Gradenigo-Syndrom

Seltenes Krankheitsbild der Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Gradenigo-Syndrom (synonym Lannois-Gradenigo-Syndrom, Pyramidenspitzensyndrom, englisch Gradenigo’s triad) ist Folge einer infektiösen Entzündung der Zellen der Felsenbeinpyramide (Petrositis). Das Syndrom ist eine seltene Komplikation der akuten Mittelohrentzündung. Greift die Entzündung ins Schädelinnere über, verursacht sie durch ein kollaterales Ödem oder entzündliche Infiltration eine Schädigung der benachbarten Hirnnerven mit folgenden Symptomen (Gradenigo-Trias):

  • Starke Schmerzen hinter dem Auge und im Gesicht, dem Versorgungsgebiet des Nervus trigeminus (V. Hirnnerv)
  • Doppelbilder durch Lähmungen der Augenmuskeln, die vom Nervus oculomotorius (III. Hirnnerv) und vom Nervus abducens (VI. Hirnnerv) versorgt werden
  • Mittelohrentzündung mit eitrigem Ausfluss aus dem Ohr
Computer­tomografie einer Petrositis. Man erkennt als Komplikation Gas (schwarze Flecken) im angrenzenden Schädelinneren
Schnelle Fakten Klassifikation nach ICD-10 ...
Klassifikation nach ICD-10
H66.0[1] Akute eitrige Otitis media
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
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Der italienische Ohrenarzt Giuseppe Gradenigo (1859–1926) beschrieb die Erkrankung erstmals im Jahr 1904.

Siehe auch

Einzelnachweise

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