Gottesgnaden

Ortsteil der Stadt Calbe (Saale) From Wikipedia, the free encyclopedia

Gottesgnaden ist Wohnplatz von Schwarz, einem Ortsteil der Stadt Calbe (Saale) im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt.

Straßenzug in Gottesgnaden.
Fähre Gottesgnaden.

Lage

Die Insel Gottesgnaden ist durch die Saale von Calbe getrennt, verbunden durch eine der wenigen noch existierenden Gierseilfähren.

Geschichte

Im Jahre 1131 wurde hier durch Otto von Reveningen (Röblingen am See) und Krottorf im Auftrag des Erzbischofs Norbert von Xanten das Stift Gratia Dei des Prämonstratenserordens gegründet. Einer der ersten Pröpste war Evermod von Cambrai. Das Stift besaß über Jahrhunderte hinweg große wirtschaftliche Bedeutung und war bis zur Reformation – Calbe wurde 1542 evangelisch – und bis zu dem großen Brand von 1548 reich und bedeutend. 1563 wurde es erstmals und nach dem Dreißigjährigen Krieg erneut aufgehoben und bald darauf für den Bau der Schleuse Calbe abgetragen; erhalten blieb nur die Hospitalkapelle.

1838 uns 1845 ist O. A. Reisner als Pächter der Domaine nachgewiesen.[1] Familie Reisner, Udo Reisner,[2] betrieb später eine Zuckerfabrik und stellte den regionalen Amtsvorsteher. Ende des 19. Jahrhunderts lebte die Familie von Dietze-Barby in Gottesgnaden.

Anfang der 1920er Jahre war Gottesgnaden im Besitz des Fiskus, eine staatliche Domäne mit den Vorwerken Kolno und Trabitz, gesamt 876 ha Größe. Pächter von Gottesgnaden war der Geheime Kom.-Rat Otto Allendorff, für die Vorwerke waren Inspektoren und Verwalter zuständig.[3]

Am 1. Juni 1929 wurde der Gutsbezirk Gottesgnaden aufgelöst, indem die Domäne Gottesgnaden mit dem Hauptteil der Ackerflächen sowie der bebaute Ortsteil Tippelskirchen der Landgemeinde Schwarz zugelegt wurden. Die Trennstücke Vorwerk Trabitz und Vorwerk Colno sind mit den Landgemeinden Trabitz und Zuchau vereinigt worden.[4]

Persönlichkeiten

  • Der 1838 in Gottesgnaden geborene Edmund Georg von Reisner war mehrf. Gutsbesitzer u. Landesältester in Schlesien, Eltern Amtsrat Gustav Reisner u. Adelheid Dietze. Er wurde 1880 in Baden-Baden in den Adelsstand erhoben, Ehefrau Elisabeth Freiin von Richthofen.[5]
  • Der 1888 nobilitierte Domänenpächter zu Gottesgnaden[6] und zu Barby[7][8] und Rittergutsbesitzer Adolf von Dietze-Barby (1825–1910) heiratete 1849 in Gottesgnaden Anna Therese Reisner (1832–1902).
  • Der Montanunternehmer Hugo Sholto Oskar Georg von Douglas heiratete 1865 in Gottesgnaden[9] Jenny Amalie Reisner.
  • Die 1874 in Gottesgnaden geborene Leni Reisner war mit den Landräten Karl Schulze-Pelkum u. Gertzlaff von Hertzberg verheiratet.
  • Der deutsche Agrarwissenschaftler, Jurist, Volkswirt und Theologe Constantin von Dietze (1891–1973) wurde in Gottesgnaden geboren. Er ist eine Enkel des Adolf von Dietze-Barby.

Siehe auch

Literatur

Commons: Gottesgnaden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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