Grant Hart
US-amerikanischer Schlagzeuger, Gitarrist, Songwriter
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Grantzberg „Grant“ Vernon Hart[1] (* 18. März 1961 in St. Paul, Minnesota; † 13. September 2017[2] ebenda) war ein US-amerikanischer Schlagzeuger, Gitarrist und Songschreiber, der als Mitglied von Hüsker Dü bekannt geworden ist.

Werdegang
Grant Hart wuchs in St. Paul, Minnesota, auf. Im Alter von zehn Jahren erbte er 1971 das Schlagzeug seines Bruders, der bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen war. Er spielte daraufhin als Heranwachsender auf Hochzeiten und anderen Festen und in wechselnden Bands mit Schulfreunden.
Hüsker Dü
Als Jugendlicher arbeitete er zusammen mit Greg Norton, dem späteren Bassisten von Hüsker Dü, im Plattenladen Memory Lane. Dort war Bob Mould häufig Kunde. Er und Hart entdeckten, dass sie denselben Musikgeschmack hatten und beschlossen daraufhin, eine Band zu gründen, die sie ab 1978 Hüsker Dü nannten. Beide fungierten als Komponisten. Sowohl Hart als auch Mould waren homosexuell, jedoch nie ein Paar.
Die Band zählte zu den bekanntesten und einflussreichsten Hardcore- bzw. Alternative-Bands der USA, obwohl sie kommerziell nie übermäßig erfolgreich war. Sie veröffentlichte insgesamt sechs LPs und einige EPs. Ab Mitte der 1980er nahmen die persönlichen Differenzen zwischen Hart und Mould immer weiter zu. Dies wurde durch die Drogensucht beider Songschreiber verschärft. Hart war heroinsüchtig; Mould Alkoholiker und abhängig von Amphetaminen. Auf der Abschiedstour durch Nordamerika 1987 konnte Hart aufgrund seines Drogenkonsums teilweise nicht mehr richtig Schlagzeug spielen. Das Verhältnis zwischen Mould und Hart blieb nach der Auflösung der Band im gleichen Jahr dauerhaft gestört.
Nova Mob
Nach der Auflösung von Hüsker Dü konnte Hart seine Abhängigkeit überwinden. 1989 veröffentlichte er seine erste Solo-EP 2541 (die Hausnummer des Büros und Probenraums von Hüsker Dü). Er gründete die Band Nova Mob, in der er als Gitarrist und Sänger fungierte. Die Band nahm zwei Alben und eine EP auf. Sie tourte mehrfach durch Europa und Amerika, wo sie eine treue Anhängerschar besaß. Nach dem Album Nova Mob (1996) zog der Bassist in die Niederlande und die Band löste sich auf.
Solo
Nach Nova Mob nahm Grant Hart einige Soloalben auf. 1996 kam sein Album Ecce Homo auf den Markt, 1999 Good News for Modern Man. Neben seinen musikalischen Werken war Hart auch als Schriftsteller tätig. Im Jahr 2004 kam es anlässlich eines Benefiz-Konzertes für den an Krebs erkrankten (und später verstorbenen) Bassisten der Band Soul Asylum, Karl Mueller, für zwei Lieder zu einer Wiedervereinigung von Hart mit Bob Mould auf der Bühne. Auf seiner offiziellen Website war ein Foto dieses Auftritts auf einer Seite mit dem bezeichnenden Titel „Hell Freezes Over“ zu sehen. Im November 2009 erschien das seit Jahren angekündigte Album Hot Wax. Im November 2010 veröffentlichte Hart die Kompilation Oeuvrevue (Label Hazelwood) mit Raritäten aus den Jahren 1988 bis 1995. 2013 erschien auf Domino Records das Doppel-Album The Argument.
Grant Hart starb im September 2017 im Alter von 56 Jahren[3] an den Folgen einer Krebserkrankung.[4]
Diskografie
Soloveröffentlichungen von Grant Hart:
- 1988: 2541 (EP)
- 1989: Intolerance
- 1990: All of My Senses (EP)
- 1996: Ecce Homo (live)
- 1999: Good News for Modern Man
- 2009: Hot Wax
- 2010: Oeuvrevue (Kompilation)
- 2013: The Argument
Veröffentlichungen seiner Bands:
Dokumentarfilm
2013 erschien der Dokumentarfilm Every Everything: The Music, Life & Times of Grant Hart des amerikanischen Regisseurs Gorman Bechard.
Weblinks
- Offizielle Website (englisch)
- Grant Hart bei AllMusic (englisch)
- Grant Hart: I guess it started with the death of my brother, Thomas V. 29. Januar 1992, archiviert vom am 28. November 2005; abgerufen am 14. September 2017 (englisch, Hart über seinen Werdegang).