Gonadoblastom
Krankheit
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Das Gonadoblastom (von altgriechisch γόνος, γονάδο gonos, gonado, deutsch ‚Gonade‘ und βλάστημα blástema, deutsch ‚Blastom‘) ist ein seltener, meist Hormone produzierender Tumor, der von den Keimzellen und den von der Keimleiste abstammenden Zellen ausgeht.[1]
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| D39.9 | Neubildung unsicheren oder unbekannten Verhaltens der weiblichen Genitalorgane |
| D40.9 | Neubildung unsicheren oder unbekannten Verhaltens der männlichen Genitalorgane |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
Ursprungsgewebe sind im Gegensatz zum Keimzelltumor nahezu ausschließlich fehlgebildete Gonaden.[2]
Es handelt sich um einen gutartigen, gemischt aus Gewebe der Genitalleiste und der Urkeimzellen bestehenden Tumor[3] mit einem Entartungsrisiko.[4]
Die Erstbeschreibung stammt aus dem Jahre 1970 durch den US-amerikanischen Pathologen Robert E. Scully.[5]
Verbreitung
Die Häufigkeit ist nicht bekannt, die Tumoren werden meist vor dem 30. Lebensjahr entdeckt, in 95 % liegt ein männlicher Genotyp bei jedoch weiblichem Erscheinungsbild vor, in 80 % besteht eine Gonadendysgenesie[2]
Das Gonadoblastom macht 0,5 % aller Hodentumore aus.[6]
Häufig besteht eine Assoziation mit einem Dysgerminom.[3]
Klinische Erscheinungen
Therapie
Literatur
- L. M. Roth, L. Cheng: Classical gonadoblastoma: its relationship to the 'dissecting' variant and undifferentiated gonadal tissue. In: Histopathology. Bd. 72, Nr. 4, März 2018, S. 545–555, doi:10.1111/his.13387, PMID 28881049 (Review).
- T. M. Ulbright, R. H. Young: Gonadoblastoma and selected other aspects of gonadal pathology in young patients with disorders of sex development. In: Seminars in diagnostic pathology. Bd. 31, Nr. 5, September 2014, S. 427–440, doi:10.1053/j.semdp.2014.07.001, PMID 25129544.
- M. S. Verp, J. L. Simpson: Abnormal sexual differentiation and neoplasia. In: Cancer Genetics and Cytogenetics. Bd. 25, Nr. 2, April 1987, S. 191–218, PMID 3548944 (Review).