Großbundenbach

Gemeinde in Rheinland-Pfalz, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Großbundenbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land an, innerhalb derer sie gemessen an der Einwohnerzahl die drittkleinste Ortsgemeinde ist. Das Dorf bezeichnet sich selbst als „Das Walnussdorf“.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Großbundenbach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Großbundenbach hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 18′ N,  25′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südwestpfalz
Verbandsgemeinde: Zweibrücken-Land
Höhe: 339 m ü. NHN
Fläche: 6,9 km²
Einwohner: 320 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner je km²
Postleitzahl: 66501
Vorwahl: 06337
Kfz-Kennzeichen: PS, ZW
Gemeindeschlüssel: 07 3 40 209
Adresse der Verbandsverwaltung: Landauer Straße 18–20
66482 Zweibrücken
Website: www.grossbundenbach.de
Ortsbürgermeister: Dieter Glahn (FDP / SPD)
Lage der Ortsgemeinde Großbundenbach im Landkreis Südwestpfalz
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Geografie

Lage

Großbundenbach liegt auf der Sickinger Höhe zwischen der saarländischen Kreisstadt Homburg und der kreisfreien Stadt Zweibrücken. Zur Gemeinde gehören zusätzlich die Wohnplätze Erlenhof und Ochsengrunder Ziegelhütte. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Käshofen, Kleinbundenbach, Battweiler und Zweibrücken.

Gewässer

Durch den Nordwesten der Gemarkung, jedoch abseits des Siedlungsgebiets, verläuft der namensgebende Bundenbach. Im Südosten bildet der Auerbach die Grenze zu Battweiler. Ganz im Südwesten der Gemarkung befindet sich die Genovevaquelle.

Geschichte

Großbundenbach wurde erstmals im Jahr 1178 urkundlich erwähnt. Während des Mittelalters gehörte die Gemeinde, die damals lediglich Bundenbach hieß, zeitweilig zur Herrschaft Kirkel. Bis 1674 gehörte sie den Herren von Steinkallenfels, gelangte dann durch Kauf an die Familie Cathcart zu Carbiston und kam 1777 im Tausch gegen Wolfersheim an Pfalz-Zweibrücken.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Großbundenbach in den Kanton Homburg eingegliedert und war Sitz einer Mairie, die zusätzlich Biedershausen, Kleinbundenbach und Mörsbach umfasste. Anschließend wechselte der Ort in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte Groß-Bundenbach – so die damalige Schreibweise – dem Landkommissariat Homburg an; aus dem das Bezirksamt Homburg hervorging.

Da ein Teil des Bezirksamts  einschließlich Homburg selbst  1920 dem neu geschaffenen Saargebiet zugeschlagen wurde, wechselte der Ort ins Bezirksamt Zweibrücken. 1939 wurde Großbundenbach in den Landkreis Zweibrücken eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte sie in den Landkreis Pirmasens (ab 1997 Landkreis Südwestpfalz); im selben Jahr wurde sie dem neugeschaffenen Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land zugeordnet.

2011 wurde Großbundenbach Sieger in der Sonderklasse in Rheinland-Pfalz beim Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft.[2]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Großbundenbach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3][1]

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
JahrEinwohner
1815370
1835441
1871351
1905378
1939338
1950395
JahrEinwohner
1961353
1970365
1987354
1997398
2005388
2017337
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Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Großbundenbach besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierte Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Weitere Informationen Wahl, SPD ...
WahlSPDCDUWGB aWG 1 bWG 2 cGesamt
2024538 Sitze[4]
20195128 Sitze[5]
2014per Mehrheitswahl8 Sitze[5]
2009538 Sitze
2004538 Sitze
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a 
WGB: Wählergruppe Bißbort
b 
WG 1: Wählergruppe Morsch
c 
WG 2: Wählergruppe Mourer

Bürgermeister

Dieter Glahn (FDP, auf der offenen SPD-Liste) wurde 2009 Ortsbürgermeister von Großbundenbach.[6] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.[7] Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 setzte er sich mit 79,4 % gegen einen Mitbewerber durch.[8]

