Groß Lindow

Gemeinde im Land Brandenburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Groß Lindow ist eine Gemeinde im Osten von Brandenburg im Landkreis Oder-Spree. Sie wird vom Amt Brieskow-Finkenheerd verwaltet.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Groß Lindow
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Groß Lindow hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 52° 14′ N, 14° 32′ O
Bundesland:Brandenburg
Landkreis: Oder-Spree
Amt: Brieskow-Finkenheerd
Höhe: 32 m ü. NHN
Fläche: 15,39 km²
Einwohner: 1657 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 108 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15295
Vorwahl: 033609
Kfz-Kennzeichen: LOS, BSK, EH, FW
Gemeindeschlüssel: 12 0 67 180
Adresse der Amtsverwaltung: August-Bebel-Straße 18a
15295 Brieskow-Finkenheerd
Website: www.gross-lindow.de
Bürgermeister: René Weiner
Lage der Gemeinde Groß Lindow im Landkreis Oder-Spree
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Geografie

Die Gemeinde liegt am Friedrich-Wilhelm-Kanal, der Spree und Oder miteinander verbindet.

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde gehören die Wohnplätze Hammerfort, Klixmühle, Schlaubehammer, Weißenberg und Weißenspring.[2]

Geschichte

Dorfkirche Groß Lindow

Die Gemeinde wurde erstmals im Jahr 1354 urkundlich als Lyndow erwähnt. Der Ort war ein kleines Bauerndorf in Besitz des Kartäuserklosters in Frankfurt (Oder) bis zum Jahr 1540, dann gehörte es der Frankfurter Universität Viadrina. Lyndow war Grenz- und Zollort an der Grenze zu Sachsen.

Oberlindow wurde um 1700 gegründet und gehörte zur Herrschaft derer von Burgsdorf in Müllrose. Durch seine Lage erhielt Lindow nun den Zusatz Unter. Neulindow wurde von Kolonisten 1766 gegründet und 1934 mit Oberlindow vereinigt. Im Jahre 1950 erfolgte die Zusammenlegung von Ober- und Unterlindow zu Groß Lindow.[3]

In Urkunden aus dem Jahr 1739 wird eine Ansiedlung bey der Weißenspringschen Schleuse erwähnt,[4] der Grundstein zur gleichnamigen Schleuse wurde jedoch schon am 12. Juli 1702 gelegt. Der Ortsname bezieht sich auf die Trinkwasserquelle, welche dort aus weißem Sand sprudelt.[5] Weißenspring nahm deutlichen Aufschwung, als Friedrich II. dem Kriegsrat Kienitz 1765 das seit 1754 ansässige Hammerwerk als Erbeigentum übereignete, mit der Auflage, 30 ausländische Familien anzusiedeln und eine Pfeifenfabrik zu gründen.[6] Die Pfeifenfabrik und Weißenspring befanden sich zur damaligen Zeit in der Kaysermühlschen Forst, gehörig zum Amt Biegen.[7]

Schlaubehammer wird 1545[8] erstmals erwähnt: vff dem Eysenhammer, dieser Hammer ist vermutlich 1533[9] gegründet worden. Im Jahr 1647 wurde vom Schlaube Hammer gesprochen, was auf die Lage an der Schlaube zurückzuführen ist. 1739 war der Betrieb bereits eingestellt, an seiner Stelle wurde eine Schneidemühle errichtet.[8]

Für kurze Zeit, vom September 1945 bis 1947, wurden Ober- und Unterlindow, Weißenspring und Schlaubehammer als Ortsteile in die Stadt Frankfurt (Oder) eingemeindet, 1947 jedoch in den damaligen Landkreis Lebus zurückgeführt.[10]

Am 1. Juli 1950 wurde die Gemeinde Groß Lindow durch den Zusammenschluss der bisher eigenständigen Gemeinden Oberlindow und Unterlindow neu gebildet.

