Gotthilf Fischer
deutscher Chorleiter (1928–2020)
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Gerhard Albert Gotthilf Fischer (* 11. Februar 1928 in Plochingen; † 11. Dezember 2020 in Weinstadt) war ein deutscher Chorleiter, der durch die von ihm gegründeten Fischer-Chöre bekannt wurde.

Leben
Fischer war der Sohn eines Zimmerermeisters, der in seiner Freizeit viel musizierte. So kam jener früh mit Musik in Kontakt. Nach dem Besuch der Volksschule in seinem Heimatort Deizisau besuchte Fischer von 1942 bis 1945 die Lehrerbildungsanstalt in Esslingen.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Fischer Leiter des Concordia-Gesangsvereins in Deizisau. Fischer war Autodidakt, der niemals eine formale musikalische Ausbildung durchlaufen hatte.
Im Jahr 1949 gewann sein Chor unter seiner Leitung beim großen Schwäbischen Sängerfest in Göppingen die Wettbewerbe in Volks- und Kunstgesang und wurde dadurch lokal bekannt. In der Folge sammelten sich weitere Gesangsvereine unter seiner Leitung. Diese Teilchöre bilden die sogenannten Fischer-Chöre.
In den 1960er Jahren wurde Fischer deutschlandweit durch Fernsehauftritte mit seinen Chören bekannt. Zu den Höhepunkten seiner Laufbahn gehören Auftritte der Fischer-Chöre bei der Eröffnung der Olympischen Sommerspiele 1972 in München und beim Abschluss der Fußball-Weltmeisterschaft 1974. Tourneen führten ins europäische Ausland und in die USA.
Obwohl er eher dem volkstümlichen Schlager zuzuordnen war, trat Fischer als 72-Jähriger im Jahr 2000 bei der Berliner Loveparade auf.[1] Im Jahr 2001 hatte er einen Gastauftritt in der dritten Staffel der Reality-Show Big Brother.[2]
Gotthilf Fischer war Initiator und Moderator der ARD-Fernsehreihe Straße der Lieder,[3] die vom 15. September 1995 bis zum 16. Februar 2008 auf Das Erste lief.[4][5]
Fischer lebte in Weinstadt in der Nähe Stuttgarts. Am 26. Dezember 2008 starb seine Frau Hildegard im Alter von 89 Jahren nach langer Krankheit an den Folgen eines Schlaganfalls. Das Paar war seit 1949 verheiratet[6] und hatte zwei gemeinsame Kinder.[7]
Gotthilf Fischer starb am 11. Dezember 2020 im Alter von 92 Jahren in Weinstadt.[8] Seine letzte Ruhestätte fand er im Grab neben seiner Ehefrau auf dem Friedhof Weinstadt Ortsteil Beutelsbach.[9]
Ehrungen und Auszeichnungen
- 1974 Hermann-Löns-Medaille
- 1974 Goldener Globus
- 1975 Ehrenlöwe von Radio Luxemburg[10]
- 1975 Das goldene Mikrophon
- 1977 Bundesverdienstkreuz am Bande
- 1982 Bundesverdienstkreuz I. Klasse, für besondere Verdienste um das deutsche Volkslied
- 1993 Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg
- 2006 Weltfriedenspreis der Internationalen Chorolympiade[11]
- 2007 Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde für das Dirigat des größten Gitarrenensemble der Welt mit 1802 Gitarristen[12][13]
- 2008 Krone der Volksmusik des Senders MDR für sein Lebenswerk[14]
- 2010 Ehrenmitglied der Stiftung gegen Gewalt an Schulen, für seine Einsätze nach dem Amoklauf in Winnenden, wo er mehr als zwölf Mal zugunsten der Stiftung auftrat

Dokumentation
Ein kritisches Dokumentarfilm-Porträt widmete ihm 1993 Rudolf Werner mit Friede, Freude, Fischer.[15]
Weblinks
- Werke von und über Gotthilf Fischer im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Gotthilf Fischer bei IMDb
- Gotthilf Fischer bei Fernsehserien.de
- Gotthilf Fischer bei Discogs
- Website zu Gotthilf Fischer mit Lebenslauf, 7us media group GmbH, Agentur für Medien, Musik & Event
- Gotthilf Fischer im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
- Gotthilf Fischer - Herr über 1000 Kehlen (SWR 1977) im Videoarchiv – Internet Archive