Glahns Vorgänger Jochen Schael (SPD) hatte das Amt von 1979 bis 2009 ausgeübt.[9]

Wappen

Wappen von Großbundenbach
Wappen von Großbundenbach
Blasonierung: „Schild geteilt durch einen goldenen Balken. Oben in Grün ein nach rechts schreitender silberner Leopard, unten in Grün ein linksgewendetes Osterlamm mit Fahne (rotes Kreuz auf silbernem Feld) und goldenem Nimbus.“[10]
Wappenbegründung: Das Wappen entspricht bis auf die Tinktur dem Wappen von Kleinbundenbach, das gleichfalls am 18. April 1967 verliehen wurde. Der silberne Leopard im grünen Feld und der Balken entstammen dem Wappen der Herren von Steinkallenfels, das Osterlamm einem 1746 verwendeten Siegel von Käshofen und Buntenbach.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kulturdenkmäler

Pfarrkirche St. Martin
St. Martin Innenraum
  • Von der Burg Bundenbach sind noch einige Mauerreste vorhanden.
  • Evangelische Pfarrkirche St. Martin – ein Dom im Kleinen: Von der ursprünglich romanischen Kirche ist noch der Turm erhalten. Anfang des 14. Jahrhunderts wurde eine gotische, dreischiffige Hallenkirche angebaut, deren Wandmalereien 1908 entdeckt und teils wieder freigelegt wurden. Sie ist die prächtigste in der kleinen Gruppe gotischer Stufenhallen auf der Sickinger Höhe. Als ehemalige Wehrkirche besitzt die St. Martinskirche noch ihre Ringmauer, innerhalb derer bis 1853 der Kirchhof war. Die tiefen Einkerbungen in der Wand hinter dem Eingangsportal zeigen, dass der Zugang verrammelt werden konnte, wenn Gefahr drohte. Der um 1200 entstandene romanische Chorturm und das um 1320 entstandene gotische Kirchenschiff bilden durch den warmen Ton des roten und gelben Sandsteins eine Einheit. Im Innern sind die Schlusssteine des Kreuzrippengewölbes figürlich ausgestaltet. Die Steinkallenfels und die Cathcart zu Carbiston nutzten die Kirche als Grablege. Prächtige Epitaphien schmücken den Chorraum. Unter dem Altar befindet sich die Gruft mit den Gebeinen der Adelsfamilien.[11]

Sonstige Bauwerke

  • Alter Dorfbrunnen.

Natur

Die Gemeinde gehörte zum Anbaugebiet der Apfelsorte Grasblümchen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Großbundenbach liegt an der Landesstraße 468, die von Zweibrücken nach Käshofen führt. Von dieser zweigt vor Ort die Kreisstraße 68 ab, die den Ort mit Mörsbach und Kleinbundenbach verbindet. Mitten durch die Gemeinde verlaufen der mit einem gelben Balken markierte Fernwanderweg Saar-Rhein-Main und seit 2009 der 30 Kilometer lange Meteoritenweg.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • 2009: Jochen Schael (* 1946), für seine Verdienste um die Gemeinde. Seit 1974 im Gemeinderat, wurde der SPD-Politiker 1979 zum Ortsbürgermeister gewählt und hatte diese Funktion bis 2009 inne. In seiner Amtszeit wurden zahlreiche Projekte umgesetzt und die Gemeinde nahm mehrmals erfolgreich am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teil. Schael erhielt 1998 die Freiherr-vom-Stein-Plakette des Landes Rheinland-Pfalz und 2006 das Bundesverdienstkreuz am Bande.[12][13]

In Großbundenbach geboren

Personen, die mit Großbundenbach verbunden sind

  • Karl Anton Scherer (1831–1905), evangelischer Pfarrer, Publizist, war ab 1854 Vikar in Großbundenbach
  • Bernhard H. Bonkhoff (* 1953), Theologe, war von 1980 bis zu seiner Pensionierung 2014 Pfarrer in Großbundenbach

Einzelnachweise

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