Oberlindow, Unterlindow, Schlaubehammer und Weißenspring gehörten seit 1817 zum Kreis Lebus in der Provinz Brandenburg und seit 1952 zum Kreis Fürstenberg im DDR-Bezirk Frankfurt (Oder), aus dem 1961 der Kreis Eisenhüttenstadt-Land wurde. Seit 1993 liegen die Orte im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree.

Bevölkerungsentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
19502 019
19641 476
19711 414
19811 442
19851 350
19901 278
Jahr Einwohner
19951 464
20001 796
20051 878
20101 837
20151 734
20201 709
Jahr Einwohner
20211 715
20221 686
20231 676
20241 657
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Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991),[11][12][13], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022[14]

Politik

Gemeindevertretung

Die Gemeindevertretung von Groß Lindow besteht aus zwölf Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 72,1 % zu folgendem Ergebnis:[15]

Weitere Informationen Partei / Wählergruppe, Stimmenanteil 2019 ...
Partei / WählergruppeStimmenanteil
2019[16]
Sitze
2019
Stimmenanteil
2024
Sitze
2024
Bürger für Groß Lindow41,5 %551,6 %7
Freie Wählergemeinschaft Groß Lindow58,5 %742,5 %5
SPD05,9 %
Insgesamt100 %12100 %12
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Bürgermeister

  • 1998–2003: Dietmar Otto[17]
  • 2003–2008: Waltraut Werner (CDU)[18]
  • 2008–2014: Dietmar Otto (Freie Wählergemeinschaft Groß Lindow)[19]
  • 2014–2017: Peter Schlatter (Bürger für Groß Lindow)[20]
  • 2017–2024: Björn Brinkmann (Freie Wählergemeinschaft Groß Lindow)[21]
  • seit 2024: René Weiner (Bürger für Groß Lindow)

Brinkmann wurde bei der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 mit 66,1 % der gültigen Stimmen wiedergewählt.[22]

Weiner wurde am 9. Juni 2024 ohne Gegenkandidat mit 77,6 % der gültigen Stimmen zu seinem Nachfolger gewählt.[23] Seine Amtszeit beträgt fünf Jahre.[24]

Wappen

Das Wappen wurde am 13. Dezember 2004 genehmigt.

Blasonierung: „In Silber ein blauer Schrägwellenbalken, nach der Figur begleitet von zwei abgeschnittenen, gegengewendeten grünen Lindenzweigen.“[25]

Der Wellenbalken symbolisiert den Friedrich-Wilhelm-Kanal; die Lindenzweige verweisen auf die Bedeutung des Ortsnamens.

Sehenswürdigkeiten

Kanaldenkmal

In der Liste der Baudenkmale in Groß Lindow und in der Liste der Bodendenkmale in Groß Lindow stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

  • Friedrich-Wilhelm-Kanal, älteste Wasserstraße zwischen Oder und Spree, verband die Berliner Gewässer mit den östlichen schiffbaren Gewässern in Deutschland, heute touristisch genutzt
  • Heimatstube Groß Lindow
  • Sowjetischer Ehrenfriedhof mit Denkmal für 45 gefallene Sowjetsoldaten in der Ortsmitte an der Lindenstraße, daneben ein Denkmal für Widerstandskämpfer aller Länder

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Groß Lindow liegt an der Landesstraße L 373 zwischen Müllrose und Brieskow-Finkenheerd.

Bildung

  • Grundschule Groß Lindow

Seit 1995 gibt es den Förderverein Lindenbäumchen e. V. der Grundschule Groß Lindow.

Meiler und kleiner Schaumeiler

Sport und Vereinsleben

Persönlichkeiten

  • Rolf Henrich (* 1944), Jurist, Autor und ehemaliger DDR-Dissident, Erstunterzeichner des Gründungsaufrufs des Neuen Forums, lebt in Hammerfort
  • Klaus Sack (* 1950), Fußballspieler, in Groß Lindow geboren

Einzelnachweise

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