Graukogel

Berg in der Ankogelgruppe in Salzburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Graukogel ist ein Berg mit einem 2492 m hohen Gipfel in den Hohen Tauern im österreichischen Bundesland Salzburg. Der Graukogel gehört zur Ankogelgruppe.

Schnelle Fakten
Graukogel
Der Graukogel, rechts ein Vorgipfel
Der Graukogel, rechts ein Vorgipfel
Höhe 2492 m ü. A.
Lage Salzburg, Österreich
Gebirge Hohe Tauern
Koordinaten 47° 5′ 50″ N, 13° 10′ 17″ O
Graukogel (Land Salzburg)
Graukogel (Land Salzburg)
Erschließung Graukogellifte (enden weit unterhalb des Gipfels)
Normalweg Von Bad Gastein aus über die Bergstation Graukogellift 2 und über einen Vorgipfel zum Gipfelanstieg
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Lage

Über den Grat des Graukogels verläuft in Nord-Süd-Richtung die Grenze zwischen den Katastralgemeinden Badgastein im Westen und Remsach im Osten.[1] Die zerstreuten Häuser am Graukogel gehören verwaltungsmäßig zur Ortschaft Bad Gastein.[2] Südöstlich des Gipfels liegt der Palfner Seekogel (2529 m ü. A.), südwestlich des Gipfels erstreckt sich der Palfner See, durch den der Palfner Bach fließt. Weitere kleine Seen in der Umgebung sind der Windschursee im Südosten und der Reedsee im Osten.[1]

Von Bad Gastein aus dauert die Besteigung des Graukogels circa sechs Stunden. An der Bergstation des Graukogellifts 2 ist die Besteigung mit 1,5 Stunden und Schwer angegeben. Der Weg führt von der Bergstation unter den Seilen des Reichebenlifts hindurch steil über Wiesen oberhalb der Baumgrenze, danach über ein Geröllfeld zu einem Vorgipfel und über einen sehr kurzen Grat, bis man den Gipfelanstieg erreicht.

Name und Geschichte

Es ist anzunehmen, dass der Name des Berges sich auf die Farbe des Gesteins am Berg und des Geröllfelds davor bezieht, beide sind relativ markant erkennbar.

Eine Erstbesteigung ist nicht dokumentiert, da der Graukogel vergleichsweise leicht von Bad Gastein aus erreicht werden kann. Die erste dokumentierte Nutzung als Skisportstätte stammt aus dem Jahr 1908 und ist ein Skirennen von der Reichebenalm. Die erste Seilbahn am Graukogel wurde 1946 gebaut und verlief ungefähr auf der Strecke des heutigen Graukogelliftes 1.

Skigebiet

Am Graukogel gibt es ein gleichnamiges Skigebiet, es ist eines von zwei im Ort Bad Gastein. Die Lifte enden ungefähr an der Baumgrenze und somit weit unter dem Gipfel des Graukogels.

Lifte des Skigebiets Graukogel:
Graukogellift 1
Graukogellift 2
Reichebenlift

Im Jahr 1958 fanden am Graukogel die Alpinen Skiweltmeisterschaften[3] und im Jahr 1979 die Österreichischen Alpinen Skimeisterschaften statt.

Am 12. Dezember 2025 kündigte der Aufsichtsrat der Gasteiner Bergbahnen an, dass das Skigebiet nach der Saison 2025/2026 vorerst für drei Saisonen bis 2029 geschlossen wird. Grund dafür ist eine fehlende künstliche Beschneiung, weshalb sich der Betrieb nicht mehr rentiert.[4]

Flora and Fauna

Die Baumgrenze verläuft auf einer Höhe von etwas über 2200 m ü. A. Darunter wachsen Lärchen und Zirben. Hier gedeihen auch die Dreiblatt-Binse (Juncus trifidus), die Gämsheide (Loiseleuria procumbens) und die Rauschbeere (Vaccinium uliginosum). Oberhalb der Baumgrenze beginnt die Zone des Krummseggenrasens.[5]

Die Gamswild-Ruhezone Graukogel darf von 1. Dezember bis 31. Mai weder betreten noch befahren werden.[1] Bei einer Erhebung der Vogelarten des Gasteinertals in den 1980er Jahren wurden im Bereich des Graukogels das Alpenschneehuhn (Lagopus muta), das Auerhuhn (Tetrao urogallus), der Waldbaumläufer (Certhia familiaris) und der Zilpzalp (Phylloscopus collybita) als Brutvögel, der Alpensegler (Apus melba) und der Dreizehenspecht (Picoides tridactylus) als wahrscheinliche Brutvögel sowie der Gänsegeier (Gyps fulvus) als Sommergast beobachtet.[6]

Literatur

  • Christof Exner: Ein geologischer Ausflug zu den Schieferplatten am Hüttenkogel – Graukogel. In: Badgasteiner Badeblatt. Nr. 9, 1950, S. 47–49.
  • Harald Figdor, Ernst K. Hauswirth, Helmut Lindner, Karl-Heinz Roch, Adrian E. Scheidegger: Geodätische und geophysikalische Untersuchungen am NW-Hang des Graukogels bei Badgastein. In: Österreichische Zeitschrift für Vermessungswesen und Photogrammetrie. Nr. 78, 1990, S. 59–76.
  • Fritz Gruber: Graukogel. Gasteiner Bergbahnen AG, Bad Hofgastein 1996.
  • Kurt Jaksch: Beobachtungen an einem Vegetationsprofil an der Ostseite des Graukogels bei Badgastein (Salzburg). In: Floristische Mitteilungen aus Salzburg. Nr. 8, 1982, S. 10–17 (zobodat.at [PDF]).
  • Kurt Jaksch: Die Höhenstufen der Vegetation, betrachtet am Beispiel des Graukogels. In: Gastein aktuell. Oktober 1990, S. 11–12.
  • Ferdinand Lainer: Schipistenökologische Untersuchungen der Waldpisten am Graukogel (Gasteinertal). Diplomarbeit. Universität für Bodenkultur Wien, Wien 1985.
  • Albert von Muchar: Das Thal und Warmbad Gastein nach allen Beziehungen und Merkwürdigkeiten nach eigener Anschauung und aus den zuverlässigsten Quellen dargestellt für Aerzte, Körperkranke, Geschichtsforscher, Mineralogen, Metallurgen, Botaniker und für Freunde der hochromantischen Alpennatur. Damian und Sorge, Grätz 1834, Kapitel Ausflug auf das Gebirge der Richeben, auf den Grau- oder Zehnerkogl, S. 339–340.
  • Hans-Peter Schroll: Waldbauliche Beurteilung der Gasteiner Schipisten Angertal und Graukogel mit Schlußfolgerung für Planung, Bau und Betrieb von Schiabfahrten. Dissertation. Universität für Bodenkultur Wien, Wien 1985.
  • Michael Ulherr: Untersuchung der Schipisten des Schigebietes Graukogel im Gasteiner Tal hinsichtlich vorzufindender Erosions- und Nutzungsschäden, unter besonderer Berücksichtigung der Pistenpflege. Diplomarbeit. Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen/Nürnberg 1997.
  • Heinrich Zimburg: Von der Graukogel-Skiabfahrt. In: Badgasteiner Badeblatt. Nr. 36, 1963, S. 487–488.
Commons: Graukogel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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