in den Betrieb gehen und eine deutlich höhere Kapazität bieten.

Service und Vertrieb

Go.Center – Kundencenter im Verbandsgebiet

Unter der Bezeichnung go.Center betreibt go.Rheinland ein Netz von 18 Kundencentern,[3] verteilt über das gesamte Gebiet. Die Center bieten:

  • Beratung zu Tarifen, Abonnements und Fahrplänen
  • Verkauf von Nah- und Fernverkehrstickets
  • Unterstützung bei digitalen Vertriebswegen
  • Mobilitätsinformationen (z. B. zu Fahrradstellplätzen, Park+Ride, Barrierefreiheit)

Standorte der go.Center

Region Köln/Bonn und Rhein-Erft/Rhein-Sieg

  • Köln Hauptbahnhof
  • Köln Messe/Deutz
  • Köln-Mülheim
  • Köln/Bonn Flughafen
  • Brühl
  • Pulheim
  • Siegburg/Bonn
  • Troisdorf
  • Gummersbach

Region Aachen und Düren

  • Aachen Hauptbahnhof
  • Eschweiler Hauptbahnhof
  • Düren

Region Heinsberg

  • Erkelenz
  • Geilenkirchen

Region Bonn/Euskirchen

  • Bonn Hauptbahnhof
  • Bonn-Bad Godesberg
  • Euskirchen

Die Kundencenter sind Teil der auf hohe Zugänglichkeit und Serviceorientierung ausgerichteten Vertriebsstrategie von go.Rheinland.

Ticketautomaten

Go.Rheinland hat im gesamten Verbandsgebiet seit 2025 insgesamt 330 moderne Ticketautomaten im go.Rheinland-Design installiert. Die Automaten bieten:

  • Tickets für Nah- und Fernverkehr
  • mehrsprachige Touchdisplays
  • Bar- und bargeldlose Bezahlung
  • Screenreader- und Sprachsteuerungsfunktionen
  • Bedienbarkeit gemäß Barrierefreiheitsstärkungsgesetz
  • kostenloses WLAN

Sie sind an zahlreichen Bahnhöfen, Mobilstationen und ÖPNV-Knotenpunkten platziert.

Digitale Angebote

myGO-App

Die myGO-App ist das zentrale digitale Produkt von go.Rheinland. Sie umfasst unter anderem:

  • Ticketkauf für den Nah- und Fernverkehr
  • Abschluss und Verwaltung von Abonnements
  • Integration des Deutschlandtickets
  • Nutzung des elektronischen Luftlinien-Tarifs eezy.nrw (Check-in/Check-out)
  • Routenplanung mit Umstiegs- und Verspätungsinformationen
  • Fahrplanauskünfte in Echtzeit

Die App bildet einen wesentlichen Bestandteil der digitalen Vertriebs- und Serviceoffensive von go.Rheinland.

Elektronischer Tarif eezy.nrw

Der elektronische Tarif eezy.nrw ermöglicht kontaktloses Ein- und Auschecken per Smartphone und rechnet Fahrten nach Luftlinienentfernung ab. Er ist im gesamten Bundesland Nordrhein-Westfalen nutzbar. go.Rheinland unterstützt und integriert den Tarif vollständig in die myGO-App.

Markenstrategie und Kommunikation

Die Marke go.Rheinland steht für zukunftsfähige, ganzheitliche und nachhaltige Mobilität, digitale Services und ein regional integriertes Mobilitätsangebot. Ziele sind ein einheitlicher Auftritt im gesamten Bediengebiet sowie die Förderung innovativer Mobilitätslösungen.

Markenidentität und strategische Ausrichtung

Die Einführung der Marke go.Rheinland folgt dem Ziel, die Mobilität im Rheinland moderner, digitaler und nachhaltiger zu gestalten. Kernelemente der Markenstrategie sind:

  • Förderung klimafreundlicher Verkehrssysteme
  • Ausbau und Modernisierung der Schieneninfrastruktur
  • Verzahnung öffentlicher Verkehrsmittel mit modernen Mobilitätsangeboten zu durchgängigen Mobilitätsketten
  • digitale Transformation des Vertriebs
  • einheitliche Kommunikation gegenüber Fahrgästen und Partnern
  • Stärkung öffentlicher Mobilität in urbanen und ländlichen Räumen

Markenbotschafter

go.Rheinland arbeitet mit Sportteams und Einzelsportlern aus der Region als Markenbotschafter zusammen. Diese Partnerschaften sollen Mobilität, Sport, Nachhaltigkeit und regionale Identität miteinander verbinden.

Einzelnachweise

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